Gleichstellung

25. August 2018 21:44; Akt: 25.08.2018 21:44 Print

Verschickt der Bund bald feministische Hashtags?

von B. Zanni - Nach Schwedens Vorbild wollen linke Politiker mit einem feministischen Handbuch nachziehen. Bürgerliche warnen vor Moralismus.

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Am Donnerstag veröffentlichte Schweden als Vorzeigenation für Gleichstellung ein Handbuch für feministische Aussenpolitik. Das schwedische Aussenministerium unter Aussenministerin Margot Wallström will überprüfen, ob Veranstalter, Delegationen und Verhandlungsteams Frauen und Mädchen fördern. Linke Schweizer Politiker fordern, dass auch unser Land mit einem solchen Handbuch nachzieht. Sibel Arslan, Nationalrätin der Grünen, sagt, sie prüfe einen entsprechenden Vorstoss: «Ein Handbuch würde dazu beitragen, dass wir von der Problemdefinition zu konkreten Massnahmen übergehen.» Sie fände es toll, wenn auch die Schweizer Aussenpolitik mit Hashtags auf die Frauenrechte aufmerksam machen würde. SP-Nationalrat Cédric Wermuth unterstützt Arslans Ansinnen: «Was Gleichstellung und Frauenrechte angeht, ist die Schweiz enorm im Rückstand.» Die Schweiz stelle ihren wirtschaftlichen Erfolg in vielen Bereichen über die Menschen- und Frauenrechte. Bürgerliche Aussenpolitiker überzeugt die Idee eines solchen Handbuchs nicht. «Darin sehe ich nicht mehr als eine Alibiübung, die kaum jemand lesen wird», sagt FDP-Nationalrat Walter Müller. Gleichberechtigung müsse im Alltag gelebt werden, bei Fehlentwicklungen müsse man sofort reagieren. SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel sagt: «Ich hoffe, dass wir nicht ins Fahrwasser der Moralisten kommen. Ein solches Handbuch wäre eine Katastrophe.» Brüste sich ein Staat mit seiner Politik, komme dies in anderen Ländern nicht gut an. Zudem wirke sich dies auf die Frauenrechte kontraproduktiv aus.

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Schweden ist seit 2014 das erste Land, das offiziell eine feministische Politik verfolgt. Am Donnerstag bekräftigte die Vorzeigenation für Gleichstellung dies mit der Veröffentlichung eines Handbuchs für feministische Aussenpolitik. Es soll anderen Staaten oder NGOs als Hilfsmittel zugunsten der Gleichstellung und der Grundrechte aller Frauen und Mädchen dienen. Im Zentrum steht ein rund 100 Seiten langer Leitfaden mit Schwedens Methoden und Erfahrungen zum Thema Gleichberechtigung.

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Soll der Bund ein Handbuch für feministische Aussenpolitik einführen?

Auch die schwedische Aussenpolitik soll sich nach feministischen Grundsätzen richten. Etwa überprüft das schwedische Aussenministerium, ob Veranstalter, Delegationen und Verhandlungsteams Frauen und Mädchen fördern. Als erfolgreich erwiesen hätten sich zudem Hashtags und Social-Media-Beiträge des Aussenministeriums, die auf die Gleichstellung aufmerksam machen, wie es im Handbuch heisst. #Morewomenmorepeace etwa hatte das Ziel, die Rolle der Frauen in der Friedensförderung und in Friedensverhandlungen zu stärken. Zudem setzt sich Schweden in Form von internationalen Engagements für Frauenrechte und Gleichstellung ein. Unter anderem hat die feministische Aussenpolitik laut dem Handbuch dazu beigetragen, dass in Bolivien für Frauen mit wenig Mitteln über 500 Jobs geschaffen worden sind.

«Frauenrechte werden der Wirtschaft untergeordnet»

Linke Politiker fordern, dass auch die Schweiz mit einem solchen Handbuch nachzieht. Sibel Arslan, Nationalrätin der Grünen, sagt, sie prüfe einen entsprechenden Vorstoss. «Ein Handbuch würde dazu beitragen, dass wir von der Problemdefinition zu konkreten Massnahmen übergehen», sagt Arslan. Sie fände es toll, wenn auch die Schweizer Aussenpolitik mit Hashtags auf die Frauenrechte aufmerksam machen würde. «In der Aussenpolitik und in der Aussenwirtschaftspolitik hinken wir bei der Gleichstellung ziemlich nach.»

