Tiefere Prämien für Fitte?

12. Oktober 2018 09:58; Akt: 12.10.2018 11:23 Print

«Idee des Schrittzählens ist völlig verfehlt»

von Noah Zygmont - Tiefere Prämien dank 10'000 Schritten täglich – der Vorstoss von Nationalrätin Ruth Humbel sorgt bei Gesundheitsökonom Heinz Locher für ein ungutes Gefühl.

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Für CVP-Nationalrätin Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle ein Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der «Aargauer Zeitung». In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen - etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen -, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden. Wer seine Schritte im Auge behält, soll weniger Prämien zahlen. Die Lösung liege nahe: Wer ein Smartphone besitze, habe darauf meistens auch eine Gesundheits-App installiert. Sie schreibt dazu in ihrem Vorstoss: «Versicherte sollen belohnt werden, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit treffen (Schrittzähler, Blutdruckmessung) und die Daten in ihr elektronisches Patientendossier einstellen, sofern sie dies wollen und dies im Rahmen einer besonderen Versicherungsform wählen.» Für Krankenkassen ist die Idee nicht neu: Die drittgrösste Versicherung, die Helsana, belohnt bereits Kunden, die regelmässig joggen, ein Fitness-Abo haben oder in die Ernährungsberatung gehen und das auf ihrem Smartphone dokumentieren – auch wenn sie nur eine Grundversicherung haben. Bis zu 75 Franken jährlich erhalten solche Versicherte als Bonus in einem Punktesystem. Für andere Krankenkassen wie die CSS gehört die Schrittentschädigung zu einem freiwilligen Angebot der Zusatzversicherung. Die Idee dahinter: Wer viel über seinen Gesundheitszustand weiss, könne drohende Krankheiten früher erkennen und neige dazu, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

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Herr Locher, Ruth Humbel fordert, dass Versicherte, die mithilfe von Apps wie Schrittzählern ihre Gesundheit überwachen, von tieferen Prämien profitieren sollen. Was halten Sie davon?
Ich finde die Idee völlig verfehlt. Sie ist technisch nicht praktikabel und gesundheitspolitisch völlig unerwünscht. Dass ich meine persönlichen Statistiken der Krankenkasse melden müsste, finde ich «bireweich». Wie viel ich täglich laufe, muss die Krankenkasse nicht wissen.

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Schaffen Sie 10'000 Schritte täglich?

Was spricht dagegen?
Erstens: Man benachteiligt mit dieser Methode alle, die nicht laufen können oder sonst irgendwie beeinträchtigt sind. Und zweitens müsste ich wohl bald auch melden, wie viele Cremeschnitten ich gegessen habe. Ausserdem kann man die Bewegung gar nicht immer richtig zählen. Wie würde so etwas beispielsweise beim Schwimmen funktionieren?

Würden Sie uns verraten wie viele Cremeschnitten Sie gegessen haben?
Nein, natürlich nicht. Mein Ziel sind 10'000 Schritte am Tag, aber das geht die Krankenkasse schlichtweg nichts an.

Was wäre eine Alternative, um die Gesundheit zu fördern?
Das ist viel komplexer! Sicher ist es nicht falsch, die Bevölkerung dazu ermutigen, mehr Sport zu machen, aber nicht mit einer solchen Idee.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dändliker am 12.10.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Habe mich sehr erschrocken!

    Sie sieht nicht gesund aus, sorry! Keine Vorbildfunktion.

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  • IchDuWir am 12.10.2018 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dünn nicht gleich gesund

    frau humbel sieht für mich nicht gesund aus. eher stark untergewichtig und ausgemergelt.

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  • Holz Michel am 12.10.2018 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen in die Politik

    Und mit solchen Aussagen soll man unseren Politikern vertrauen schenken?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mimi am 15.10.2018 03:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genau

    schrittzähler sind ja so genau bei meinem reicht es den arm zu schütteln und schon zält es schritte, zähneputzen zält schritte, im der pfane rürren zält schritte etc....

    • Jawoll am 15.10.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mimi

      Ist doch schön! Zählt Biergläser stemmen auch? ;-)

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  • schweizer am 14.10.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    humbel

    schritzähler einrichten? was wollen noch unsere politik uns befehlen,wen sie die krankenkasse nicht in den griff bekommen! es gibt nur ein rezept,krankenkasse obligat abschaffen, dan wirt webewerb geschaffen. supito (dreifuss ide hat nicht funkzionier)

  • Rose am 14.10.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrittzähler

    Ich muss sitzend oder stehend arbeiten (100%) dann heim und haushalten, in der Küche stehen, am Bügeleisen usw! Ich gehe so oft wie möglich spazieren, aber wenn es spät wird getraue ich mich nicht mehr nach draussen! Die Schweiz ist für Frauen nicht mehr sicher! Wer würde da wohl wieder benachteiligt?? Die Idee mit Schrittzähler finde ich nicht ausgereift! Gesundheit fängt bei mir auch bei der Ernährung an! Also fangt an! Keine Gifte, keine Zusätze! Überwacht dort erstmals dann bin ich auch mit Schrittzähler dabei!

    • Nubinu am 15.10.2018 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rose

      Das Sie am Abend, wenn es dunkel ist, nicht mehr nach draussen gehen, ist Ihre Entscheidung. Gefährlich ist es jedenfalls nicht. Ich tue dies seit Jahren täglich. Wie Sie das im Winter bewerkstelligen nach der Arbeit nach Hause zu kommen (ist ja um 17:00 Uhr auch schön dunkel) ist mir schleierhaft...

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  • Confus am 14.10.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe der Gesundheitswahn

    Also ich finde die Idee mit dem Schrittzähler und der dadurch reduzierten Prämie genial. Mit dem gesparten Geld haue ich mir dann täglich drei Familienpackungen Pommes Chips rein und kann mir auch das Rauchen wieder leisten

  • Bertb am 14.10.2018 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    übermässiger sport,

    ist genaus so ungesund, wie gar kein sport! die schäden durch zuviel sport, verursachen sogar die höheren kosten. ergo ist das keine lösung zur kosten senkung!

    • Nubinu am 15.10.2018 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bertb

      10000 Schritte pro Tag sind noch nicht mal im Ansatz Sport... Das ist normale Bewegung

    • Bertb am 16.10.2018 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nubinu

      ich komme nicht auf diese anzahl, wegen meiner geh behinterung! und wen ich wegen irgendwas auf die zahl komme an einem tag, muss ich dafür büssen in den nächsten tagen oder auch wochen.wo ich dann alles einschränken muss in den tagen. bei dieser idee gehts nur um eine sache, dass die versicherungen nicht zahlen müssen, und noch mehr ausreden dazu haben. es nicht tun zu müssen, wie es vertraglich zugesichert ist. würd beim nächsten mal zuerst nach denken bevor man sich äussert!

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