Bekannt aus «Fohrler Live»

26. April 2019 17:04; Akt: 26.04.2019 17:05 Print

Kokain und illegale Waffen – Nadir muss vor Gericht

von S. Strittmatter - Seit letztem Sommer sitzt der frühere TV3-Kultgast «Fettli»-Nadir (33) in Untersuchungshaft. Im Mai muss der Afghane vor den Richter.

2001 wurde der 15-jährige Nadir mit seinen Aussagen in der TV3-Talkshow «Fohrler live» bekannt. (Video: 20 Minuten)
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Nadir R.*, der 2001 als damals 15-Jähriger auf TV3 mit seinen «Fettli»-Sprüchen Kultstatus erlangte, muss sich in wenigen Wochen vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Die Verhandlung für den 33-jährigen Afghanen ist auf den 22. Mai angesetzt.

Nadir sass seit vergangenem Sommer in Untersuchungshaft. Was ihm vorgeworfen wurde, war bislang nicht bekannt – auch Nadir wollte sich nicht dazu äussern, als er 20 Minuten im Winter aus dem Gefängnis anrief. Die Anklagepunkte bringen nun Licht ins Dunkel:

• Lagerung von und Kleinhandel mit Kokain
• Rechtswidrige Einreise und rechtswidriger Aufenthalt in der Schweiz
• Besitz verbotener Waffen

Nadir war illegal in der Schweiz

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat das Verfahren im März abgeschlossen und Anklage gegen Nadir R. erhoben. 20 Minuten weiss, dass der Afghane weiterhin in Haft ist. Möglicherweise wird vor der Verhandlung ein Fluchtrisiko befürchtet.

Klar ist: Nadir hätte gar nicht mehr in der Schweiz sein dürfen. Wie Tobias Christen vom Migrationsamt des Kantons Zürich bestätigt, verfügt «die betreffende Person über kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz».

«Fettli»-Nadir war in Drogen- und Waffenbesitz

Straftaten und Gefängnisstrafen

Nadir war 1996 in die Schweiz gekommen. Nach seinem Auftritt in der Talkshow «Fohrler live» auf TV3 im Jahr 2001 war es ruhig um ihn geworden. Erst im vergangenen Sommer kam der Afghane wieder in den Fokus der Öffentlichkeit, weil er dem «Blick» ein Interview über sein von Straftaten und Gefängnisstrafen geprägtes Leben gewährt hatte. Laut eigenen Angaben sass er seit seinem TV-Auftritt insgesamt zehn Jahre lang im Gefängnis.

Nadir hat eine zweieinhalbjährige Tochter in der Schweiz. Deren Mutter sagte bereits im August zu 20 Minuten, Nadir habe die Aufenthaltsbewilligung schon 2015 verloren. Weshalb, wollte sie nicht sagen. Es gehe aber um «mehr als einen Kaugummi-Klau». Nach der erneuten Verhaftung befürchtete sie, dass der Vater seine Tochter definitiv nicht mehr werde sehen können.

Nadirs Rechtsanwalt Alfred Haltiner wollte die Anklagevorwürfe nach Rücksprache mit seinem Mandanten vor der Verhandlung nicht kommentieren.

* Name der Redaktion bekannt