Homophobie

16. September 2019 20:01; Akt: 16.09.2019 20:15 Print

«Gewalt gegen Schwule ist alltäglich»

D. G. wurde verprügelt, weil er einen Freund küsste. Beleidigungen, Spuckattacken oder gar körperliche Angriffe sind mittlerweile normal, sagt Roman Heggli von Pink Cross.

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Eine deformierte Nase, ein blaues Auge, zwei abgebrochene Zähne: Für D. G.* (26) und einen Freund endete der letzte Freitagabend im Spital, nachdem sich fünf Unbekannte am küssenden Paar gestört und es angegriffen hatten. «Sie sagten uns, wir seien Schwuchteln, Arschlöcher und Missgeburten», sagt G. Nur kurz darauf wurden sie mitten in Zürich verprügelt und mittelschwer am Kopf verletzt. Bereits zuvor gab es zahlreiche Angriffe auf Schwulen oder LGTB-Exponenten in Zürich. «Gewalt gegen Schwule, Lesben oder Transmenschen ist mittlerweile leider alltäglich geworden», sagt dazu Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross. Weil es bisher keine gesetzlichen Bestimmungen gebe, die LGBT-Personen vor Diskriminierung schützten, hätten einige Leute das Gefühl, sie dürften diese Leute ungestraft beleidigen oder gegen sie hetzen, sagt Heggli. «Weil bis jetzt solche homophoben Übergriffe gegen homosexuelle Menschen nicht statistisch erfasst werden, ist es aberschwierig, die Zunahme sogenannter Hate-Crimes zu beweisen. Am Montag werde der Nationalrat über die statistische Erfassung der Hate-Crimes diskutieren, so Heggli. «Und wir hoffen, dass das Parlament das Problem endlich anerkennt.» Die Polizei kann auf Nachfrage nicht bestätigen, dass es sich bei der tätlichen Auseinandersetzung am Freitagabend um einen homophoben Vorfall gehandelt hat. «Das ist erst möglich, nachdem wir den oder die Täter zu ihrem Motiv befragen konnten, die Täterschaft ist aber nach wie vor unbekannt», sagt der Sprecher der Stadtpolizei, Michael Walker.

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Eine deformierte Nase, ein blaues Auge, zwei abgebrochene Zähne: Für D. G.* (26) und einen Freund endete der letzte Freitagabend im Spital, nachdem sich fünf Unbekannte am küssenden Paar gestört und es angegriffen hatten: «Sie sagten uns, wir seien Schwuchteln, Arschlöcher und Missgeburten», sagt G. Nur kurz darauf wurden sie verprügelt und mittelschwer am Kopf verletzt (20 Minuten berichtete).

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Es ist nicht der erste Angriff auf Schwule oder LGTB-Exponenten in Zürich: Erst im Juni wurden Micha Finkelstein (29) und sein Mann nach der Gay Pride von drei Jugendlichen attackiert. Und im Mai randalierten Schwulenhasser bei einem Infostand, der über LGBT-relevante Themen aufklären sollte. «Diese Fälle sind erschütternd, aber nur die Spitze des Eisbergs», sagt dazu Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross. Spuckattacken, Beleidigungen, Anrempeln oder körperliche Angriffe kämen häufiger vor: «Gewalt gegen Schwule, Lesben oder Transmenschen sind mittlerweile leider alltäglich geworden.»

Hate-Crime-Statistik gefordert

Weil es bisher keine gesetzlichen Bestimmungen gebe, die LGBT-Personen vor Diskriminierung schützten, hätten einige Leute das Gefühl, sie dürften diese Leute ungestraft beleidigen oder gegen sie hetzen, sagt Heggli. «Weil bis jetzt solche homophoben Übergriffe gegen homosexuelle Menschen nicht statistisch erfasst werden, ist es aber schwierig, die Zunahme sogenannter Hate-Crimes zu beweisen. Am Montag werde der Nationalrat über die statistische Erfassung der Hate-Crimes diskutieren, so Heggli. «Und wir hoffen, dass das Parlament das Problem endlich anerkennt.»

Pink Cross hat auch darum eine Petition lanciert, die den Nationalrat zum Handeln aufruft. Im Februar werde zudem das Stimmvolk darüber abstimmen können, ob der Aufruf zu Hass oder Hetze aufgrund der sexuellen Orientierung unter Strafe gestellt wird.

