Dänische Royals im Wallis

13. Oktober 2019 21:31; Akt: 13.10.2019 21:50 Print

«Es gibt eine Uniform – so sind alle Schüler gleich»

Die dänischen Royal-Kinder kommen in die Schweiz. Thibaut Descoeudres, der Leiter der Elite-Schule in Verbier VS, sagt, was sie erwartet.

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Das dänische Kronprinzen-Paar, Prinzessin Mary (47) und Prinz Frederik (51), schickt seine Kinder in die Schweiz – zum Lernen. Prinz Christian (13), Prinzessin Isabella (12) sowie die Zwillinge Prinz Vincent und Prinzessin Josephine (beide 8) werden Anfang 2020 eine zwölfwöchige Schulpause an ihrer dänischen Schule einlegen, um an der renommierten Lemania-Verbier International School die Schulbank zu drücken. «Es stimmt, das ist, was wir planen. Wir sehen das als Geschenk für unsere Kinder, dass sie das zusammen erleben können. Ein Geschenk, das sie den Rest des Lebens begleiten wird», sagte Prinzessin Mary auf Nachfrage des dänischen TV-Senders TV2. Ort, Lehrplan, Kosten – Wir klären die spannendsten Fragen zur neuen, temporären Schule der königlichen Dänen-Kids. Die Lemania-Verbier International School liegt, wie der Name schon erahnen lässt, in Verbier im Kanton Wallis. Der Wintersport-Ort gilt als Hotspot der Schönen und Reichen. Das Internat ist ein geräumiges, vierstöckiges Chalet mit mehreren Klassenzimmern, einem wissenschaftlichen Labor, einem Computerraum, einer Bibliothek und einem Musikraum. Im Innenhof gibt es laut Webseite der Schule einen «atemberaubenden Blick auf das Bergmassiv Combins». Die Schüler im Alter von 3 bis 14 Jahren werden in kleinen Klassen in Englisch und Französisch unterrichtet. Das Frühjahrs-Semester beginnt am 6. Januar, für neue Schüler bereits um 8.20 Uhr. In der Primarschule müssen die Kinder am Montag von 9.10 bis 15.30 Uhr, Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 15.30 Uhr die Schulbank drücken. Anschliessend finden bis 16.30 Uhr ausserschulische Aktivitäten statt. In der Sekundarschule lernen die Schüler am Montag von 9.10 bis 16.30 Uhr, von Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 16.30 Uhr. Der Schwerpunkt der Schulphilosophie liegt auf kritischem Denken, Kreativität und Leistung. Das bilinguale Internat will den Schülern laut Webseite «Gemeinschaft» vermitteln, die «Möglichkeit geben, ihr intellektuelles Potenzial zu entfalten» und jeden Einzelnen darin bestärken, «eine starke Führungspersönlichkeit zu entwickeln». Gleichzeitig möchten man die Schüler dazu ermutigen, an zahlreichen künstlerischen, sportlichen und kulturellen Aktivitäten der Schule teilzunehmen. Neben einem klassischen Lehrplan mit den Fächern Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Geografie, Französisch, Geschichte, Musik und Kunst wartet auf Christian (13), Isabella (12), Vincent und Josephine (beide 8) auch ein umfangreiches Sportprogramm. Tennis, Crossfit, Klettern, Golf, Skaten und Schwimmen – ganz zu schweigen von dem intensiven Skiprogramm zwischen Januar und April. Zudem steht den Schülern mit dem Chor, Theaterproduktionen, Öko-Club und Gartenarbeit ein grosses Kultur-Programm zur Verfügung. Alleine die Einschreibegebühr in die Luxus-Schule kostet 2000 Franken. Wie viel die Royals für den zwölfwöchigen Schulaufenthalt ihrer Kinder zahlen, ist nicht bekannt. Wirft man einen Blick auf die Schulgebühr für das Jahr 2019/2020 dürfte der Aufenthalt aber nicht ganz günstig sein: Ein Jahr kostet in der Primarschule 27'000 Franken pro Person. Für drei Monate und vier Kinder müsste die Königsfamilie somit 15'430 Franken zahlen. Es wird allerdings vermutet, dass der Royal-Nachwuchs einen Frühlingskurs belegt, der pro Kind 16'000 Franken kostet – darin inbegriffen sind der Unterricht, das Essen und sogenannte fixe Gebühren. Gesamtkosten für die vier Prinzen- und Prinzessinnen: 64'000 Franken. Zusätzliche Gebühren können für Privatunterricht, Privatcoaching, Musikinstrumentenunterricht, privater Sportunterricht, Prüfungsgebühren, Projekt- und Studienwochen anfallen. Welche Sicherheitsvorkehrungen für die Prinzen und Prinzessinnen getroffen werden, ist noch unklar. Im Nobel-Ort Verbier ist man aber die Anwesenheit von Royals und internationalen Promis gewöhnt. So verbrachten hier mehrere europäische Adelige bereits ihre Winterferien – darunter Prinz William (37) und Herzogin Catherine (37) und Prinz Harry (35). Sarah Ferguson (59), die Herzogin von York (hier mit ihren Kindern Prinzessin Beatrice, 31, und Prinzessin Eugenie, 29), besitzt sogar ein Chalet in Verbier. Und auch die schwedische und belgische Königsfamilie reist gerne in den Walliser Skiort. Unter den oft gesehenen prominenten Gästen aus der Unterhaltungsbranche befinden sich James Blunt (45), Diana Ross (75), Richard Branson (69) und Rosie Huntington-Whiteley (32).

