Rekordjahr für SRF

10. Januar 2019 21:50; Akt: 10.01.2019 21:50 Print

«Wir erreichen Jüngere nicht mehr wie früher»

Das Schweizer Fernsehen brach 2018 TV-Rekorde. Bei den jüngeren Zuschauern verliert SRF aber weiter an Boden.

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Ruedi Matter, Direktor des Schweizer Fernsehens, zeigte sich erfreut über die positiven Jahreszahlen. Er räumte aber auch ein, dass SRF das jüngere Publikum nicht mehr gleich erreiche wie in der Vergangenheit. Beim Marktanteil erreichte SRF im letzten Jahr mit 32,7 Prozent einen neuen Rekordwert seit der Umstellung der Messmethode im Jahr 2013. Die «Tagesschau»-Hauptausgabe vom 3. Januar sahen 984'000 Zuschauer. Im Schnitt schauten 597'000 Personen die wichtigste tägliche Nachrichtensendung. Fast 80 Prozent Marktanteil erreichte die Live-Übertragung der Bundesratswahl am 5. Dezember. Mit 641'000 Zuschauern im Schnitt und einem Marktanteil von 48,4 Prozent gehört «Meteo» (im Bild Meteorologe Thomas Kleiber) zu den beliebtesten Sendungen auf SRF. «10vor10» erreichte 2018 einen Zuschauerschnitt von 387'000 Personen und einen Marktanteil von 29,3 Prozent. «SRF bi de Lüt» ist beim Publikum äusserst beliebt – vor allem die «Hüttengeschichten» verzeichnetem mit durchschnittlich 686'000 Zuschauern starke Zahlen. Bei der Krimiserie «Der Bestatter» mit Mike Müller schalteten im Schnitt 774'000 Zuschauer ein. Der Quotenhit: 1,6 Millionen Zuschauer sahen das WM-Spiel der Schweiz gegen Brasilien (1:1). Damit ist die Partie die meistgesehene Fernsehsendung seit Einführung des neuen Messsystems. 1,1 Millionen Menschen verfolgten den Eishockey-WM-Final zwischen Schweiz und Schweden (2:3). Den Sieg von Beat Feuz am Lauberhorn sahen 921'000 Personen auf SRF. Beim 20. Grand Slam-Triumph von Roger Federer am Australien Open guckten 873'000 Personen zu.

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König Fussball, der Sturm Burglind, zwei neue Bundesrätinnen, Auswanderer und Alphütten bewegten das Schweizer TV-Publikum im Jahr 2018. Das zeigen die aktuellen Jahres-Quoten des Schweizer Fernsehens (SRF). Beim Marktanteil erreichte SRF mit 32,7 Prozent einen neuen Rekordwert seit der Umstellung der Messmethode im Jahr 2013. SRF 2 erzielte mit 11,3 Prozent den höchsten Marktanteil seither, SRF 1 konnte sich auf dem Niveau des Vorjahres halten (19,4 Prozent).

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Absoluter Quotenknüller war das Fussball-WM-Spiel zwischen der Schweiz und Brasilien. 1,6 Millionen Menschen fieberten mit der Nati beim 1:1 mit – ein neuer Höchstwert. Bei der WM-Finalniederlage der Schweizer Eishockeyaner gegen Schweden (2:3) schalteten 1,1 Millionen Personen ein. Knapp die Millionengrenze verpasste die «Tagesschau»-Hauptausgabe vom 3. Januar. Nach dem Sturm Burglind verfolgten 984'000 Zuschauer die Nachrichtensendung, im Schnitt schalteten jeweils 597'000 Personen um 19.30 Uhr ein.

Junge zappen weg – «wir müssen damit leben»

Ungebrochen ist das Publikumsinteresse an der Dok-Serie «Auf und davon» – durchschnittlich zappten 761'000 Zuschauer rein. Auch die eigenproduzierten SRF-Serien «Der Bestatter» mit 774'000 Zuschauern oder «SRF bi de Lüt – Hüttengeschichten» mit 686'000 Zuschauern verzeichneten starke Zahlen. Ebenso für stolze Quoten sorgte die Wahl der beiden neuen Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter und Viola Amherd. Während der Live-Übertragung schalteten 337'000 Interessierte ein, der Marktanteil betrug fast 80 Prozent.

Trotz insgesamt starker Zahlen zeigt sich, bei einzelnen Sendungen ist das Zuschauerinteresse zurückgegangen. Das verhehlte SRF-Direktor Ruedi Matter an der Telefonkonferenz vom Donnerstag nicht: «In absoluten Zahlen verzeichnen wir weniger Zuschauer.» Viele Sendungen verzeichneten leicht tiefere Durchschnittswerte und Marktanteile als im Vorjahr. Die Sendung «Arena/Reporter» beispielsweise büsste fast 3 Prozent Marktanteil ein.

