Leser-Reaktionen

26. Juni 2015 14:09; Akt: 26.06.2015 14:26 Print

«Für den Mittelstand brauchts eine 3. Klasse»

Schweizer Zugreisende zahlen ab 2017 für ihre Billette deutlich mehr – nicht zum ersten Mal. In den letzten 20 Jahren hat sich der Preis fürs GA fast verdoppelt.

storybild

Einmal mehr müssen die Zugpassagiere für Billette tiefer in die Taschen greifen. Das stösst auf Unverständnis. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Pendler dürfte die Nachricht kaum erfreut haben: Der Bund hat am Mittwoch beschlossen, den Bahnunternehmen ab 2017 zusätzliche 100 Millionen Franken für die Finanzierung des Trassenunterhalts bereitzustellen. Diesen Betrag können sie teilweise auf die Kunden abwälzen. Mit anderen Worten: Die Zugpreise werden wieder höher. In den vergangenen 20 Jahren mussten Bahnfahrende immer tiefer in die Taschen greifen. Das zeigt der Vergleich der Ticketpreise:



Preisangaben in Franken für 2. Klasse

«Die SBB müssen die Preise erhöhen»

Dass Zugreisende einmal mehr in die Tasche greifen müssen, stösst bei ÖV-Vereinen auf Kritik. Preisüberwacher Stefan Meierhans betont jedoch auch, dass das Volk mit der Annahme der Bahnvorlage Fabi auch einer Preiserhöhung zugestimmt hat. Trotzdem zeigen viele 20-Minuten-Leser wenig Verständnis. «Das kann doch einfach nicht so weitergehen. Als einfacher Verkäufer kann ich mir den Zug bald nicht mehr leisten», schreibt etwa Leser Dennis. «3. Klasse einführen für den Mittelstand. Denn dieser kann sich mehr und mehr diese SBB-Preise nicht mehr leisten», findet Leser Dani. Leser Adi wiederum beklagt sich: «Alle Jahre wieder kommt die Erhöhung der Krankenkasse, SBB, ÖV allgemein, Steuern, Mieten, Lebensmittel, etc. Nur die Löhne bleiben gleich oder werden weniger.»

Trotzdem sind sich auch einige Leser bewusst, dass mit dem Ja zu Fabi auch eine Preiserhöhung zu erwarten war. So schreibt Leser Mike Müller etwa: «Die Stimmbürger wollen Fabi, die Durchmesserlinie, WLAN im Bahnhof und im Zug. Das kostet alles. Einfach bei der nächsten Abstimmung studieren.» Und Leser «Notausstieg» findet: «Alle suchen immer ein Riesenproblem mit der SBB. Dabei müssen sie die Preise erhöhen, weil sie weniger Geld vom Bund bekommen.»

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike. am 26.06.2015 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialer Abstieg

    "für den Mittelstand braucht es eine 3. Klasse" - Kein anderer Satz beschreibt den Sozialen Abrutsch eines ganzen Bevölkerungsteils besser als dieser...

    einklappen einklappen
  • hans am 26.06.2015 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    verwöhntes voolk von nichtsdenker

    haltet doch einfach mal für 5-10 jahre den standard, wer zwingt sie den immer witer auszubauen oder wlan in bahnhof einzuführen? wozu hat man am handy eine flatrate wenn ich sie nicht nutze und im wlan rum gurke? die sbb soll dafür sorgen das wir sicher von a nach b kommen, der rest ist schnickschnack.

    einklappen einklappen
  • Wadenbeisser am 26.06.2015 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Weltfremde Politiker sind das Problem

    Es gibt mehrere Faktoren die gegen die ewige Preisspirale spricht. Es ist doch Schizophren, wenn man die Abkehr vom Individualverkehr fordert und gleichzeitig den ÖV, in subjektiv nicht mehr zahlbare Höhen treibt. Zugleich betreibt der Bundesrat mit der Plafonierung der steuerlichen Pendlerabzüge auf Bundesebene und die Kantone auf Kantonsebene ein perfides Spiel. "Man soll halt weniger pendeln..." das schwache Argument. Seit wann kommt die Arbeit zu uns und warum sollten wir bei einem Stellenwechsel oder Verlegung der Arbeitsplätze umziehen und allenfalls die Liegenschaft verkaufen müssen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 27.06.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Normale Inflation von durchschn. 2% p.a.

    Auf 25 Jahre Laufzeit haben wir bei beiden Artikeln ca. 2% Teuerung pro Jahr. Bitte einfach selbst mal rechnen!

  • Cybot am 27.06.2015 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand?

    Ein "einfacher Verkäufer" als Vertreter des Mittelstands? Fängt der Mittelstand heute schon beim Mindestlohn an oder wie?

  • Peter Ambühl am 27.06.2015 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nichts gratis

    Ihr habt FABI zugestimmt, also nicht Jammern. Oder habt Ihr gedacht die Autofahrer werden das schon bezahlen

  • Fubar am 27.06.2015 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Normale Teuerung

    Na ja, alles andere ist in den letzten 20 Jahren ebenfalls doppelt so teuer geworden, das ist die normale Teuerung. Die Löhne sind gleichzeitig ebenfalls gestiegen. Bleibt realistisch...

    • matthias streich am 27.06.2015 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      Löhne gestiegen

      Die Löhne sind gestiegen? ich verdiene 800 Franken weniger als vor 10 Jahren, gleiche Branche, gleiche Position.

    • tyrion am 27.06.2015 17:26 Report Diesen Beitrag melden

      Anfangslohn

      Viele Löhne sind wohl schon gestiegen, andere (die die es am meisten nötig hätten) aber nicht oder viel weniger. Zudem müssten insbesondere die Einstiegslöhne steigen, diese bleiben aber meist gleich. So wird langfristig indirekt der Lohn gesenkt und alle glauben noch daran dass die Löhne gestiegen sind...

    einklappen einklappen
  • Stefan W. am 27.06.2015 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Wir benötigen wieder 1. Klasse Politiker, die den Problemen nicht ausweichen uns Politik für's Volk machen.