Murgang steht bevor

27. August 2017 18:05; Akt: 27.08.2017 19:23 Print

«Für die Evakuierung bleiben 4 Minuten»

von J. Furer / S. Ehrbar - Behörden befürchten weitere Bergstürze und Murgänge in Bondo GR. Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren beantwortet die wichtigsten Fragen.

Martin Keiser schätzt die Lage für 20 Minuten ein. (Video: jen/ehs)
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Ist in den nächsten Tagen mit weiteren Bergstürzen und Murgängen zu rechnen?
«Murgänge sind momentan immer zu erwarten», sagt Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren. In den letzten Tagen habe man gesehen, wie wenig Wasser es braucht, damit ein nächster Murgang entsteht, der bis ins Dorf Bondo GR runterkommen kann.

Begünstigt der Regen, der vorhergesagt wird, einen Murgang?
«Wir schauen die meterologische Situation ganz genau an. Wir sind gespannt, wie viel Niederschläge das Val Bondasca erreichen werden», so Keiser. Es könne aber «ganz klar» ein Murgang aus den Niederschlägen entstehen.

Kann es auch zu einem weiteren Bergsturz kommen?
Der Piz Cengalo sei immer noch in Bewegung, sagt der Experte. «Es finden täglich kleinere Felsstürze statt. Dort oben bewegt sich etwas.» Heute hätten die Fachleute Messungen gemacht, die in einigen Tagen Ergebnisse liefern würden.

Wie viel Zeit bleibt, um bei einem Murgang oder einem erneuten Bergsturz die Leute vorzuwarnen?
«Es gibt verschiedene Warnposten im Gebiet oben am Berg, die die Leute unten vorwarnen, so dass sämtliche Leute und Maschinen aus dem Gefahrenbereich rauskommen», sagt Keiser. Das Sicherheitsdispositiv sei primär auf die Evakuierung der Leute ausgerichtet. Bei der Evakuierungszeit komme es darauf an, welche Warnposten aufgrund der Sichtverhältnisse betrieben werden können. «Wenn die obersten Posten besetzt sind, rechnen wir mit vier Minuten, die die Leute haben, um aus dem Gefahrenbereich rauszukommen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luzia am 27.08.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich ziehe meinen Hut und verneige mich

    Adrenalin Pur = heller Wahnsinn. Mein Respekt und Hochachtung für alle Helfer, die in solch einer Situation für andere einstehen. All denenen von Herzen - DANKE

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  • Michu am 27.08.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Rappen zählt

    Jeder Rappen zählt. Bondo

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  • Maler50 am 27.08.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hoffe

    Hoffe das beim nächsten Murgang alles klappt. 4Minuten sind nicht viel Zeit!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 28.08.2017 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Geld

    Wo bleiben die Spenden aus dem Ausland? Wenn in Thailand ein Lüftchen ein paar Häuser weg bläst, werden auch gleich Milliarden gespendet.

    • Lauch am 28.08.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      Versicherung

      Im Gegensatz zu den Thailändern sind wir ordentlich versichert.

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  • Eduard J. Belser am 28.08.2017 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Respekt vor Naturgefahren

    Hoffentlich lässt das Wetter genügend Zeit, um das Gerinne und den Geschiebesammler einigermassen frei zu räumen. Die in den Geschiebesammer und die Dämme investierten Millionen haben sich bezahlt gemacht und noch schlimmeres verhindert. Bondo zeigt auch eindrücklich, wie wichtig das Ausscheiden von Gefahrenzonen ist, in den nicht gebaut werden darf. Der alte Dorfkern von Bondo ist nicht in Gefahr, weil früher Naturgefahren besser respektiert wurden und genau darauf geachtet wurde nicht in Gefahrenbebieten zu bauen.

    • urs marti am 28.08.2017 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eduard J. Belser

      nun ist es an der zeit dass mann geld sammelt für die leute und das dorf.

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  • Rigoletto am 27.08.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bondo

    Super Sache diese Hilfe. Der Dank gehört diesen Unternehmen und Allen welche in dieser schwierigen Lage helfen. Danke danke danke. Hilft der Staat zu wenig dsnn helfen Wir uns selbst.

  • El Capitano am 27.08.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährdung von Menschen

    Ich frage mich, wer denn die Verantwortung übernimmt, wenn die 4 Minuten nicht reichen. Klar muss jetzt ans Aufräumen gedacht und alles daran gesetzt werden, dass die Strassen für Hilfstransporte freigeschaufelt werden. Aber ist es nicht fahrlässig, so mit Menschenleben und Maschindn umzugehen? Würde sich das Militär zu solchen Risikoarbeiten hinreissen lassen? Dennoch ziehe ich den Hut vor jedem, der dort am Graben ist.

    • K. Rausch am 28.08.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Militär gerade deshalb nicht im Einsatz

      Guy Parmelin hat heute gesagt, dass das Militär zwar bereit stehe, aber man (aus welchen Gründen auch immer) nicht innert 4 Minuten das Feld räumen kann. Entsprechend können sie deshalb noch nicht helfen, erst wenn es sicherer ist.

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  • Rea List am 27.08.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sprengungen?

    Immer noch sind gewaltige Steinmassen in Bewegung. Was tun? Warten, ob und wann auch diese niedergehen? Oder sprengen, damit die Bewohner möglichst rasch wieder ruhig schlafen können? Wäre das evtl. eine Übungsmöglichkeit für die Schweizer Armee? Felsabstürze z.B. mit Artillerie kontrolliert auslösen. Für einmal nicht sinnlos Munition verschiessen, sondern etwas zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen. Würde mich freuen über Stellungnahmen von CH Armee-Angehörigen.