Töffunfall

11. August 2019 21:36; Akt: 12.08.2019 13:44 Print

«Ich hörte einen Schrei, dann war es totenstill»

Am Freitagabend verunfallte der 22-jährige Töfffahrer R. A.* in Mollis GL tödlich. Anwohner fordern nun eine Entschärfung der Kreuzung.

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«Es muss etwas getan werden, sonst gibt es bald das nächste Todesopfer», schimpft eine Glarnerin. Am Freitag gegen 20 Uhr kam es an der Kreuzung zwischen Rüfistrasse und Bahnhofstrasse in Mollis GL zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Eine 35-jährige Lenkerin wollte von der Rüfistrasse aus die Bahnhofstrasse befahren. Laut der Kantonspolizei Glarus hielt sie zuvor an einem Stoppschild an und vergewisserte sich, dass sie freie Fahrt hat. Trotzdem kam es zu einer heftigen Kollision mit dem Töfffahrer R. A.*, der von der Bahnhofstrasse her kam.

«Zuerst hörte ich einen Knall, danach einen lauten, hohen Schrei und dann herrschte Totenstille», sagt ein Anwohner. Er selbst wohnt unmittelbar an der Kreuzung. Mehrere Personen seien daraufhin auf die Strasse gerannt und hätten die Rettungskräfte verständigt. In wenigen Minuten sollen Polizei und Feuerwehr bereits vor Ort gewesen sein. A. sei dann mit der Rega ins Spital geflogen worden, wo er in der Nacht auf Samstag verstarb. Auf Social Media verabschiedet sich die Familie von ihrem Sohn. «Ich habe mich geopfert, damit dir nichts fehlt, aber leider war ich nicht in der Lage, dich vor unserem grössten Feind zu schützen – dem Tod», so seine Mutter.

Anwohner fordern Ampel oder Tempo 30

An der Kreuzung habe es an der Stelle immer wieder Unfälle gegeben, berichten Anwohner übereinstimmend. «Bisher gingen sie aber immer glimpflich aus», sagt einer. So zum Beispiel 2013, als ein 25-jähriger Lieferwagenlenker an genau der gleichen Stelle ein Töffli übersah. Der Lenker hatte Glück im Unglück und musste sich nur zur Kontrolle ins Spital begeben. Auch rund ein Dutzend Blechschäden ereigneten sich in den letzten sieben Jahren auf der Abzweigung.

Damit die Zahl nicht weiter ansteigt, fordern mehrere Bewohner, dass die Situation an der Kreuzung entschärft wird. «Das Problem liegt an der Sicht. Wenn man auf der Rüfistrasse nach vorn fährt, verdeckt einem eine Mauer mit Hecke die Sicht», erklärt eine Frau. Zwar gebe es einen Spiegel, dieser sei aber bei Einbruch der Dunkelheit nutzlos und habe aufgrund der Strassenbiegung einen toten Winkel.

Nun fordern Anwohner eine Ampelanlage oder eine Geschwindigkeitsreduktion von 50 auf 30 Stundenkilometer. «Die Gefährlichkeit dieser Kreuzung ist auch den Politikern bewusst, trotzdem wurde nie etwas unternommen», schimpft auch ein Leser. Laut Thomas Kistler, Gemeindepräsident Glarus Nord, ist die betreffende Strasse eine Kantonsstrasse, weshalb nur der Kanton und nicht die Gemeinde über eine Änderung verfügen kann. Das Department Bau des Kantons Glarus wollte am Sonntag nicht Stellung dazu nehmen.

*Name der Redaktion bekannt

(juu)