Laut Arslan sind beim Kriegsmaterialexport oft Frauen betroffen, Guidelines oder Strategien fehlen jedoch. Auch kritisiert sie, dass Bundesrat, Parlament und viele Gremien oft von Männern geprägt sind. «Ein Handbuch würde Männer, die oft gar nicht aus bösem Willen Gleichstellungsfragen ausklammern, für diese Themen sensibilisieren.» SP-Nationalrat Cédric Wermuth unterstützt dieses Ansinnen: «Was Gleichstellung und Frauenrechte angeht, ist die Schweiz enorm im Rückstand.» Die Schweiz stelle ihren wirtschaftlichen Erfolg in vielen Bereichen über die Menschen- und die Frauenrechte. «Mit Kriegsmaterialexporten und internationalen Freihandelsabkommen unterstützen wir Länder, in denen Frauen unterdrückt werden.» Mit einem Handbuch für feministische Aussenpolitik würde der Bund in Zeichen setzen, dass ihm die Frauenrechte nicht egal seien.

«Handbuch wäre eine Katastrophe»

Bürgerliche Aussenpolitiker überzeugt die Idee eines solchen Handbuchs nicht. «Darin sehe ich nicht mehr als eine Alibiübung, die kaum jemand lesen wird», sagt FDP-Nationalrat Walter Müller. Gleichberechtigung müsse man im Alltag leben und bei Fehlentwicklungen sofort reagieren. «Viel Potenzial sehe ich, wenn es um die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen geht.» Dort würden Frauen nicht immer respektvoll behandelt.

SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel sagt: «Ich hoffe, dass wir nicht ins Fahrwasser der Moralisten kommen. Ein solches Handbuch wäre eine Katastrophe.» Brüste sich ein Staat mit seiner Politik, komme dies in anderen Ländern nicht gut an. Zudem wirke sich dies auf die Frauenrechte kontraproduktiv aus: «Es besteht die Gefahr von Quotenfrauen.» Laut Büchel wäre dies ein Rückschritt. «Bei uns setzen sich Frauen zum Glück wegen der Qualität durch – und nicht auf Befehl der Obrigkeiten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 25.08.2018 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag Männer

    Als intelligente und selbstbewusste Frau brauche ich weder Moralistinnen, Feministinnen oder Genderistinnen, die angeblich in meinem Namen quatschen. Ich gehe meinen Weg selbstständig und komme mit der Mehrheit der Männer sehr gut aus.

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  • Vincent am 25.08.2018 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Vater von zwei Buben

    Mir reichts langsam... Feminismus hat selten Gleichstellung als Ziel, sondern systematische Bevorzugung von Frauen. Warum wird nur darauf geachtet, dass Frauen und Mädchen gefördert werden? Warum kann man nicht einfach alle ohne Unterschied ob Mann oder Frau fördern? An der Universität, wo ich arbeite, gibt es unzählige Förderprogramme für Schülerinnen, aber nichts Äquivalentes für Schüler. Wo ist die Gleichstellung?

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  • Tobi* am 25.08.2018 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch mal auf

    Jetzt wirds langsam zu bunt diese Ganze Sache.. man kann es auch übertreiben... weil 7% der Männer blöd tun sollen es die anderen 93 % büssen ???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau Schweizer am 26.08.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorgen!

    Schweden sollte sich um dringlichere Probleme kümmern. Genug davon haben sie ja... Wenn sie diese nicht ganz schnell lösen können, dann werden ihre Frauen erst noch erfahren was wirkliche Frauenprobleme sind.... Die CH tut gut daran, wenn sie jetzt schon Vorsorge. Ganz sicher aber nicht mit feministischen Hastags!

  • Maskuliner Maskuliner am 26.08.2018 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feminismus

    Mein Grossvater hat immer gesagt: Wer redet wie ein Mann, kriegt auch Schläge wie ein Mann.

  • Menschin am 26.08.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Feminismus ist die schlimmste Form von Sexismus überhaupt!

  • Peter Sozial am 26.08.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdulden

    Männer werden rassistisch torpetiert, weil Sie das so erdulden, aber auch toleranter sind. Sie haben es nicht nötig.

  • Thesy am 26.08.2018 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Auf Frauenrechte pochen, andere beleren und 100.000 ende Frauenverachtende Schutzsuchende mit offenen Armen empfangen. Diese Logik soll eine Frau verstehen. Die riesige Kriminalität in Göteborg oder Malmöö sollten eigentlich wichtiger sein.