Schweizer (48)

10. August 2015 19:31; Akt: 11.08.2015 12:04 Print

«Ich bezahle meinem Sugarbaby die Matur»

Er lädt Frauen in edle Restaurants ein und bezahlt manchen sogar die Wohnungsmiete. Für schöne, weibliche Gesellschaft ist einem Schweizer Sugardaddy nichts zu teuer.

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Beim ersten Date bezahlt Sugardaddy Paul L. nur den Ausgang. Später kommen weitere Leistungen dazu. (Symbolbild: Colourbox.com)

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Für seine Dates hat Paul L.* bereits ein kleines Vermögen springen lassen. «Insgesamt habe ich zwischen 10'000 und 12'000 Franken ausgegeben», sagt er. Der 48-jährige Finanzplaner ist ein Sugardaddy. Vor rund einem Jahr registrierte er sich auf der Dating-Plattform Mysugardaddy.eu. Dort können vermögende Männer attraktive Gesellschaft finden. Im Gegenzug lassen sie die Frauen an den Sonnenseiten ihres Lebens teilhaben. Acht Frauen hat Paul bisher auf diesem Weg kennen gelernt.

Äusserlich ähnelt Paul nicht dem typischen, in die Jahre gekommenen Zuckerpapa. «Ich sehe gut aus. Die meisten Leute schätzen mich auf 30», sagt Paul über sich selber. Frauen kennen zu lernen falle ihm nicht schwer. Auf dem Sugardaddy-Portal hat er sich aufgrund seiner Schwäche registriert: «Ich stehe auf Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.» Auf der Plattform könne er unkompliziert junge, attraktive Frauen kennenlernen. Unter attraktiv versteht er: «Ein sportlicher Körper, ein nettes Gesicht, eine herzliche Ausstrahlung und intelligent.» Mit Gleichaltrigen kann er nichts anfangen. Sie schmieden ihm zu schnell Heirats- und Zukunftspläne. «Beziehungen mit jungen Frauen sind unkomplizierter und spannender.»

Frauen drängen auf Sex

Die Sugarbabys führt er in edle Restaurants wie die Zürcher Kronenhalle aus, ins Schauspielhaus, ins Kino oder er lädt sie auf sein Boot auf dem Zürichsee ein. Man schwatzt und «vielleicht gibt es einen Kuss». Auf schnellen Sex ist er nach eigenen Angaben nicht aus – bisher schlief er nur mit drei seiner acht Dates. «Einige Frauen wollten gleich Sex gegen entsprechende Bezahlung – aber ich möchte die Frauen zuerst richtig kennen lernen, denn ich bin auch für eine feste Beziehung offen.»Beim ersten Treffen bezahlt Paul nur den Ausgang. Später kommt ein «Sackgeld» dazu. Auch überrascht der Sugardaddy die jungen Frauen mit Opernhaustickets, Parfums oder Restaurantgutscheinen. Einmal nahm er eine Frau mit in die Ferien nach Ibiza.

Von Pauls süssem Leben haben schon eine Kosmetikerin, eine Hotelangestellte, Treuhänderinnen und Sekretärinnen profitiert. «Die Frauen waren nicht billig oder primitiv, sondern gebildet und gesprächig.»Wenn es ihm eine Frau angetan habe, lasse er durchaus auch einmal grössere Summer springen. Für eine 24-jährige Sekretärin machte er rund 1200 Franken locker. Damit bezahlte sie die Wohnungsmiete und shoppte Kleider. «Sie hat eben einen sehr kleinen Lohn», erklärt der Sugardaddy. Seine Grosszügigkeit wurde ihm auch schon zum Verhängnis. Ohne Umschweife verlangten Frauen von ihm pro Monat 2000 bis 3000 Franken. «Ich brach den Kontakt ab. Fixpauschalen finde ich nicht so sexy.»

