Gleichberechtigung

16. Januar 2020 19:45; Akt: 17.01.2020 09:26 Print

«Es kann nicht jede Stadt eigene Schilder machen»

Genf kickt Männer von Verkehrsschildern – und ersetzt sie durch Lesben, Behinderte oder Frauen mit Afro-Frisuren. Das ist rechtlich heikel.

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Es ist eine Premiere: Die Stadt Genf will mit Unterstützung des Kantons für mehr «Diversität» auf den Verkehrsschildern sorgen. Stadpräsidentin Sandrine Salerno (SP) stellte am Donnerstag sechs neue Varianten für die Signalisation eines Fussgängersteifens vor: Der Mann muss etwa einer rundlichen Frau, einer Schwangeren oder einer Frau mit Afro-Look weichen. Zunächst sollen 250 der 500 Schilder ersetzt werden. Kostenpunkt: 56’000 Franken.

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Laut Salerno ist es mehr als eine Spielerei. Es gehe darum, zu zeigen, dass sich die Gesellschaft entwickle, und eine Reflexion über die Stellung der Frau im öffentlichen Raum zu starten.

Sollen andere Städte nachziehen?

Die Idee stösst auch in der deutschen Schweiz auf Zuspruch: So findet der Grüne Michael Töngi, Präsident der nationalrätlichen Verkehrskommission, das Genfer Beispiel nachahmenswert. «Andere Städte und Gemeinden sollten sich daran ein Vorbild nehmen und ebenfalls diversifizieren.» Heute sei auf fast allen Strassenschildern ein Mann zu sehen. Das sei das Gleiche wie bei der Sprache, wo es früher geheissen habe, mit der männlichen Form sei die weibliche mitgedacht. «Um Stereotype sichtbar zu machen, könnte man auch alle Männer auf den Schildern durch Frauen ersetzen.»

Anderer Meinung ist FDP-Ständerat und TCS-Vizepräsident Thierry Burkart: «Für mich ist es nicht entscheidend, ob Frauen oder Männer auf den Schildern sind. Die Schilder müssen klar und verständlich und in der ganzen Schweiz einheitlich sein.» Ein Wildwuchs bei den Strassenschildern führe zu Verwirrung auf der Strasse: «Sicherheit ist aber das höchste Gebot. Es kann daher nicht jede Stadt eigene Signale machen.» Die Strassensignalisation liege in der Kompetenz des Bundes. «Genf hat gar kein Recht, Schilder zu ändern. Will Genf andere Schilder, muss das Bundesrecht angepasst werden. Dann gelten neue Schilder aber für die ganze Schweiz.»

Fall für die Gerichte?

Das Bundesamt für Strassen (Astra) versucht seit Jahren, den Schilderwald auszudünnen. Laut Astra-Sprecher Thomas Rohrbach entsprechen die Genfer Varianten zwar nicht exakt den Vorgaben in der Verordnung des Bundes, das Signal sei aber verständlich. Es sei nicht die Aufgabe des Astra, einzuschreiten. «Die Aufsicht liegt beim Kanton.»

Weiter sagt Rohrbach: «Kommt es zu einer Klage etwa nach ein Unfall, müsse ein Gericht entscheiden, ob die Signale rechtmässig sind.» Die Verantwortung liege bei Genf. Die Aufgabe des Bundes beschränkt sich demgegenüber primär auf die Gesetzgebung. Die abschliessende Beurteilung der Angelegenheit wäre indessen Sache der zuständigen Gerichte. Das ASTRA bemühe sich bei den neueren Signalisierungen um eine möglichst geschlechtsneutrale Darstellung. Beim Signalzusätzen wie «Schlitteln», «Skifahren» oder «Velo schieben» etwa handle es sich um ein geschlechtsneutrale Piktogramme.

In Genf glaubt man, die Schilder in Eigenregie ändern zu dürfen. So sagte Regierungsrat Serge Dal Busco (CVP), das Schild dürfe verändert werden, da es sich bloss um ein Hinweisschild handle und keine Regel ausdrücke.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Landsmann am 16.01.2020 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unterfordert?

    Es wird Zeit, bei Beamten den Leistungslohn einzuführen, damit sie andere Sorgen haben.

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  • EMMM am 16.01.2020 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Vorhandene Norm

    Zu Unormales wird, und die Unormales zur Norm wird. Bin ich noch Normal, wenn ich sage das neue Schilderwald, das absolute Irrsinn und Geldverschwendung ist? Und das wir wichtigere Probleme haben, als diese Toleranz Irrsinn?

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  • Urs Brunschweiler am 16.01.2020 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veräppeln

    ... es ist doch noch gar nicht 1. April!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dudu am 17.01.2020 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schilderblödsinn

    Für einen solchen Blödsinn hat es wieder Geld genug. Wo wird das enden?

  • Papa Schlumpf am 17.01.2020 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans wie Heidi

    Ob jetz da eine Frau oder Mann drauf ist, jeder erkennt was es bedeuten soll. So eine blöde Aussage, von wegen Gefahr von nicht erkennen der Signalisation!

  • mimi am 17.01.2020 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    wenn wir mal keine anderen Sorgen haben

  • Resi am 17.01.2020 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Furchtbar

    Mich wundert bald nichts mehr. Irgendjemand hat immer Flausen im Kopf. Was das Ganze bewirken soll ist mir nicht klar. Nur gut, dass Dummheit nicht weh tut, das Geschrei wäre nicht auszuhalten.

  • marcel meuler am 17.01.2020 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    stupider gehts nicht mehr

    Das kann es aber echt nicht sein. Diese Dame sollte deren Amt so schnell wie möglich abgeben. Wer derart Geld verschleudert darf nicht über die Geldverwendung befinden. Ich habe im übrigen noch nie einen Mann in diesen Schildern gesehen. Frechheit.