Kettensägen-Angreifer vor Gericht

01. Juli 2019 21:55; Akt: 01.07.2019 21:55 Print

«Franz W. wollte niemanden umbringen»

Franz W. (53) lief Ende Juli 2017 mit einer Kettensäge in eine CSS-Filiale und verletzte zwei Personen. W. steht deswegen bald vor Gericht.

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Unterwegs in Schaffhausen: Dieses Foto zeigt Franz W. unmittelbar vor der Tat. Peter Sticher (l.), Erster Staatsanwalt, und Maj Ravi Landolt, Kantonaler Stv. und Leiter Sicherheitspolizei, sprachen am Mittwoch, 26. Juli 2017, an der Pressekonferenz der Polizei Schaffhausen. Vor der Verhaftung von Franz W. hatte die Polizei das Bürogebäude in der Schaffhauser Vorstadt bewacht, in dem der Angriff stattgefunden hatte. (24. Juli 2017) Ein Polizeiwagen war vor dem Gebäude stationiert. Auch Einsätze im Kanton Thurgau: In Schlatt nahe der Grenze zu den Kantonen Zürich und Schaffhausen seien sechs Polizeiautos ausgerückt, berichtete eine Augenzeugin. (25. Juli 2017) Die Kantonspolizei Thurgau bestätigte den Einsatz. Umgebung von Schaffhausen: Beamte der Kantonspolizei Zürich machten sich für den Einsatz bereit. Ein Helikopter kreiste über dem Einsatzgebiet. Auch mit Spürhunden wurde nach Franz W. gesucht. So etwa in Uhwiesen ZH. Die Fahndung wurde bei strömendem Regen fortgesetzt. Hier hatte der Angreifer offenbar zuletzt gelebt: Einsatzkräfte suchten den Wald in Uhwiesen ZH nach dem mutmasslichen Täter ab. (24. Juli 2017) Einsatzkräfte schleppten den Wagen von Franz W. ab. Die Polizei war teilweise schwer bewaffnet und mit Schutzwesten ausgerüstet. Die Kontrollschilder des Wagens hatte die Polizei entfernt und eine Mitteilung auf der Frontscheibe hinterlassen: «Bitte dringend um Rückruf». Gezielter Angriff auf eine Krankenkasse: Polizist überwachte abgesperrtes Areal in Schaffhausen. Das Gebiet wurde grossräumig abgesperrt, Läden und Häuser wurden evakuiert. Der Täter hatte Mitarbeiter der CSS-Krankenkasse angegriffen: Polizisten tragen eine Absperrung in der Schaffhauser Altstadt. Mitglieder einer Sondereinheit der Polizei im Einsatz in der Vorstadt in Schaffhausen. Während der Suche nach dem Mann befand sich Schaffhausen im Ausnahmezustand. Schwer bewaffnete Polizisten riegelten die Altstadt ab. Der Täter hat mehrere Menschen mit einer Motorsäge angegriffen. Mediensprecherin Cindy Beer informierte Medienschaffende vor Ort. Die Polizei hatte die Altstadt von Schaffhausen grossräumig abgeriegelt. Polizisten hatten einen Mann überwältigt, bei dem es sich aber nicht um den Täter handelte. Der Angriff erfolgte in einem Büro der Krankenversicherung CSS in der Vorstadt. Laut einem Leser-Reporter waren drei Polizei- und ein Sanitätswagen in der Nähe des Tatorts. Augenzeugen sagten, die Einsatzkräfte hätten eine Person auf einer Bahre weggetragen: Polizei- und Krankenwagen. Die Polizei hatte Teile der Altstadt abgesperrt. Die Behörden sprachen von einer Sonderlage. Polizisten bewachten die Absperrungen. Fünf Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer: Die Rega hatte zwei Helikopter im Einsatz.

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Mit einer Kettensäge ausgerüstet ging Franz W.* Ende Juli 2017 in die Schaffhauser Filiale der CSS-Versicherung und verletzte zwei Mitarbeiter schwer. Drei weitere Personen wurden leicht verletzt. Während der Suche nach dem Mann befand sich Schaffhausen im Ausnahmezustand.

Zwei Tage später konnte der Mann von der Kantonspolizei Zürich in Thalwil verhaftet werden. Nun kommt der Fall vor das Schaffhauser Kantonsgericht, wie sein Anwalt Thomas Fingerhuth auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt. «Ich habe die Einladung erhalten. Die Verhandlung findet voraussichtlich am 11. September statt.»

Laut Fingerhuth geht es W. besser: «Nachdem er relativ lange in der Hochsicherheitsabteilung der psychiatrischen Klinik Rheinau war, befindet er sich nun in einer normalen Abteilung.»

W. will ein normales Leben führen

Weiter erklärt der Anwalt, dass das psychiatrische Gutachten eine vollständige Schuldunfähigkeit von W. zum Tatzeitpunkt festgestellt hat. «Es wird keine Strafe geben, sondern eine Massnahme.» Fingerhuth stellt klar: «Herr W. wollte niemanden umbringen. Nachdem er jahrelang mit der CSS über Leistungen gestritten hatte, wurde es ihm einfach zu viel, und er wusste sich nicht mehr anders zu helfen.»

Für die Zukunft wünsche sich W., dass er «im Alltag wieder Tritt fassen und ein normales Leben führen kann».

*Name der Redaktion bekannt

(qll)