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Der Nachwuchs der dänischen Kronprinzen – Prinz Christian (13), Prinzessin Isabella (12) sowie die Zwillinge Prinz Vincent und Prinzessin Josephine (beide 8) – kommt bald zu Ihnen nach Verbier. Ein Coup für Ihr Internat?
Ich kann bestätigen, dass das dänische Kronprinzenpaar seine vier Kinder bei uns angemeldet hat. Das freut uns natürlich.

Was ist der Grund, dass eine Königsfamilie gerade Ihre Schule auswählt?
Ein Grund ist sicher der Ort Verbier, der wunderschön ist. Die Stimmung im Skiort ist sehr positiv. Unsere noch junge Schule ist mit 120 Schülern klein und hat einen guten Ruf. Es ist sehr familiär, auch die Klassen sind mit 15 Schülern klein, und wir bieten unglaublich viele ausserschulische Aktivitäten an.

Kommen die Schüler aus gutem Hause mit Markenklamotten und teuren Taschen in den Unterricht?
Nein, das wollen wir nicht. Es gibt deshalb eine einfache Uniform mit grauen Hosen und einem Polo-Shirt. So sind alle Schüler gleich, und es gibt keinen Wettbewerb.

Das Schulgeld beläuft sich je nach Alter auf 25'000 bis 35'000 Franken pro Jahr. Für das Frühlingssemester ihrer vier Kids sollen die Royals bis zu 64'000 Franken hinblättern. Wer kann sich das leisten?
Die Höhe der Schulgebühren kann man auf unserer Website einsehen. Das Schuldgeld liegt bei rund 30'000 Franken. Das ist nicht teuer, im Gegenteil: Wir sind eine eher günstige Schule in diesem Segment. Der Grossteil der Kinder geht länger bei uns zur Schule, weil sich ihre Familien in der Region niedergelassen haben. Es sind viele Briten, viele Familien aus skandinavischen Ländern oder den USA bei uns.

Was ist – neben dem Preis – der grösste Unterschied zu einer öffentlichen Schule im Wallis?
Es gibt mehr Aktivitäten. Skifahren im Winter, Kochkurse, Reiten oder Klettern. Der Notendruck ist tiefer, weil wir weniger benotete Prüfungen haben – vergleichbar vielleicht mit Montessori-Schulen. Wir folgen auch nicht dem Lehrplan des Kantons, sondern dem britischen GCSE. Der Unterricht findet auf Englisch und Französisch statt.


Die Schüler machen viel Wintersport. (Bild: zvg)

Gibt es Strafaufgaben, wenn Schüler zu spät kommen? Also müssen sie den Pausenhof wischen, wenn sie etwas verbocken?
Nein, es gibt höchstens ganz kleine Strafen. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges verändert. Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler von sich aus motiviert sind, neue Dinge zu lernen und sie nicht mit Strafen dazu zwingen.

Können Sie bekannte Namen nennen, die in Ihrer Schule waren oder sind?
Das kann ich nicht, aber es waren einige darunter. Wir sind noch eine junge Schule, halten aber Kontakt mit vielen Ehemaligen. Nicht wenige schaffen es an die besten Schulen der Welt. Das macht uns stolz.

Haben Sie auch wie andere Schulen mit sogenannten Helikopter-Eltern zu kämpfen, die ihre Kinder mit ihren SUV in die Schule fahren?
Nein, wir haben ein Parkverbot vor der Schule eingeführt. Viele kommen zu Fuss.


