Bundesrätin Keller-Sutter

22. August 2019 03:53; Akt: 22.08.2019 04:14 Print

«Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans»

Justizministerin Karin Keller-Sutter fordert Städte und Kantone auf, härter gegen Hooligans durchzugreifen.

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«Wer gegen sie vorgeht, wird massiv bedroht und eingeschüchtert. Ich habe das hautnah erlebt», sagt Bundesrätin Karin Keller-Sutter. (Archivbild) (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Die Schweizer Justizministerin Karin Keller-Sutter hat Städte und Kantone zu hartem Durchgreifen bei Gewalt rund um Fussballspiele aufgerufen. «Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans», sagte die FDP-Bundesrätin in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag.

«Um den Hooligans beizukommen, müsste man nur die Gesetze anwenden. Alles ist vorhanden: Strafrecht, Strafprozessrecht, Sprengstoffgesetz, Hooligan-Konkordat. Der ganze Werkzeugkasten liegt auf dem Tisch», sagte Keller-Sutter im Interview. «Nun braucht es den Mut, diese Instrumente auch einzusetzen.»

Gewaltbereite Hooliganszene

Handeln müssten die Kantone mit ihren Polizeikorps und Staatsanwaltschaften, sagte die Magistratin. In der Pflicht seien zum Teil auch die Städte, wo diese die Träger der Polizeihoheit seien.

Einen der Hauptgründe für die Missstände ortet die Justizministerin in der Gewaltbereitschaft der Hooliganszene: «Wer gegen sie vorgeht, wird massiv bedroht und eingeschüchtert. Ich habe das hautnah erlebt.» Zudem seien die Verbandelung und die Abhängigkeiten zwischen Klubs und Fans gross. «Es gibt eine grosse Nähe zwischen wirtschaftlichen Interessen, Sport, Kultur und Politik. Das erschwert das Durchgreifen sehr.»

Amherd äussert sich ähnlich

Sportministerin Viola Amherd (CVP) hatte sich jüngst ähnlich geäussert. Die Bundesrätin vereinbarte Anfang Juli mit Vertreten des Fussballs, die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden zu verbessern und Massnahmen wie etwa Stadionverbote konsequenter umzusetzen.

Derweil kommt es weiter zu Gewalttaten. Für Aufsehen sorgte ein Fall in Zürich nach dem Fussballspiel des FC Zürich gegen den FC St. Gallen. Ein 16-jähriger FCZ-Anhänger hatte letzte Woche am Mittwoch einen 40-jährigen Mann vor den Augen seiner Kinder mit der Faust niedergeschlagen und schwer verletzt, als dieser in einen Bus einsteigen wollte. Die Hintergründe sind unklar. Medien zitierten Augenzeugen, wonach es um einen Platz im Bus gegangen sein soll. Der FC Zürich verurteilte die Attacke in einer Stellungnahme.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny C. am 22.08.2019 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Durchgreifen

    Im Kampf gegen Autofahrer, die sich nicht jederzeit genau zu 100% an die Verkehrsregeln halten, ist jedes Mittel recht und begründbar. Es gilt der Generalverdacht, wenn jemand einen Fuss in ein Fahrzeug setzt. Warum braucht es Mut gegen diese Hooligan-Terroristen vorzugehen ? In den USA kann zu jeder Tages - und Nachtzeit mit meinen Kindern an eine Sportveranstaltung, ob Baseball, Wrestling, Basketball.....egal, es ist jederzeit sicher und die Stimmung ist gut. Greift endlichmal durch hier in der CH.

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  • Samuel G. am 22.08.2019 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    In Spanien wird durchgegriffen

    Wie ich gehört habe, kamen die FCL Fans in Spanien bös unter die Räder. Da liess die Polizei keine Mätzchen zu. Ein Schockerlebnis für viele. Im der Schweiz sind sie anderes gewohnt, da können sie den Behörden auf der Nase herumtanzen.

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  • Swissgirl am 22.08.2019 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball-Sumpf

    Endlich wagen 2 Bundesräte mal Klartext zu reden. Keine Sportart wird derart hofiert und ideologisiert wie der Fussball. Verbandsliga zwischen Klubs und Fans, überbordende monetäre Interessen, Transfersummen in astronomischen Höhen und eine FIFA die wohl kaum eine weisse Weste hat, wenn man an den Katar-Skandal denkt. Das gibt es in keiner anderen Sportart! Die ganze Fussballszene ist ein sumpfiger Knäuel. Da muss durchgegriffen werden und zwar konsequent! Normale Fussballbegeisterte sollen ein Jahr lang alle Spiele boykottieren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Findnicht am 22.08.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Blabla

    Gegen Hooligans braucht es in erster Linie Taten und genau die fehlen bei unseren Politikern.

  • Hadrian52 am 22.08.2019 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber zahlen

    Die Clubs müssen den ganzen Polizeiaufwand 100% selber bezahlen. Radaubrüder min 1 Jahr knast. "Fansektoren" auflösen, gab es in den 80 Jahren auch nicht.

  • Daisydream am 22.08.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach herrje

    Wenn man in der entsprechenden Position ist und Angst hat, die "Werkzeuge" zu benutzen, hat man eindeutig den falschen Job. Bitte Posten räumen und einem Mutigeren überlassen! Es kann ja nicht sein, dass man nur die Gesetze und Verordnungen durchsetzt, die einem gerade so in den Kram passen.

  • Maria am 22.08.2019 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sondern härtere Strafen

    Es braucht nicht mehr Mut sondern härtere Strafen. Und leere Stadion wenn es nicht mehr möglichst diesen Mop zu stoppen. Wir bezahlen mit unseren Steuern Zuviel an diesen Sport, nur das Polizei Aufgebot bei jedem Matsch ist schon zu viel.

    • RDC am 22.08.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maria

      Härtere Strafen verursachen nich weniger, sondern mehr Verbrechen. Wer länger im Knast (Verbrecher-Uni) sitzt, lernt dort mehr über Verbrechen. Wichtig ist vor allem das die Justitz konsequent durchgreift.

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  • Urs am 22.08.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahnlose Gesetze

    Wenn ein Polizist jemanden verletzt, weil er sich in Bruchteilen einer Sekunde entscheiden musste, ob er er sich verteidigen muss um sich zu schützen, dann wartet anschliessend immer ein endloses Verfahren, wo sich Anwälte in warmen Büros während Stunden unterhalten und beurteilen, ob der Polizist richtig gehandelt hat. Als Polizist ist es verständlich und einfacher, dass man daher lieber Gewalt zulässt und sich in den Medien hinterher kritisieren lässt.