Verbier VS

17. Januar 2018 14:03; Akt: 17.01.2018 22:20 Print

Schneesturm schüttelt Skifahrer in Gondeln durch

Das Wetter bleibt ungemütlich: stürmisch, regnerisch und teilweise begleitet von Schneefall.

Schneesturm in Verbier VS: Skifahrer sitzen in Gondeln fest. (Video: Leserreporter)
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Das Sturmtief «Evi» ist am Mittwoch durch die Schweiz gefegt. Am Skilift Verbier - Les Ruinettes im Kanton Wallis blieben die Gondeln stehen, weil der Schneesturm derart stark wütete. Einige Skifahrer waren zwischenzeitlich in den Gondeln gefangen, wie ein Leserreporter berichtete.

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Das für die Technik zuständige Unternehmen Téléverbier bestätigt den Vorfall. Man habe gewartet, bis sich die Windböen beruhigt haben und dann die Fahrt fortgesetzt. «Es bestand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, dass die Gondeln abreissen könnten», so ein Sprecher.

Wintersturm Evi zieht über die Schweiz

Kurze Entspannung

«Evi» sei im Laufe des Mittwochs in Richtung Osten abgezogen, teilte eine Sprecherin von MeteoSchweiz am Mittwoch auf Anfrage mit. Doch die Entspannung ist kurz: Das nächste Sturmtief mit Namen «Friederike» folgt schon am (morgigen) Donnerstag.

In der Nacht auf Freitag werde dieser Sturm seine volle Stärke erreichen. «Wir erwarten ähnliche Windgeschwindigkeiten wie bei 'Evi'», sagte die Sprecherin. Bis Freitagnachmittag gelte deshalb noch die dritthöchste Windwarnstufe. Ausserdem seien Neuschneemengen von 20 bis 50 Zentimetern möglich.

«Evi» wirft Dach auf Bahngleis

Am Mittwoch erreichte der Sturm laut Meteonews die Rekordwindgeschwindigkeit von 195 Stundenkilometern auf dem Gornergrat. An exponierten Zugstrecken reichten auch schon sanftere Windstösse aus, um Verkehrswege zu unterbrechen.

Zum Beispiel blockierte in Oensingen SO ein weggewehtes Hausdach ein SBB-Gleis. Strommasten und die Stromleitung wurden dabei beschädigt. Die Bahnlinie Solothurn-Olten war für unbestimmte Zeit unterbrochen und Züge müssten über die Neubaustrecke umgeleitet werden.

Ein Föhnsturm sorgte auf der Strecke von Visp VS nach Täsch für einen Streckenunterbruch - es verkehrten Bahnersatzbusse. Zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch im Berner Oberland war der Bahnverkehr wegen starker Schneefälle unterbrochen. Aus dem gleichen Grund fuhr auch über den Oberalppass kein Zug.

Lawinengefahr

Der Autoverlad am Furka musste ebenfalls eingestellt werden, da zwischen Oberwald und Realp die Bahn ausfiel. Als Grund gab die Matterhorn-Gotthard-Bahn erhöhte Lawinengefahr an.

Im Westen und Norden herrsche verbreitet eine «grosse Lawinengefahr», teilte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) mit. Durch Neuschnee und Sturm seien grosse Triebschneeansammlungen entstanden. In einigen Gebieten vom Wallis bis nach Graubünden gelte die zweithöchste Gefahrenstufe.

Radio ausgefallen

Die Zürcher Stadtpolizei musste am Mittwochmittag wegen Sturm «Evi» rund ein Dutzend Mal ausrücken. Windböen liessen Äste herunterstürzen, und Schneeglätte führte zu mehreren Verkehrsunfällen. Verletzt wurde aber niemand, wie die Stadtpolizei mitteilte.

«Evi» machte auch Radiohörern einen Strich durch die Rechnung. Ein Sendemast auf dem Niederhorn sei so stark beschädigt worden, dass in weiten Teilen des Berner Oberlands und in den Gemeinden des Freiburger Sensebezirkes die SRF-Radioprogramme nicht zu empfangen gewesen seien, teilte der Sender am Mittwoch mit. Wegen der starken Windböen sei es zudem für die Techniker unmöglich gewesen, auf den Mast zu steigen und den Schaden zu beheben.

(nxp/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maetsches am 15.01.2018 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berbahnen Pizol

    Könnte bitte jemand den Bergbahnen Pizol persönlich bescheid geben, dass Wind aufzieht, nicht dass sie wieder aus heiterem Himmel erwischt werden

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  • Heidi am 15.01.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruppiges evi

    Wir werden sehen wie ruppig das evi sein wird hoffe nicht zu sehr es hat schon genug schäden im wald

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  • De La Nuit am 16.01.2018 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Ball flach halten

    Auch wenn ihr Witze darüber macht, würde ich die Warnung ernst nehmen. Wer Lothar hautnah erlebt hat - weiss was alles zerstört werden kann. Darum den Ball flach halten und keine grossen Sprüche klopfen. Bei einem Sturm ist Vorsicht geboten - lieber etwas Übervorsichtig sein, als wenn noch etwas passiert. Menschenleben kann man leider nicht zusammenkleben oder reparieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Blue Angel am 22.01.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert

    Verantwortungslos, wer Bahnen bei solchem Wetter fahren lässt.

  • Oma am 19.01.2018 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut fahrlässig

    Warum lässt man die Gondeln bei allem Wissen über das Wetter überhaupt laufen? Warum steigen die Skifahrer da überhaupt ein? Dies für beide Seiten absolut fahrlässig. Und die lieben Retter müssen sich dann für diese Leute wieder in Gefahr geben. Was studieren eigentlich solche Leute?

  • D. Paul am 19.01.2018 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Irrsinn

    Gondeln im Sturm fahren lassen, Irrsinn. Das zeigt mal wieder, wie für Geld fahrlässig mit dem Leben der Gäste umgegangen wird.

  • wild am 18.01.2018 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich

    Verantwortungslos das man die Lifte nicht abstellt. Solche sollte man Büssen und das nur wegen ein par Franken.

  • maboro am 18.01.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Appell an Eigenverantwortung

    Unverantwortlich, die Bahnbetreiber sollten vernünftiger sein als die Skifahrer! Bei solchen Wetterbedingungen bleiben die Bahnen stehen, es wird rechtzeitig informiert! Bei Rettungsaktionen müssen sich Menschen selber in Gefahr bringen und das ist nicht richtig! Natürlich ist jeder für sich selber verantwortlich, aber in gewissen Situationen sollte Leben vor Geld stehen!