Teenager auf Drogen

20. Juni 2015 14:23; Akt: 29.06.2015 08:49 Print

«Ich bekam das Kokain von meinem Oberstift»

Viele Kokainkonsumenten verfallen der Droge bereits als Teenager. 20-Minuten-Leser berichten über ihre Hochgefühle und ihre Abstürze.

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Koksen bereits im Teenager-Alter: 20-Minuten-Leser berichten über ihre Erfahrungen. (Bild: Keystone/Digitalzh)

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Leserin Nadia* war 15 Jahre alt, als sie ihre erste Linie Kokain schnupfte. Die Wirkung der Droge gefiel ihr: «Ich fühlte mich als die Schönste und Beste.» Sie sei sich völlig unverwundbar vorgekommen.

Dass sie so früh mit Kokain in Kontakt gekommen sei, habe an ihrem damaligen Freundeskreis gelegen: «Ich umgab mich gern mit Älteren, meine Kollegen waren alle etwa zehn Jahre älter als ich.» Mit 18 Jahren hörte Nadia dann auf: «Ich merkte, dass das, was man auf Drogen spürt, nicht die Realität ist. Ich wollte aber im wirklichen Leben weiterkommen.»

«Schon nach dem ersten Mal war ich süchtig»

Wie Nadia war auch Ivan 15-jährig, als er zum ersten Mal Kokain konsumierte. «Ein Jahr später hatte ich dann eigentlich bereits alles probiert ausser Heroin: Kokain, Amphetamin, LSD, Pilze, MDMA.» Er habe sich dem «Drogenkonsum in seiner exzessivsten Form» hingegeben – mit einem «bunten Mix»: «Erst einmal zwei bis drei Liter Bier, dann MDMA, ein bis zwei Filzli, dann etwas Amphetamin.» Mit 18 oder 19 habe er begonnen, sich etwas zurückzuhalten, und heute kiffe er nur noch ein- bis zweimal pro Woche ein Joint.

Kira war ebenfalls im Teenager-Alter, als sie ihre erste Linie Kokain nahm. «Ich bekam es von meinem Oberstift», erzählt sie. «Schon nach dem ersten Brieflein wurde ich süchtig, dann wollte ich immer mehr. Schon nach ein paar Monaten wurde es so extrem, dass es mir nur noch um die Droge ging.»

Das hatte für ihr Leben schwerwiegende Folgen: Sie brach ihre Lehre ab. «Danach fehlte mir das Geld, um mir das Koks zu leisten – ich fiel in eine Depression und kam mit nichts mehr klar.» Zwar hat die heute 24-jährige Kira sich mittlerweile wieder gefangen und schliesst demnächst ihre Ausbildung ab. «Doch ich habe noch immer das Gefühl, dass meine Psyche geschädigt wurde durch diese Substanz, die einem das ganze Leben zerstören kann.»

Koks zum 14. Geburtstag

Auch für Mauro hatte der Drogenkonsum schlimme Folgen. Mit 12 Jahren begann er mit dem Kiffen. An der Party zu seinem 14. Geburtstag nahm er dann zum ersten Mal MDMA und Kokain. «Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wie Weihnachten in Pillenform, alles wurde warm und schön.»

Er wollte mehr davon – und wurde schwer kokainabhängig. «Erst konsumierte ich jedes Wochenende, dann jeden Tag – ich lebte nur noch für die ‹weisse Frau›. Am Morgen war es mein erster Gedanke und abends mein letzter. Ich träumte sogar davon.» In seinen schlimmsten Zeiten habe er ein Gramm pro Tag geschnupft, am Wochenende deutlich mehr. 2014 wurde er dann festgenommen, weil er einen Raubüberfall verübt hatte. Er bekam eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und machte einen ambulanten Entzug. «Heute bin ich clean – das war ein harter Weg.»

*Alle Namen geändert.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luxipuxi am 20.06.2015 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koksen so viele Politiker?

    Mir ist im politischen Umfeld aufgefallen wie viele dort von sich glauben der/die Beste, Schönste und Grösste zu sein. Ob die alle koksen?

