Knall bei Swiss-Flug

17. September 2019 18:10; Akt: 17.09.2019 18:44 Print

«Fällt ein Triebwerk aus, wird es enger»

Ein Flugzeug der Swiss sprühte am Montag auf dem Weg nach London Funken. Ein Experte erklärt, wie man sich als Pilot und Passagier richtig verhält.

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Ein Flug von Genf nach London musste am Montagabend wieder zum Startflughafen zurückkehren. Schuld daran war ein Schaden am Triebwerk, wie die Swiss auf Anfrage mitteilte. Laut einem Leser-Reporter gab es einen lauten Knall. Danach sprühten Funken. Der ehemalige Pilot Olav Brunner erzählt, wie gefährlich ein Triebwerkausfall ist.


«Fällt ein Triebwerk aus, verliert man 50 Prozent Leistung»

Herr Brunner, Sie waren selbst jahrelang Pilot. Haben Sie je einen Triebwerkdefekt erlebt?
Nein, zum Glück noch nie. Einmal mussten wir ein Triebwerk reduzieren, das verlief aber glimpflich.

Wenn man ein Triebwerk reduzieren oder abschalten muss, was geht einem dann durch den Kopf?
Sofort fragt man sich: «Können wir den Zielflughafen noch erreichen oder müssen wir Notlanden?» Glücklicherweise war ich damals im Jumbo unterwegs, dieser hat vier Triebwerke. Daher konnten wir den Flug fortsetzen und die Arbeiten am Boden durchführen.

Wie sieht es beim A220 aus?
Der A220 ist ein zweimotoriger Flugzeugtyp. Wenn ein Triebwerk ausfällt, verliert man 50 Prozent der Leistung. Da kann es schon enger werden.

Wie gefährlich ist das? Und wie reagiert man in so einem Fall?
Piloten lernen mehrmals jährlich im Simulator den Ernstfall kennen und können entsprechend reagieren. Sollte ein Ernstfall eintreten, gibt es glücklicherweise innerhalb Europas im Schnitt alle zehn Minuten eine Landemöglichkeit.

Was kann bei einem Triebwerkausfall passieren?
Es kommt auf den Schaden an. Wenn ein Triebwerk zu brennen beginnt, kann man manuell das Ventil schliessen und die Kerosinzufuhr stoppen. Zudem verfügt jedes Triebwerk über einen Feuerlöschmechanismus. Alle Flugzeuge sind glücklicherweise so gebaut, dass sie auch mit einem Motor noch sicher landen können. Anders sieht es aus, wenn alle Triebwerke ausfallen. Dann hilft nur noch eine sofortige Notlandung, wie sie Kapitän Sullenberger auf dem Hudson-River erfolgreich durchgeführt hat.

Was muss man als Passagier beachten?
Man sollte nicht in Panik geraten. Es ist die Aufgabe der Crew, die Passagiere über den Defekt aufzuklären und ihnen zu sagen, dass man auch mit einem Triebwerk noch sicher landen kann. Kommunikation ist sehr wichtig, um eine Panik zu verhindern.

Olav Brunner ist ehemaliger Swissair-Pilot und Aviatik-Experte und arbeitet heute als Journalist.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pete am 17.09.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisserischer Titel...

    Hört bitte auf mit dieser boulevardmässigen Schlagzeilenmache! Mit einem Triebwerk zu laden ist keine Notlandung und zigfach von der Crew geübt. Würde die Crew nichts sagen, kein Passagier würde es überhaupt bemerken!

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  • Andreas am 17.09.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel irreführend

    Zwischen enger und eng gibt es einen Unterschied, der Titel entspricht nicht der Aussage des Experten.

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  • Dk10 am 17.09.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Take it easy

    Das ist nicht wirklich gefährlich, wie er sagt es wird mehrmals geübt, es gab auch schon seltene fälle wo beide triebwerke den geist aufgebeben haben. Dann geht es im gleitflug zum flughafen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pastispast am 18.09.2019 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experte? Wo?

    Würde mich freuen, wenn man nicht pensionierte aus der guten alten zeit als experten nutzen würde. Sorry aber jumbo fliegen in der swissair zeit und diese dann in der gegenwart kommentieren lassen, das sind welten... könnt auch MSDOS Programmierer ueber aktuelle Software Entwicklung diskutieren lassen...

  • Techniker aus Kloten am 18.09.2019 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss es kennen

    Es ist das TL-6 Pt 321 Triebwerk. Bei der Brennstoffzufuhr-Leitung gibt es eine flache Flanschverbindung mit einem Schneidring, welche gerne bricht. Bei dem TL-6 Pt 320, wurde dies früher konisch gelöst...

  • OC am 18.09.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bombi Mist

    Sind das nicht die Bombardier Flieger? Also wie auf der Schiene absoluter Schrott!

    • Alex Ackermann am 18.09.2019 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      selber Schuld wer Bombardier wählt

      ja das sind die Bombardier Flieger einfach umbenannt auf Airbus A. Nur Schrott wie die SBB Züge und warten wir es ab wie es bei den VBZ Trams aussieht wenn sie dann mal geliefert werden

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  • Andy am 18.09.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ein explodierendes Triebwerk

    ist also völlig harmlos, so quasi normal? Wie uns die "Experten" verklickern wollen...

  • Cyberdan am 18.09.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweites Triebwerk

    Ich dachte das zweite Triebwerk sei nur Dekoration