Bei der jüngeren Zielgruppe kann SRF immer weniger punkten, zu attraktiv sind offenbar andere Angebote wie Netflix, Youtube und Privatsender. «Wir erreichen das jüngere Publikum nicht mehr wie früher. Damit müssen wir leben», erklärte Matter. Um dem Gegensteuer zu geben, wolle SRF das Onlineangebot weiter verstärken und ausbauen.

Radio und Online-Angebot auch beliebt

Im Web und auch im Radio stieg 2018 die Nachfrage: Fast 2,6 Millionen Menschen hören täglich einen der sechs SRF-Radiosender, was einem Marktanteil von 54,6 Prozent entspricht. Jede Woche schalteten 79 Prozent der Menschen in der deutschen Schweiz mindestens einmal Radio SRF ein. Gestiegen ist das Publikumsinteresse an Audio- und Videoinhalten im Web. Im Schnitt wurden im Jahr 2018 pro Sekunde neun Livestream- oder On-Demand-Angebote gestartet. Monatlich erreichte das SRF-Webangebot fast 2,8 Millionen Nutzer (+12 Prozent).

Sport, Zirkus und Wahlen im Jahr 2019

Mit der Alpinen Ski-WM im schwedischen Are (Mitte Februar) und dem Eidgenössischen Schwingfest in Zug (24./25. August) stehen auch in diesem Jahr sportliche Höhepunkte an. Zu den Programm-Highlights 2019 zählt SRF auch «Dynastie Knie – 100 Jahre Nationalcircus». In einer Mischung aus fiktionalen und dokumentarischen Teilen sowie Archivaufnahmen wird die Geschichte der Familie Knie erzählt. Und die Informationssendungen von Radio und Fernsehen SRF stehen im zweiten Halbjahr im Zeichen der Eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober.

(sda/rol)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Junger Zahler am 10.01.2019 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einnahmen aber bleiben

    Ist auch einfach, mit weniger jungen Zuschauern klarzukommen, bezahlen müssen sie ja trotzdem...

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  • Florian am 10.01.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Kein Wunder sind jüngere Zuschauer nicht mehr zu erreichen mit dem Programm.

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  • Bungaparte am 10.01.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    SRF abschaffen

    Die Serafe-Zwangsgebühren sind viel zu hoch für die bescheidene Qualität der SRF-Sendungen und den meist verschwindend kleinen Marktanteil. Je kleiner der Marktanteil und desto grösser die Kosten, desto arroganter die Macher. Dem Herrn Projer wird die neue Cheffin hoffentlich etwas Nachhilfe in Anstand beibringen und ihm sonst einen Arbeitgeberwechsel nahelegen. Für die Schweiz ist so ein linkslastiger Sender äusserst bedenklich. DL hat die jahrelang rumwursteln lassen und nun ist es zu spät mit SS.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 14.01.2019 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frechheit

    Kein Wunder, bei dem ausgestrahlten Müll im Fernsehen. Hauptsache wir finanzieren eure fetten Löhne. Danke für NICHTS.

  • Daniele C am 14.01.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ich protestiere immer....

    ...noch gegen die TV Gebühren, und schaue somit schon lange kein Schweizer TV mehr.

  • Gerd Blumer am 14.01.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wir erreichen Jüngere nicht mehr

    Mindestens junge Leute merken zusehends, dass die Medien staatsgetreu und notgedrungen vieles verschweigen, was der Bürger eigentlich wissen sollte. Es wäre zudem an der Zeit, weniger Krimis, grausame Thriller, Mord und Totschlag ins Bild zu bringen und - kirchenunabhängig - dem Menschen das zu zeigen, was das Leben bedeutet und welchen Sinn es hat, zu leben.

  • Weg Zapper am 13.01.2019 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    600'000 zappen rein...

    aber wie viele zappen gleich wieder raus? schätze mal 95%! mangels echten Zuschauern, werden in der Statistik neu also die "Rein-Zapper" als Zuschauer geführt...

  • Gruss aus Bern am 13.01.2019 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst den "früher"?

    Mein Matter damit die Zeiten als er selber noch ein Jungspund war? Bloss eine Frage der Zeit, bis seine Generation nicht mehr vor der Glotze sitzen kann, dann wird es echt eng für die SRG und werden die Zwangsgebühren wieder abgeschafft. Wetten?