Gefährliches Fleisch

27. Oktober 2015 13:24; Akt: 27.10.2015 13:30 Print

«Früchte statt Cervelat für die Schulreise»

Fleischkonsum fördert Krebs, warnt die WHO. Die Krebsliga fühlt sich bestätigt. Proviande hingegen sieht keinen direkten Zusammenhang.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind zum Schluss gekommen, dass rotes Fleisch sowie verarbeitete Fleischerzeugnisse wie etwa Schinken oder Würste krebserregend sind. Auch Trockenfleisch, Dosenfleisch und Saucen auf fleischlicher Basis wurden als karzinogen eingestuft.

Besonders bei der Verarbeitung, beim Kochen sowie beim Braten von Fleisch entstünden Stoffe, die Darm- und Magenkrebs förderten.

«Grösseres Darmkrebs-Risiko»

Die Krebsliga Schweiz sieht sich durch die WHO bestärkt, «denn bei Menschen, die viel rotes oder verarbeitetes Fleisch konsumieren, ist das Darmkrebs-Risiko grösser», sagt Flavia Nicolai, Leiterin der Medienstelle. Die Krebsliga empfiehlt daher, rotes Fleisch nur mit Mass zu geniessen und auf Wurstwaren möglichst zu verzichten.

Dafür brauche es aber ein Umdenken bei manchen Lebensgewohnheiten: «Eltern würden Kindern statt eines Cervelats besser Früchte oder Gemüse für die Schulreise mitgeben.» Weiter sei heute Schinken im Sandwich für viele unverzichtbar, dabei seien auch Käse, Peperoni oder Quark leckere Einlagen. Nicolai hofft auf eine Veränderung: «Die Einstufung der WHO hilft sicher, dieses Umdenken voranzutreiben.»

Fleischindustrie bezweifelt Zusammenhang

Proviande-Sprecher Marcel Portmann glaubt nur bedingt daran, dass der Fleischkonsum tatsächlich verantwortlich für Krebs ist: «Einen Kausalzusammenhang konnten Forscher noch nicht feststellen.» Ausserdem kämen noch weitere Faktoren dazu: Wer täglich Würste esse, dürfte auch sonst eher ein ungesundes Leben führen.

Falls tatsächlich ein direkter Zusammenhang nachgewiesen werde, müsse man aber handeln: «Es ist nicht auszuschliessen, dass der Bund Warnhinweise auf Fleisch drucken lassen könnte, wie es in anderen Ländern bei fett- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln getan wird.» Dass wegen der Einschätzung der WHO die Schweizer Bevölkerung weniger Fleisch essen werde, glaubt Portmann nicht: «Die meisten ernähren sich sowieso bereits heute ausgewogen.»

Eine Frage der Menge

Auch Ronny Hornecker, Inhaber der Metzgerei Hornecker in Zürich, ist nicht alarmiert: «Unsere Branche wird immer wieder, besonders vor Festtagen, von solchen angeblich schlechten Nachrichten gebeutelt.» Dabei müsse man lediglich darauf achten, dass die Ernährung in einem gesunden Gleichgewicht stehe: «Alles, was nicht in Massen konsumiert wird, ist ungesund – egal ob Fleisch, Gemüse oder Käse.»

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen überrascht die Aussage der WHO ebenfalls nicht. Die Eidgenössische Ernährungskommission sei zu einem ähnlichen Schluss gekommen: «Es ist einfach eine Frage der Menge, Fleisch hat auch viele positive Eigenschaften.»

(PHI)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi am 26.10.2015 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    viele Wurst- und Schinken-

    Liebhaber werden alt, manche Vegis sterben jung. Man sollte einfach auf sein Bauchgefühl achten und das essen, wonach einem ist, denn das bekommt einem auch meistens gut. Aber immerhin ein netter Versuch die Menschen vom Fleisch wegzubringen - nebenbei, der Mensch ist ein Omnivor, was unschwer an seinem Gebiss erkennbar ist.

    einklappen einklappen
  • Morris am 26.10.2015 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre eine kürzere Liste

    Was ist denn laut der WHO nicht gesundheitsgefährdend?

    einklappen einklappen
  • Sheldon am 26.10.2015 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wie es ist

    Es ist ganz einfach: Die Dosis macht das Gift und nichts anderes. Wer täglich konsumiert, wird wahrscheinlich eher in Frage kommen als jemand der im allgemeinen Essen bewusst zu sich nimmt. Früher gabs auch nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller. Heute scheint es Standard zu sein, man sollte halt abwägen, die Vielfalt an Lebensmitteln ist gross genug. Die Frage ist lediglich ob wir bereit dazu sind unser Essengewohnheiten anzupassen. Und was ist nach heutigen wissen nicht schädlich? ständig neue Erkenntnisse und und und. Wenns nach den Studien gehen würde dürften wir sowiso nichts mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter R am 28.10.2015 02:11 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist eigentlich nicht ungesund?

    Wenn man alles auf dieselbe Liste setzen würde was alles ungesund sein soll gemäss dieser WHO und diesen Gesundheitsaposteln, die mit immer neuen «Studien» herausfinden wollen, was alles ungesund ist, wäre so ziemlich alles, was essbar ist auch ungesund. Es bleibt uns also nicht viel anderes übrig, als nichts mehr zu essen und zu verhungern, aber das wenigstens gesund.

  • G. L. am 27.10.2015 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Achtung! Essen ist Lebensgefährlich! Leben auch! Nimmt mich nur wunder wie langefür solchen Schwachsinn noch bezahlt wird

  • Buffi am 27.10.2015 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angstmacherei

    hört bitte damit auf den leuten angst zu machen. erst diese sache mit dem gluten jetzt auch noch das mit dem fleisch... danke für die aufklärung aber ich werde meine steaks auch weiterhin blutig essen

  • Impa am 27.10.2015 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer die gleiche Leier

    Ja, eigentlich dürften wie am besten nix mehr essen. Früchte und Gemüse soll man ha auch aufpassen weill gespritzt sind. Käse ist ein Milchprodukt, die soll man ja vermeiden. Anstelle immer wider zu allem zu sagen was man nicht essen sollte und das ist besser, obwohl über das vor kurzem auch geschrieben wurde das es Ungesund ist. Solltet ihr lieber mal schreiben, was man ohne Bedenken essen kann. Nämlich nix, alles ist im übertrieben Mass ungesund.

  • clau68 am 27.10.2015 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pestizide

    jaja viel Obst und Gemüse essen. Bei den Pestizitrückständen heutzutage. Das ich nicht lache.