Salomé Balthus

28. Mai 2019 20:10; Akt: 29.05.2019 08:33 Print

«Es fühlt sich inzwischen eher wie ein Sieg an»

Der SRG-Ombudsmann erteilt Roger Schawinski für das Gespräch mit der Prostituierten Salomé Balthus eine scharfe Rüge. Diese zeigt sich dankbar und überwältigt.

Laut SRG Ombudsmann hat Roger Schawinski die Menschenwürde von TV-Gast Salomé Balthus verletzt.
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In seinem am Dienstag veröffentlichten Schlussbericht zur Sendung «Schawinski» vom 8. April, kommt SRG-Ombudsmann Roger Blum zum Schluss, dass Roger Schawinski die Menschenwürde der deutschen Prostituierten Salomé Balthus verletzt hat. Schawinski hatte sie vor laufenden Kameras gefragt, ob sie als Kind sexuell missbraucht worden sei.

«Mit einer solchen Solidarisierung habe ich nicht gerechnet»

Salomé Balthus reagiert auf den Schlussbericht von SRG-Ombudsmann Blum dankbar: «Ich bin überwältigt, mit welchem Engagement und welcher Solidarität sich die Schweizer Öffentlichkeit für mich eingesetzt hat. Nicht nur Frauen, auch Männer haben sich für mich stark gemacht. Das bedeutet mir sehr viel.» Ohne dieses unterstützende Publikum wäre es ihr ganz anders ergangen, ist sich Balthus sicher.

«Es fühlt sich deshalb nicht mehr wie die Verletzung meiner Menschenwürde an, sondern eher wie ein Sieg», so Balthus. «Mit einer solch starken Solidarisierung habe ich sowohl als Prostituierte, als auch als Frau nicht gerechnet.»

Wichtige Aufmerksamkeit für Frauen und Prostituierte

Im Nachhinein ist Balthus froh, die Kolumne über ihr Erlebnis bei Schawinski in der Zeitung «Die Welt» veröffentlicht zu haben, auch wenn diese zu ihrer Entlassung geführt habe. «Ich konnte darauf aufmerksam machen, wie Prostituierte von Infantilisierung, Viktimisierung und dem Absprechen ihrer Rechte betroffen sind.»

Auch wenn sie selber kein Missbrauchsopfer sei, habe ihr Fall ausserdem gezeigt, wie häufig sexuell misshandelten Frauen abgesprochen werde, Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen zu können, so Balthus. «So wie nicht jede sexuell missbrauchte Frau sich prostituiert, so ist nicht jede Prostituierte sexuell missbraucht worden.»

Trotz ihrer Entlassung steht es laut Balthus beruflich nicht schlecht um sie: «Meine Bekanntheit in der Schweiz und Deutschland ist gewachsen durch die vielen prominenten Stimmen, die sich für mich eingesetzt haben. Das Interesse an mir ist gross und Anfragen kommen herein.»


(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • federico emanuel pfaffen am 28.05.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biedermann

    Der Frau Salome Balthus sei gedankt für ihr würdevolles Auftreten vor, während und nach dem Gespräch mit Roger Schawinski. Roger Schawinskis Fragen waren besessen von latenten Vorurteilen wie so oft. Im Grunde ist dieser Mann ein Biedermann mit salopper Maske. Wehe wenn die Maske fällt bei solchen Leuten. Wölfe im Schafspelz.

  • Josef Gübeli am 28.05.2019 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Da zeigt sich einmal mehr wie tief das Niveau von Schawinski's Sendung ist. Dass für den noch Gelder gesprochen werden ist ein weiterer Skandal.

  • Freewather am 28.05.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schawinski

    Weg vom TV startet bitte eine Pedition gegen Schawinski diese Person hat im Tv nichts verloren

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • OttoVonNebenan am 29.05.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bis heute nichtg verstanden

    Ich versteh einfach nicht warum so viele Menschen Prostituierte als etwas "Minderwertiges" oder "Schlechtes" betrachten und Ihnen häufig die Menschlichkeit absprechen. Das sind doch auch nur Menschen wie Du und ich und Schawinski und jeder andere auch. Ihr Beruf mag manchen aussergewöhnlich erscheinen und wer damit ein Problem hat soll es behalten, ist ja schliesslich seins! Dass Schawinksi zu dieser Grupope gehört überrascht mich auch überhaupt nicht.

  • Andi am 29.05.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Überfordert? Angst? Scham?

    Mein Urteil: RS war der Frau nicht gewachsen. Er musste Angst gehabt haben, zu scheitern und dass seine Gefühle ausser Kontrolle geraten. Zudem muss er Vorurteile haben, welche nicht korrigiert werden dürfen. Sie tat mir leid.

  • Bisiwetter am 29.05.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Einer der letzten echten Journalisten

    Der Rest in der schweizer TV Landschaft spricht ja den Leuten nur noch nach dem Mund. Die Fragen sind vorher abgesprochen und die Inhalte absolut vorhersehbar. Wenn man als Prostituierte zu Schawinski geht, dann sicher nicht, weil man nett behandelt und gelobt werden will sondern damit man möglichst viel Aufmerksamkeit bekommt und dann geht man das Risiko solcher Fragen auch ein. Die Damen ist ja nicht selbst zum Ombudsmann gerannt.

  • Ursus am 29.05.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Zeit aufzuhören Roger

    Grossen Respekt vor Roger, wahnsinn was er in seinem Leben geleistet hat. Leider ist er mittlerweile etwas ins Alter gekommen und seine Ansichten sind etwas eigenartig geworden. Er erinnert mich etwas an Sepp Blatter, der fand den Absprung in den Ruhestand auch nur unter Druck. Den würdevollen Rückzug sollte Roger umgehend einleiten.

  • Tim am 29.05.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur Ruhe setzten...

    Schawinski ist ein von Vorurteilen geplagter uneinsichtiger und fernab jeglicher Selbstreflektion vegetierender alter Mann. Er sollte in Pension gehen.