Sugarbaby wünscht Fixpauschale

Hat es ihm ein Sugarbaby besonders angetan, ist der Finanzplaner jedoch verhandlungsbereit. Speziell bemüht er sich zurzeit um eine selbständige Webdesignerin aus Deutschland: «Dunkle lange Haare, blaue Augen, einen rassigen Körper, ein herziges Lachen und Grips.» Sie hole die Matur nach und brauche finanzielle Unterstützung. Am liebsten hätte auch sie einen fixen monatlichen Beitrag von Paul. «Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass ich ihr nur Schule, Weekends und Ferien bezahle», meint er hoffnungsvoll.

Von seinem Sugardaddy-Leben weiss nur ein guter Freund. «Er möchte sich auf der Plattform auch anmelden.» Paul ist überzeugt, dass sein restliches Umfeld negativ reagieren würde. «Man würde es als Prostitution sehen.» Für ihn selber ist es nicht verwerflich, für eine Beziehung zu bezahlen. Eine Freundin könne einen Mann schliesslich auch «in freier Wildbahn» teuer zu stehen kommen. «Frauen überlegen ja meist, ob sich eine Beziehung auch ökonomisch lohnt.»

Bis jetzt hat ihn noch niemand bei seinen Sugar-Dates ertappt. Sollte es so weit kommen, hätte der Sugardaddy eine elegante Ausrede parat: «Ich würde die Frau als meine Freundin oder gute Bekannte vorstellen.»

*Name der Redaktion geändert.

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Echo der Zeit am 10.08.2015 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    In einem Gebe ich im

    Recht - «Frauen überlegen ja meist, ob sich eine Beziehung auch ökonomisch lohnt.» Bin 32j und suche schon seit jahren eine Freundin - Tya, bin halt kein Finanzplaner sondern Gärtner (auf die inneren Werte kommts an Wuahaha) Gebe Futter und die Katzen kommen.

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  • Rudi am 10.08.2015 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oje

    Tja so ist die Welt. Ich hab zwar keine Kohle, aber wenn: Ich käme mir ziemlich doof vor, wenn ein junges Büsi nur wegen des Geldes bei mir wär. Da bin ich lieber allein und schlag mich mit der Realität rum.

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  • Lars Frank am 10.08.2015 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    es ist

    immer noch Prostitution auch wenn er es anders sieht, aber das hatten wir ja schon bei der Dame

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mary S. am 11.08.2015 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Sugarbabe for ever

    Diese Girls sind ja genau der Typ Frau, der ihn später mit 40+ (sexuell) nicht interessiert, weil dann vor vermeintlichem Torschluss kompromisslos nur noch auf Wohlstand, Prestige und Nachkommen aus. Doch der Sugardad züchtet diesen Typ Frau ja geradezu heran - welchen er in deren reiferem Alter gar nicht mag! Vielleicht für sich selber? wenn er 80 ist? So er sich bis dahin nicht alles Geld hat aus der Tasche ziehen lassen . . . .

  • Schweizmann am 11.08.2015 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    viel zu riskant

    Plötzlich steht einer von der Familie des Sugarbabies vor der Tür. Oder ein eifersüchtiger, gewaltbereiter Freund, etc. etc. Für diese Geld bekommt Top Escorts, die erstens viel erfahrener sind und einiges mehr drauf haben und einem auch nicht spüren lassen wenn sie die Periode haben, etc.

  • Antonio II am 11.08.2015 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armselig

    Also ich als Mann würde mich augenutzt fühlen. Da würde ich lieber alleine bleiben. Aber zum Glück habe ich die Wundervollste und Beste Frau gefunden, also wenigstens für mich :-)

  • Franzi H. am 11.08.2015 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Lohn

    «Sie hat eben einen sehr kleinen Lohn» als sekretärin hat man sicher nicht einen kleinen Lohn. was soll der mist? tzzz...ICH hab nen kleinen lohn mit ca 1200 im monat...

  • Ein anderer Finanzplaner am 11.08.2015 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Als Finanzplaner

    sollte er eigentlich besser wissen, wie man sein Geld "investiert". Sein Return on Investment weist keine Nachhaltigkeit auf.