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  • Ruedi am 20.06.2015 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Einerseits ist dies traurig, wenn man schon so früh Erfahrungen mit harten Drogen macht. Aber jeder erreicht in seinem Leben einen Tiefpunkt auf seine Art. wichtig ist, dass man nachher wieder zurück in ein normsles Leben finden kann.

  • Mr.Anonym am 20.06.2015 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist die Realität

    Es ist heutzutage so leicht an Drogen und Waffen zu kommen so unglaublich. Ich bin heute 18 und sehe Freunde mit denen man Jahrelang vieles unternommen hat im Park dealen.. Unfassbar aber Real.. Ich verstehe nicht wieso Prävention bringt nichts es ist nur der Gruppenzwang! Wir haben heute Viel zu Viel Geld und dann wundern sich Eltern wieso die Jugendlichen koks kaufen.. Schade

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz am 21.06.2015 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer

    Hab auch schon mal gekokst und.... naja war nicht so toll. Hab dann weiterprobiert und Heroin war super aber da waren mir die Fixkosten zu hoch.

  • Thomas Strunz am 21.06.2015 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig

    Ein sehr wichtiger Aspekt geht, wie ich finde, in der ganzen Diskussion völlig unter.... Drogen machen einen riiiiiiesen Spaß!!!

  • Rufi am 21.06.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht süchtig

    Han auch schon viel gekokst aber kann mir immer sagen ich brauchs nicht ist ein gutes gefühl aber zu teuer und zweitens eh viel zu verunreingt.

    • Lola am 21.06.2015 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das sagen sie alle

      Jeder sagt von sich er brauchts nicht und sei nicht süchtig. Die Wahrheit ist, kann man aufhören will man es nicht und will man aufhören kann man es nicht. Traurig aber wahr. Finger weg von dem Teufelszeug, früher oder später zerstört es dein Leben. Das merken viele leider erst im nachhinein.

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  • Ulf Schindler am 21.06.2015 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Total überzogen

    Ich finde diese Drogenproblematik voll überzogen. Ich hab auch schon alle möglichen Drogen genommen (auch schon mit 14), war bei keiner sofort süchtig, hab meinen Job nicht verloren, keine Psychosen entwickelt, bin nicht kriminell geworden. Heute hab ich nen Job in der Führungsetage, eine Familie und alles läuft wie es soll. Diese Panikmache ist völlig unsinnig! Wer meint diese Erfahrung machen zu müssen soll es tun. Wer nicht, der soll's lassen. Freiheit bedeutet Verantwortung! Lebt damit!

    • Max am 21.06.2015 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Superman

      Aha, Superman überwindet alle Suchtprobleme und ist auch noch in der Führungsetage. Träume weiter, aber bitte für Dich privat!

    • Raffy am 21.06.2015 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Realität

      Hier in den Kommentaren hat jeder gleich eine Führungsposition. Denke das ist eher der Wunschtraum vieler statt Realität.

    • Jos am 21.06.2015 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Realität

      In der Realität sieht es leider so aus, dass wohl 9 von 10 nicht mehr problemlos von den Drogen weg kommen und viel zu viele sich ihr Leben ruiniren aber das leider erst viel zu spät einsehen. Musste das selber mitansehen, bei einigen aus dem Umfeld. Aber es ist ja bekannt, dass Süchtige die Augen vor der Realität verschliessen und alles schön reden.

    • Annie am 22.06.2015 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      A propos Verantwortung

      Mal sehen wenn deine Kinder Teenies werden, ob du immer noch so denkst und die ganze Drogen so verharmlost. schön für dich wenn du es so toll geschafft hast. Du vergisst dabei, dass viele nie davon wegkommen.

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  • myName am 21.06.2015 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alk grösseres problem

    illegale drogen sind aber immer noch ein kleines problem, das grössere ist die schweizer volksdroge nr 1: alkohol! ich bin erst 22 und musste mir selber gestehen, dass ich ein ernsthaftes alkoholproblem habe. auch ich habe lange gekifft und hin und wider mdma genommen, doch vom alk loszukommen ist viel schwerer...

    • mynickname am 21.06.2015 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      wo du recht hast, haste recht.

      bin 38 und das war früher doch auch schon so

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