Bei den pöbelnden, fluchenden und teilweise gewaltbereiten Personen, die gegen LGBT-Exponenten hetzen, handle es sich oft um Gruppen junger Männer, die abends völlig durchdrehten, wenn sie Schwule sähen, sagt Heggli. «Sie definieren sich sehr stark über ihre Männlichkeit. Durch die Abgrenzung zu Schwulen versuchen sie, männlicher zu wirken.» Einen Zusammenhang mit dem kulturellen Hintergrund der Täter sehe er aber nicht: «Ausserdem ist das ohne Statistik auch nicht zu beweisen.»

«Täter müssen zum Motiv befragt werden»

Die Polizei kann auf Nachfrage nicht bestätigen, dass es sich bei der tätlichen Auseinandersetzung am Freitagabend um einen homophoben Vorfall handelte. «Das ist erst möglich, nachdem wir den oder die Täter zu ihrem Motiv befragen konnten, die Täterschaft ist aber nach wie vor unbekannt», sagt der Sprecher der Stadtpolizei, Michael Walker. Die Ermittlungen laufen.

Die Stadtpolizei Zürich sucht derzeit nach Zeugen. In einer Medienmitteilung beschreiben sie den Vorfall als einen «verbalen Streit» und eine «anschliessende tätliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen». Die fünf gesuchten Männer sollen circa 25 Jahre alt und zwischen 170 und 180 cm gross sein.

*Name der Redaktion bekannt

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 16.09.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand will es hören

    Keinen Zusammenhang zum kulturellen Hintergrund zu sehen ist doch wirklich etwas gar blauäugig. Auch Gewalt an Frauen hat oft mit dem kulturellen Hintergrund zu tun, wurde ja hier vor einigen Wochen in der schweizweiten offiziellen Kriminalstatistik belegt. Es ist nicht ungefährlich die Augen zu verschliessen.

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  • Peter Zöhrer am 16.09.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber im Niederdorf gelebt...

    Bin auch selber Schwul und hatte nie Probleme, gebe aber auch nie Angriffsfläche, oder versuche es zumindest. Hatte sicher auch Glück wies scheint, habe in Niederdorf mit meinem Mann gelebt und bin nie in so eine Situation gekommen. Gute Besserung and die zwei Jungs!!

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  • W. T. am 17.09.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kultur

    Es wir mir ja niemand glauben, dass dies mit der Kultur der dringend benötigten hochqualifizierten Fachkräfte zu tun hat. Die Gewalt wird in Zukunft noch zunehmen..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brüno am 17.09.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Niemand will es sehen

    Solche Angriffe werden in Zukunft zunehmen, wie in Deutschland. An den Angriff auf den LGBT- Infostand im Mai in Zürich mag ich mich noch erinnern. Es wurde ja auch gefilmt und die Angreifer sahen nicht gerade schweizerisch aus, sonder kommen wohl aus einer Gegend, wo Homosexuelle die Todesstrafe droht. Aber keiner will es sehen und das Problem wird todgeschwiegen.

  • DLV am 17.09.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es bleibt schwer...

    hauptsache bei jedem anderen post über homosexuelle schreien alle auf wie akzeptiert diese randgruppe heutzutags ist & wie die leser duese artikel nicht mehr lesen können etc. fakt ist dass randgruppen (generell) lange zeit nicht bedingungslos akzeptiert werden...

  • Elfe69 am 17.09.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mann sein heisst nicht Macho zu sein

    Wer sich da stark über sein Männlichkeit definiert, brauchn wir ja nicht zu fragen. Und ich würde sagen, solche Typen sind in meine Augen weniger Mann als Schwule. Lasst sie doch einfach in Frieden, jeder soll lieben können Wen er will, und sollte Das Jemand einem Anderen vorschreiben wollen, so befindet der sich im tiefsten Mittelalter. Mann sein heisst nicht etwa Macho sein, der über alle Anderen herrschen will und selber Nichts auf die Reihe kriegt ausser mit seinem Auto zu prahlen.

  • marko 34 am 17.09.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Leider ist das so

  • Klartext am 17.09.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry!

    Aber langsam nervt diese Dauer-Eigen-Inszenierung von Homosexuellen und diesen sogenannten LGTB Exponenten!! Es ist auch Tagesordnung, dass Kinder und Frauen missbraucht werden. Dieses sich dauernd als etwas ach so Spezielles zu präsentieren bewirkt das genaue Gegenteil von Integration in der Gesellschaft. Es schürt bei vielen nur noch Wut und Unverständnis!!