Wermuth zu Mandats-Studie

08. September 2019 08:30; Akt: 08.09.2019 14:05 Print

«Grosse Teile des Parlaments sind gekauft»

6,5 Millionen Franken jährlich kassieren National- und Ständeräte durch Einsitze bei Krankenkassen, Versicherungen und Banken. Die meisten Mandate sammelt die FDP.

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Schweizer Parlamentarier verdienen jährlich rund 6,5 Millionen Franken durch Mandate bei Banken und Versicherungen. Dies schreibt der «SonntagsBlick». Die Zeitung beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie zweier unabhängiger Experten.

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National- und Ständeräte haben demnach im Schnitt acht ausserparlamentarische Mandate und damit mehr als je zuvor. Besonders lukrativ seien Positionen bei Krankenkassen, Versicherungsgesellschaften und Banken. Rund fünf Millionen Franken entfielen allein auf Mandate in der Finanzbranche, hiess es.

Ein Teil dieser Geldflüsse ist demnach öffentlich, dem Rest haben sich die Studienautoren über Gespräche mit Branchenexperten und Daten aus Geschäftsberichten angenähert. Die meisten Mandate hätten Politiker aus den Reihen der FDP, die rund die Hälfte dieser Zuwendungen bezögen. Dahinter folgten die SVP mit 25 Prozent und die CVP mit rund 19 Prozent. Die restlichen Parteien beziehen nicht einmal fünf Prozent des Geldes.

«Grosse Teile des Parlaments sind gekauft»

In Auftrag gegeben hat die Studie SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Das Resultat erstaunt ihn nicht: «Die bürgerlichen Parteien hängen seit jeher am Tropf der Banken und Versicherungen. Grosse Teile des Parlaments sind schlicht gekauft.» Anders sehen das die Politiker, die sich für entsprechende Mandate bezahlen lassen.

Unter ihnen ist auch FDP-Ständerat Josef Dittli, der zudem als Präsident des Krankenkassenverbandes Curafutura amtet. Als solcher verdient er rund 140 000 Franken jährlich und gehört damit zu den Spitzenreitern im Parlament. «Ich stimme grundsätzlich immer so ab, wie ich es persönlich für richtig finde», zitiert ihn der «SonntagsBlick». Entscheidend dabei sei seine «persönliche, ideologische Überzeugung» und nicht die Haltung des Verbandes.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dino Schön am 08.09.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eine simple Frage

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen. Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger. Was machen wohl unsere Volksvertreter?

    einklappen einklappen
  • Berti Vogts am 08.09.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Wie schon Brecht gesagt hat: Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral

  • Elvira am 08.09.2019 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Geld regiert die Welt. Nicht nur bei den Bürgerlichen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • FreeFlyer am 09.09.2019 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War ja schon zu erwarten

    FDP, SVP, CVP Da wird entweder das Gehirn entleert oder die Taschen gefüllt. Natürlich werden Populistenparteien geschmiert. Mit fehlendem Rückgrat lässt es sich einfacher bücken

  • Pfui Teufel am 08.09.2019 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FILZ

    Glaubt noch irgendeiner an die ehrliche, saubere und neutrale Schweiz ? Wir sind genau so korrupt und verfilzt wie die schlimmsten Diktatorenländer. Noch nie gab es soviele Menschen die sich wählen lassen wollen, warum wohl ? Das einfache Geld lockt ! Die Stationen Gemeinde, Kanton und erst dann Bund, interessiert auch keinen mehr, man will direkt, ohne Erfahrung, in den Nationalrat, dort stimmt die Kasse. Beschämende Mentalität, ob Links oder Rechts.

  • Tom - am 08.09.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verbindungen transparent machen

    Als Stimmbürger sollte ich wissen, wer von wem wieviel bekommt. Dann kann ich mich entscheiden, ob ich jemanden wählen will. FDP werde ich solange in Sippenhaft nehmen und gar nicht mehr wählen

  • Oskar Kämpfer am 08.09.2019 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    e. Landrat

    Mit Blick auf das Resultat, wer hat die Studie in Auftrag gegeben?? .....eben!!

  • Helveticus am 08.09.2019 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Otdnung

    Solange ein Politiker offenlegt wo und in welchem Verwaltungsrat er/sie Einsitz hat, habe ich kein Problem damit. Es ist völlig normal, dass ein Politiker je nach politischer Ausrichtung in Fachverbänden oder Vorständen mitmacht. Die Linken sind auch nicht gerade zimperlich im Durchsetzen ihrer Ideologie. Da werden gerne wiederholt die Gesetze gar grosszügig ausgelegt. Das nennt sich dann ziviler Ungehorsam.