Die Leser zur Dialekt-Debatte

14. Juli 2019 22:10; Akt: 15.07.2019 15:19 Print

«Sterben Dialekte aus, stirbt unsere Kultur aus»

Weil der Einfluss von Dialekten aus grösseren Schweizer Städten offenbar immer stärker wird, ist unter den Lesern von 20 Minuten eine hitzige Debatte entstanden.

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Die Voraussage der beiden Sprachwissenschaftler Adrian Leemann und Claudia Bucheli Berger, dass sich Stadtdialekte in der Schweiz künftig immer weiter ausbreiten werden und dabei gleichzeitig Dialekte, die auf dem Land gesprochen werden, verdrängen, erhitzte die Gemüter der 20-Minuten-Leser.

Die Aussicht, dass die regionale Vielfalt des Schweizerdeutschen bis ins Jahr 2060 stark abnehmen soll, liess mehr als 600 Kommentare unter dem Artikel «Bald sprichst wohl auch du Züritüütsch» eingehen.

«Wenn in der Schule respektive schon im Kindergarten auch auf Ausflügen und in der Pause Schriftsprache gesprochen werden muss, gibt es in wenigen Jahren gar keine Dialekte mehr», fürchtet sich etwa eine Leserin.

Andere wiederum bangen um traditionsreiche Ausrücke wie «Bütschgi» oder «Glungge». «Meine Eltern sind aus dem Thurgau. Den Ausdruck ‹Bütschgi› haben meine Eltern schon so gesagt und ich sagte es nie anders», meinte etwa eine Leserin und eine andere fand ebenfalls: «Bin ich froh, ein Berner Landei zu sein. Da heisst es noch ‹Glungge›, ‹ Gröibschi› und ‹Himugüegeli›.»

«‹Züridütsch› ist der schweizweit unbeliebteste Dialekt»

Vor allem die Aussicht, dass nicht nur der Zürcher Dialekt, sondern auch das Hochdeutsche laut den Sprachwissenschaftlern immer mehr an Bedeutung gewinnen wird und etwa das Wort «Glungge» trotz der weiteren Verbreitung schon bald durch das hochdeutsche «Pfütze» ersetzt werden könnte, rief bei den Lesern vor allem eines aus: Ablehnung.

Ein Leser bringt es – nachdem mehrere Hass-Tiraden auf den Zürcher Dialekt eingegangen sind – auf den Punkt: «‹Züridütsch› ist der schweizweit unbeliebteste Dialekt. Das ist alles, was man zu dem Thema wissen muss.»

«Niemand zwingt euch, einen anderen Dialekt anzunehmen»

Es gab aber auch Schlichtungsversuche, etwa von Fritz Müller, der appelliert, dass alle schön «auf dem Boden bleiben» sollten. «Niemand zwingt euch, einen anderen Dialekt anzunehmen, nicht mal die Zürcher! Fakt ist, dass die Stadt und der Kanton Zürich die meisten Einwohner der Schweiz haben und es halt viele Auswärtige hat, die dort über Jahrzehnte arbeiten und mit der Zeit ein paar Wörter in ihren Dialekt einbauen (...) Es sind nicht immer die Zürcher schuld, wenn etwas verändert wird.»

Ein weiterer Leser bekräftigt, dass er jeden Dialekt akzeptiere und die Vielfalt schön sei. Wenn jemand in Bern, Zürich oder Basel mit einem anderen Dialekt «angezündet» werde, müsse man das nicht allzu ernst nehmen. «Spass muss sein», schliesst er.

Weitere Leser-Kommentare finden Sie in der Bildstrecke.

(rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugentobler Dänu am 14.07.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Bei uns im Ämmital werden wir mit diesem Dialekt sicher nichts am Hut haben!!

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  • Landei am 14.07.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur nicht Züritütsch

    Bin ich froh berner Landei zu sein. Da heissts noch Glungge, Gröibschi und Himugüegeli.

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  • Max Lohner am 14.07.2019 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diakekte verändern sich!

    Da bin ich nicht gleicher Meinung! Ich habe Jahrgang 1945, bin im Aargau aufgewachsen! Meine Eltern sind aus den Thurgau! Denn Ausdruck Bütschgi haben meine Eltern schon so gesagt und ich sagte es nie anders! Dasckommt nicht von Zürich!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bernerin am 20.07.2019 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wahre schwizerdütsch

    alle hassen züridütsch dabei ist es der Dialekt der eher vom Hochdeutschen stammt. versteh ich nicht. und ist eigentlich das wahre schwizerdütsch

  • eurabien am 17.07.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    sicher, sicher

    unsere kultur ist schon längst gestorben. zumindest, da wo sich die kulturgäste ballen, da ist gar nichts mehr schweizerisch... übel....

    • Jean Claude Juncker am 17.07.2019 07:12 Report Diesen Beitrag melden

      Juhuu

      Die Schweizer Kultur gibt es nicht mehr? Bringt mir den Wein, was für ein Fest.

    • Ueli am 17.07.2019 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @eurabien, ach was

      Die Schweizer Kultur als eine der vielen europäischen Spielarten bleibt genauso wie die bayerische oder andere regionale Kulturen auch. Alles gut.

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  • Gruss aus Bern am 16.07.2019 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Züritüütsch ist eine Halskrankheit,

    die man erbt, kein Dialekt, dessen Verschwinden man in der "Rest-Schweiz" als Verlust empfinden würde. Und nein, wer die Ironie in dieser Feststellung sucht, wird keine finden :)

    • Zurigo am 16.07.2019 18:38 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so

      Während der Berner noch Luft holt, um mit reden anzufangen, hat der Zürcher bereits Goethes Werk Faust repliziert und analysiert.

    • Gruss aus Züri am 16.07.2019 20:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Gruss aus Bern

      Die findet man schon deshalb nicht, weil Du den Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus nicht kennst.

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  • Jean Claude Juncker am 16.07.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Abartig

    Es ist doch egal, was mit der Schweiz und dessen Kultur passiert. Viel gibt es hinter den Bergen sowieso nicht zu holen, außer Halskrankheiten. Auch beschämend wie hier auf Sprachen rumgehackt wird, weil die CHler sich minderwertig fühlen, da sie außer ihrem Bauerngeschwafel nichts können. Einbildung ist halt auch Bildung.

    • Kicherpilz am 16.07.2019 21:04 Report Diesen Beitrag melden

      Trolololololoooo

      Trollus Internettus am Werk. bring einer etwas Sonne, dann wird das Ding zu Stein.

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  • Constantin Clickbait am 16.07.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Unerklärlich

    Es ist echt awkward und strange, warum disappearen so viele nice Words aus unserer coolen Language, finde ich überhaupt nicht easy! Und nun entschuldigt mich bitte, ich muss mich um mein Insta-Profil kümmern.