Oberster Förster warnt

27. Juli 2019 20:23; Akt: 27.07.2019 20:23 Print

«Für den Wald war die Hitzewelle sehr schlimm»

Die jüngste Hitzewelle habe dem Schweizer Wald arg zugesetzt, sagt der Berner Förster Peter Piller. Durch die warmen Temperaturen breitete sich der Borkenkäfer aus.

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Nachdem die Förster bereits im Frühjahr viele Borkenkäfer-Schaden hätten feststellen müssen, habe den Schweizer Wald die jüngste Hitzewelle nochmals stark getroffen, sagt Förster Peter Piller in der «SRF-Samstagsrundschau». «Das war sehr schlimm.» Durch die sehr heissen Temperaturen habe sich der Borkenkäfer intensiv fortpflanzen und junge Bäume befallen können.

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Besonders betroffen von Hitze und Schädlingen seien die Baumarten Buchen, Fichten, Tannen, Eschen, Ulmen und Ahorn. «Das macht mir Sorgen», sagte Piller. In seinem Revier gebe es einen grossen Befall von Fichten. «Neu hinzugekommen ist, dass die Weisstanne nun austrocknet und vom Borkenkäfer befallen wird.» Dieses Phänomen habe man bisher nicht gekannt.

«Es verträgt keine Hitze mehr»

Er hoffe nun, dass eine Periode von kühlerem und nasserem Wetter folge. «Es verträgt keine Hitze mehr», so Piller. Wenn es mit Temperaturen von 37 Grad weitergehe, werde man in gewissen Gebieten die Fichten nicht mehr halten können.

Zum Hardwald in Basel, der jüngst gesperrt werden musste, sagt Piller: «Das ist eine Premiere für die Forstwirtschaft. Bisher haben wir das nicht gekannt.» Die Buchen dort seien ausgetrocknet. Piller geht davon aus, dass Sperrungen von Wäldern auch andernorts bald folgen werden – etwa im Unterland.

Im Kampf gegen die Klimaerwärmung und Schädlinge sieht Piller die Lösung in einer Diversifikation der Baumarten. Zurzeit laufe ein Forschungsprogramm der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Gerber am 27.07.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Regen, Regen!

    Ich hoffe es wird demnächst länger mal durchregnen. Die Natur hätte es bitter nötig.

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  • Waldi am 27.07.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider nichts Neues

    Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass bereits vor 30 Jahren ganze Wälder wegen dem Borkenkäfer gerodet werden mussten.

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  • raphi am 27.07.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hitzegaraus

    Als Förster sollten die eigentlich wissen, dass Nadelbäume im Flachland kaum oder gar nicht natürlich vorkommen, sondern erst in den letzten 150 Jahren angepflanzt wurden, weil sie schnell und gerade wachsen. Man muss sich nun also nicht wundern, wenn die Hitze diesen Nadelhölzern den Garaus macht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nati am 29.07.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich so zu Fenster raus sehe...

    keine Hitzewelle weit und breit! Also was soll das Theater?

  • NaturPur am 29.07.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Klinisch reiner Wald

    Das Problem liegt wohl eher daran dass man die Wälder künstlich sauber hält. Totholz etc. wird immer entfernt, Gestrüpp entfernt und die Fläche für die Landwirtschaft genutzt. Nun sind die natürlichen Feinde der Borkenkäfer praktisch ausgerottet und er kann sich in aller Ruhe ausbreiten. Super Politik der "effizienten" Waldnutzung.

  • Forstmensch am 29.07.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Auch ein

    Zuerst betroffen sind Fichten, die vom Mensch hier vor langer Zeit als schnellwachsende Geldquelle (Holzwirtschaft) in einem für diese Baumart unnatürliche Umgebung gebracht wurden. Der Einfluss auf das Ökosystem ist vorgezeichnet. Der Borkenkäfer befällt vor allem diese Baumart und verbreitet sich durch das auch auf andere Baumarten. Fragen wir doch mal den Förster, ob der Borkenkäfer in einem natürlichen Mischwald auch sein Unwesen treibt. Eine Ehrliche Antwort bitte.

    • werner am 29.07.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      "Im Kampf...

      gegen die Klimaerwärmung und Schädlinge sieht Piller die Lösung in einer Diversifikation der Baumarten."

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  • Unsere am 29.07.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    Alte Tanne in der Hausecke...musste sterben,weil 2 Schärmäuse..4 Wühlmäuse und 331 Engerling ihr die Wurzeln beschädigten..eeeeee die Arme Tanne,musste verbrannt werden? Hoffe fest das es ihr im Tannen Himmel gut geht..ein grosser Trost für uns alle,die neu gesetzte ist jetzt schon über einen Meter..also das Tannen leben geht weiter!

    • Marco am 29.07.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Haben Sie mal versucht

      den Baum ausserhalb des Hauses zu pflanzen?

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  • Alle am 29.07.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn

    Die hier alles wissen,in der Freizeit das machen würden was sie anderen vorschreiben.. wäre die Welt im Top Zustand!

    • FreiheitoderTod am 29.07.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Alle

      es sind die wenigen Lobbyisten und Braunzungen in Regierung und Wirtschaft die verantwortlich für viele Miseren sind, aber richtig, ein Volk das die Genannten nicht fristlos entlässt trägt etwa gleich viel zu der Misere bei.

    • Ja am 29.07.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @FreiheitoderTod

      Gellen sie? Immer sind die anderen schuld! Aber seit ich gemerkt habe,bevor sich die Welt ändert,muss ich mic änder? Sieht für mich alles recht gut aus..Fehler wurden immer gemacht..werden immer noch gemacht..auch in der Zukunft werden neue dazu kommen..! (So oder so..ob wir wollen oder..sterben wir alle..)ob zufrieden oder versauert..haben wir allein in der Hand!

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