Kantone gegen Hooligans

17. Juli 2011 13:20; Akt: 17.07.2011 13:26 Print

«Geisterspiele sind kein Tabu mehr»

Gewaltbereite Fussballfans sind den Kantonen zunehmends ein Dorn im Auge. Sie sollen nun härter angepackt werden. Auch die SBB wehren sich gegen die Hooligans.

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Die Kantone wollen mit der Einführung eines Kombitickets gegen Hooligans vorgehen.

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Die Fussballclubs geraten wegen des Hooligan-Problems immer stärker unter Druck. Die Polizeidirektoren klären Verschärfungen ab. Auch Matthias Remund, Direktor des Bundesamtes für Sport (BASPO), ist für eine härtere Gangart: Er verlangt strengere Eingangskontrollen in Stadien.

Den wichtigsten Ansatzpunkt zum Hooligan-Problem sehe er in systematischen Zutrittskontrollen mit Ausweispflicht, sagte der BASPO-Direktor in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Es sollten nur noch Personen Zugang zum Stadion erhalten, die sich ausweisen können.» Damit liessen sich die wenigen Chaoten besser herausgreifen.

Eine Lösung in diese Richtung schlug schon Ende 2009 die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) vor. Sie verlangte - nebst zahlreichen anderen Massnahmen - die Einführung einer Fancard, mit der sich Fans vor dem Stadion ausweisen müssen. Passiert ist nichts.

Genaue Angaben erheben

Bei der KKJPD werden deshalb verschiedene Verschärfungen abgeklärt, wie KKJPD-Präsidentin Karin Keller-Sutter auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda Medienberichte bestätigte. «Welche Änderungen tatsächlich weiterverfolgt werden, ist heute noch nicht entschieden», sagte die St. Galler Sicherheitsdirektorin.

Unter anderem hat die KKJPD-Präsidentin eine Evaluation zur vergangenen Saison in Auftrag gegeben, wie sie eine Meldung der «Zentralschweiz am Sonntag» bestätigte. Die Studie soll Angaben machen zu Sach- und Personenschäden, zur Anzahl Polizisten im Einsatz und den Kosten für die öffentliche Hand.

Im Raum steht laut Keller-Sutter die Bewilligungspflicht von Spielen. Ausserdem werden das Kombiticket (Bahnbillett und Matcheintritt) für Gästefans oder schärfere Meldepflichten für bekannte Hooligans schon länger diskutiert. Änderungen am Hooligan- Konkordat zwischen den Kantonen müssten das KKJPD-Plenum und die Kantonsparlamente beschliessen.

Geisterspiele kein Tabu

Er könne nachvollziehen, «wenn für die öffentliche Hand das Mass des Erträglichen überschritten» sei, sagte BASPO-Chef Remund. Auch drastische Massnahmen würde er als äusserste Schritte ins Auge fassen: «Darum sind Spielabbrüche, Geisterspiele und geschlossene Sektoren kein Tabu.»

Enttäuscht zeigte sich Remund über die Entscheidung der Fussballliga, die Bussen für das Abbrennen von Feuerwerkskörper zu senken. Er könne das nicht nachvollziehen, sagte er. Der Verband müsse jedes Interesse haben, die Sicherheit zu gewährleisten.

Bahn will Änderungen

Unter Druck geraten sind der Fussballverband und die Clubs in den letzten Wochen auch von Seiten der SBB und des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Die SBB will das Treiben gewaltätiger Fussballfans in Zügen nicht mehr hinnehmen. Bis Ende Jahr sollen konkrete Vorschläge vorliegen.

Die SBB strebt unter anderem eine Lockerung ihrer Transportpflicht an. Denkbar wäre für das BAV auch, dass Clubs Fanzüge chartern und eine Kaution hinterlegen müssen.

Mit der heutigen Regelung musste die SBB akzeptieren, dass Fans des FC Basel sich am Samstag zum Start der Fussballsaison weigerten, beim Berner Fussballstadion auszusteigen. Die Folge: Die Fans verursachten auf ihrem Marsch vom Bahnhof zum Stadion grosse Verkehrsbehinderungen und es kam zu Handgemengen. Ein Grossaufgebot an Sicherheitsleuten war im Einsatz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wahrer experte am 17.07.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    All diese Maßnahmen nützen nichts. In England sieht man es ja der hooliganismus wurde allen fals aus em Stadion auf die Strasse verschoben. (ich benütze hier absichtlich das Wort verschoben und nicht vertriebe) es gibt immernoch regelmässig Krawalle und in den unteren Ligen knallt es sogar im Stadion.

  • Susanne Meier am 17.07.2011 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Überfällig

    Geisterspiele und die nicht nur Lockerung, sondern totale Aufhebung der Transportpflicht, wären schon längst überfällig...

    einklappen einklappen
  • carmen diaz am 17.07.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    es braucht keine geisterspiele...

    ..es reicht völlig aus wenn nur jeweils die fans der heimmannschaft bei risiko spielen eingelassen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Danny am 19.07.2011 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Synchronschwimmen

    Wenn man Fussball gänzlich abschaffen würde, würden diese Chaoten doch zum Synchronschwimmen oder Minigolf gehen und dort die Sau rauslassen. Denen geht es doch nicht um den Sport und "ihren" Club, sondern nur um Chaos, Saufen, Konfrontation und Zerstörung.

  • Reto Frei am 18.07.2011 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Minus

    Fussball=Geld/Korruption/Steuergelder/Fans/Hooligans. Ich komme immer auf ein Minus. Nichts Positives, wenn das was noch übrig bleibt genauer anschaue.

  • Meie Meinung am 17.07.2011 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wird passieren

    Nicht immer nur plodere....macht entlich was

  • Fussballfan am 17.07.2011 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Es ist einfach schade, dass wegen so Chaoten (von welchem Club auch immer) die normalen und richtigen Fans leiden müssen

  • Fernando Mazzocco am 17.07.2011 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hooligans

    Das hat nichts mehr mit Sport zu tun! Das ist der totale sinnlose Krieg!! Das Gesetz ist zu schlaff geregelt!!