Bildung

15. September 2008 22:45; Akt: 15.09.2008 22:51 Print

«Gymnasien bevorteilen Frauen»

von Daniel Waldmeier - Der Präsident der Privatschulen, Gerhard Pfister (CVP), regt an, Französisch aus dem Stundenplan zu streichen, damit wieder mehr Männer ans Gymi und an die Unis gehen.

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Weshalb gibt es an den Schweizer Unis immer weniger Männer?

Gerhard Pfister: Die Universitäten spüren die Konkurrenz der Fachhochschulen; für Männer ist die Berufsmaturität mit einem praxisnahen Studium sehr ­attraktiv. Zudem bevorteilen unsere Gymnasien Frauen: Sprachen zählen weit mehr als Mathematik oder Physik, teilweise gibt es für diese Fächer sogar Sammelnoten.

Was müsste sich ändern, damit wieder mehr Männer die Matura machen?

Gerhard Pfister: Zwei Fremdsprachen sind für viele Jungs eine hohe Hürde. Würde man das Französisch abschaffen, wären wir schon wieder viel näher bei der Chancengleichheit.

Die Feminisierung beginnt aber schon an den Primarschulen, wo kaum noch Männer unterrichten.

Gerhard Pfister: Das hat keinen Einfluss. Eine gute Lehrerin ist für Buben besser als ein schlechter Lehrer.

Macht Ihnen die heutige Situation Sorgen?

Gerhard Pfister: Der Status quo ist schon paradox: Die Geisteswissenschaften werden von Studentinnen überschwemmt, unabhängig davon, ob diese auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Gleichzeitig mangelt es an Ingenieuren.

Glauben Sie, dass die Frauenquote weiter ansteigen wird?

Gerhard Pfister: Eine Trendwende ist absehbar. Auch Frauen werden die Vorteile der Fachhochschulen für sich entdecken. Zudem werden die naturwissenschaftlichen Fächer an Gymnasien wieder aufgewertet.