Kokain-Kauf von SVP-Stamm

07. März 2019 13:50; Akt: 07.03.2019 13:58 Print

«Ich bin zu einer Haarprobe bereit»

Der Kokain-Kauf von Luzi Stamm sorgt auf Twitter für Spötteleien: Nicht alle glauben dem SVP-Nationalrat seine Geschichte. Dieser wäre bereit, sich einer Haarprobe zu stellen.

Stamm erklärt im Video, wie er mit dem Dealer gefeilscht hat. (Video: 20 Minuten)
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Bei einem nächtlichen Streifzug durch die Berner Altstadt kaufte der Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm Kokain. Er wirft den Behörden Untätigkeit gegen den Drogenhandel vor und sagt, er habe ein Exempel statuieren wollen. Nun droht ihm aber wegen des Erwerbs und Besitzes von Kokain selbst ein Strafverfahren.

Auf Twitter und in den Kommentarspalten der Onlineportale muss Stamm darum einige Seitenhiebe einstecken. Noch wohlwollend spricht die Aargauer Grossrätin Marianne Binder von einer «Räubergeschichte», während ein anderer Kommentator in Anspielung auf die harte Linie der SVP im Strafrecht die «Verwahrung» Stamms fordert.



«Ab zur Haaranalyse!»

Andere stellen die Story von Ex-Richter Stamm direkt infrage. So schreibt ein 20-Minuten-Leser: «Für ein Gramm stundenlang verhandeln ... Klar. Ich sage, ab zur Haaranalyse!» Auch SVP-Kantonsrat Claudio Schmid bringt die Haarprobe ins Spiel, während CVP-Politiker Luca Strebel in einem Tweet praktische Probleme ausmacht.



Auch die Satiriker Mike Müller und Victor Giacobbo sind zur Stelle:



Stamm würde sich Haarprobe stellen

Stamm selbst sagt am Donnerstag in der Wandelhalle zu 20 Minuten, er habe vernommen, dass man ihm nicht glaube. Da er aber wohl nicht mehr lange im Parlament sei, habe er sich gesagt «now or never». «Zu einer Haarprobe bin ich jederzeit bereit.» Er habe nie Kokain konsumiert. «Ich bin immer aufgedreht, würde ich Kokain nehmen, käme das nicht gut.»

Die Berner Kantonspolizei klärt derzeit ab, wie und wieso Stamm in den Besitz des Kokains gelangt ist. Ob das SVP-Urgestein eine Haarprobe abgeben muss, sagte Polizeisprecher Christoph Gnägi nicht.

(daw)