Die Schule ist in einem Chalet untergebracht. (Bild: zvg)

Welche Sicherheitsmassnahmen haben Sie, um etwa die Entführung eines Kindes zu verhindern?
Es gibt strikte Regeln, wer unsere Schule betreten darf. Gleiches gilt bezüglich der Personen, die Kinder abholen dürfen.

Wie heikel sind die Schüler des Internats beim Essen?
Wir haben ein sehr reichhaltiges Menü, gesund und ausgewogen. Selten gibts aber auch Dinge wie Fondue oder Pommes frites – man muss den Kindern auch einmal eine Freude machen. Überhaupt gehen wir mit allen Kindern gleich um – egal ob sie reiche und berühmte Eltern haben.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 14.10.2019 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da schau ...

    warum sollte das in den öffentlichen Schulen nicht auch funktionnieren: Parkverbot und Einheitsuniform.

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  • Turicum72 am 13.10.2019 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solte obligatorisch sein

    schuluniformen wären auch hier nicht falsch!

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  • Sarkasmussen am 13.10.2019 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Vorreiter

    Wir haben ja mit Kim Jong-Un schon bestens gezeigt, wie wir Schweizer richtige Staatsmänner formen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maus am 14.10.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verbier

    Verbier ist nur für sog. "reiche" Leute. Wollte vor zig Jahren in Verbier ein Hotelzimmer mieten. Der Hotelangestellte verweigerte mir dies mit der Begründung dass "ich optisch nicht nach Verbier passe". Kein Witz!

    • Lea am 14.10.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maus

      Na ja als ob man reich sein an der Optik erkennt.Ich kenne einige Leute die sehr reich sind und sich aber unauffällig kleiden.Ist dann immer interessant wie sie zuerst im Luxusladen behandelt werden und wenn sie dann etwas kaufen und mit der schwarzen Kreditkarte bezahlen...plötzlich sind dir Verkäufer dann so etwas von zuvorkommend.Eigentlich traurig.....

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  • Priska am 14.10.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehungslager??

    Ich würde mein Kind nie in ein Internat geben. Das sind alles Eltern, die ihr Kind abschieben wollen und Werte vermitteln wie, nur das beste ist gut genug! Nur Leistungsdruck, keine Freiheiten, kein zu Hause. Und wenn sie mal nach Hause kommen, gibts ne Klatsche, für die zweitbeste Note. Man kanns auch übertreiben, mit der Erziehung, besser gesagt, dem Abrichten!

  • megan am 14.10.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Im letzten Artikel hiess es die schicken ihre Kinder in die Schweiz wegen dem schweizer Bildungssystem aber ist falsch. Die Schule unterrichtet nach dem britischen System, das beste das die Welt kennt also die schicken ihre Kinder nicht in die Schweiz wegen dem Bildungssystem. Privatschulen in der Schweiz sind halt billiger als in England. Meine Privatschule in ZH kostete nur 26,000 im Jahr und unterrichtete ebenfalls nach dem britischen System. War aber kein Internat, mit Übernachtung.

  • ErichF. am 14.10.2019 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Schuluniformen

    Vor Jahren hat man die Einführung von Schuluniformen an unseren öffentlichen Schulen rege diskutiert. Fazit, die finanzielle Belastung wäre zu hoch ausgefallen, für Familien mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 6000.- netto . Da die Kinder sehr schnell der Uniform entwachsen wäre auch eine Schaffung einer Kleiderbörse nicht sehr Sinnvoll und man hätte genau wieder dass gleiche erreicht. Nur die solventen könnten ihre Kinder zweimal im Jahr mit neuen Schuluniformen ausstaffieren und der Rest trägt Second Hand.

    • Minnie Mouse am 14.10.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ErichF.

      Also an unserer internationalen Schule in den USA gab es auch eine Börse für die Schuluniformen - und sogar die Millionäre kauften dort die sehr gut erhaltenen Kleider! Es waren eher die, die für die Schule sparen mussten, die immer die neuen Kleider kauften!

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  • S.G am 14.10.2019 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese unnötige Diskussion

    Es mag zwar keine probleme geben wenn alle die gleiche Uniform haben, aber es zeigt auch das man keinerlei freie entscheidungen treffen kann, was mir einiges wichtiger ist als ein paar Kleider die sowieso nix aussagen. Dann lieber 6-7 versch. individuen die sich nicht beherrschen lassen müssen und dafür so aussehen wie alle anderen normalo Schüler. Es braucht kein extra hier extra da, seit einfach Normal, ist das so schwer?