Absturz der F/A-18

14. Oktober 2015 14:45; Akt: 15.10.2015 07:03 Print

«Ich hörte einen ohrenbetäubenden Knall»

Eine F/A-18-Maschine der Schweizer Armee ist in Frankreich abgestürzt. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.

Bildstrecke im Grossformat »
Beim Piloten handelt es sich um den 38-jährigen M.H., hier bei einer Medienkonferenz mit Bundesrat Ueli Maurer. In Frankreich ist am 14. Oktober 2015 ein Flugzeug der Schweizer Armee abgestürzt. Die Unfallstelle in Glamondans. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen. Der Pilot überlebte dank seinem Fallschirm. Der Pilot musste mit unbestimmten Verletzungen ins Spital gebracht werden. Er sei bei Bewusstsein und ausser Lebensgefahr. Bei Flugzeug handelt es sich um den Typ F/A-18: Hier einer der Kampfjets bei einem Begleitflug am 24. Juli 2014. Von der abgestürzten F/A-18... ...sind nur noch Trümmer übrig. Laut Angaben der französischen Behörden hat das Wrack am Boden gebrannt. Das Verteidigungsdepartement gibt eine Pressekonferenz. Hier im Bild: Aldo C. Schellenberger, Kommandant der Schweizer Luftwaffe. Der Absturzort: Auf Gemeindegebiet von Glamondans, 20 Kilometer östlich der Stadt Besançon, in einem unbewohnten Gebiet. Es ist nicht der erste Absturz einer Maschine der Schweizer Armee. Nachfolgend eine Übersicht. Eine stürzt in Alpnachstad OW ab. Unterhalb einer Felswand im Maderanertal liegt das Wrack eines . Die beiden Piloten waren eingeklemmt, sie wurden erst am Abend geborgen. Beim Absturz einer sind beide Insassen ums Leben gekommen. Das Kleinflugzeug hatte die Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis touchiert. Die Trümmer des abgestürzten Helikopters brennen am Fuss des Mont Bonvin. Beim Absturz oberhalb von Montana VS sind alle vier Insassen gestorben. Der Unfall beim Landeanflug einer der Schweizer Luftwaffe sind im thurgauischen Wetzikon drei Menschen leicht verletzt worden. Nördlich von Crans-Montana VS crashte eine . Helfer suchen Trümmerteile. Eine (Symbolbild) stürzt auf einem Demonstrationsflug in der Nähe von Boltigen BE ab. Dabei sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Noch heute erinnert ein Gedenkstein an die Tragödie. Beim Absturz der im Raum Ste-Croix VD nahe des Col des Etroits kam der Pilot ums Leben. Im Tösstal im Zürcher Oberland stürzte eine Tiger F5 ab. Der Pilot hatte Glück - er konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Darauf erliess der damalige Kommandant der Luftwaffe ein vorübergehendes, vorsorgliches Flugverbot für die Tiger-Flotte, bis die Unfallursache geklärt sei.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Knapp zwei Jahre nach dem Unglück in Alpnachstad OW ist am Mittwoch erneut ein F/A-18-Kampfjet der Schweizer Luftwaffe abgestürzt.

Die Maschine verlor bei einem Trainingsflug im französischen Grenzgebiet plötzlich an Höhe. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Die Luftwaffe hat nun bereits drei F/A-18-Zweisitzer verloren.

Pilot rettet sich mit Schleudersitz

Die F/A-18 stürzte um 11.30 Uhr in der Nähe von Glamondans, 20 Kilometer östlich der Stadt Besançon, im Departement Doubs, ab. Das Gebiet gehört zum gemeinsamen Luftwaffen-Trainingsraum der Schweiz und Frankreich.

Die Maschine habe unvermittelt an Höhe verloren, sagte Luftwaffenkommandant Aldo C. Schellenberg vor den Bundeshausmedien in Bern. Die Gründe dafür seien noch nicht bekannt; eine Kollision sei nicht die Ursache. Schellenberg betonte, die F/A-18 seien nach einem kürzlich erfolgten Erhaltungsprogramm in gutem technischen Zustand.

Der 38-jährige Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Nach Angaben der Präfektur Doubs ist er bei Bewusstsein und ausser Lebensgefahr. Er wurde zur Pflege ins Spital in Besançon gebracht. Laut dem Luftwaffenkommandanten verfügt er über viel Flugerfahrung. Er habe mehr als 3500 Flugstunden absolviert, davon über 1100 auf diesem Flugzeugtypen.

US-Behörden informiert

Gestartet war die zweisitzige F/A-18-Maschine in Payerne VD. Sie war zusammen mit zwei Tiger-Kampfjets für eine Luftkampfübung in den grenzüberschreitenden Trainingsraum aufgestiegen, der regelmässig genutzt wird. Geleitet wurden sie durch französische Offiziere.

Die französischen Behörden haben nun auch die Leitung bei der Untersuchung zur Klärung der Absturzursache. Sie sollen ausserdem dafür sorgen, dass die Geheimhaltung technischer Informationen gewahrt bleibt. In diesem Zusammenhang hat die Schweiz auch die US-Behörden über den Absturz informiert.

Schellenberg zeigte grosse Erleichterung darüber, dass sich der Pilot retten konnte und dass auch am Boden niemand zu Schaden kam. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 50 Millionen Franken. Insgesamt - mit Simulationsanlagen - kostete das Flugzeug bei der Beschaffung etwa 100 Millionen Franken. Schellenberg sprach von einem «schmerzlichen Verlust».

Nur noch fünf Doppelsitzer

Nach dem Absturz verbleiben der Luftwaffe noch 31 F/A-18-Maschinen. Für den ordentlichen Luftpolizeidienst genüge das zwar, sagte der Kommandant. Auch sei die geplante Einführung der 24-Stunden-Bereitschaft nicht tangiert. Die Ausbildung sei ebenfalls nicht gefährdet.

Für die Organisation der Ausbildung bedeute der Verlust aber «zusätzliche Hindernisse», da von ursprünglich 8 Doppelsitzern nur 5 übrig seien. Ausserdem hätten schon die bisherigen 32 F/A-18 für die Durchhaltefähigkeit in einer angespannten Lage nicht gereicht, sagte Schellenberg.

Trainingsbetrieb eingestellt

Darauf hatte Verteidigungsminister Ueli Maurer vor der Abstimmung über die Beschaffung des Kampfjets Gripen hingewiesen. Das Stimmvolk sagte jedoch Nein zum Flugzeugkauf. Der Bundesrat plant nun, gegen Ende des Jahrzehnts die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge einzuleiten. Zum Einsatz kämen diese frühestens 2025.

Als Folge des Unfalls wurde der Trainingsbetrieb am Mittwoch eingestellt. Der Bereitschaftsdienst bleibt aber aufrechterhalten. Der Trainingsbetrieb soll so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden.

Nicht erster Absturz

Der Absturz in Frankreich ist nicht der erste Unfall einer F/A-18-Maschine der Schweizer Luftwaffe. Bereits vor zwei Jahren, im Oktober 2013, war ein Kampfjet an einer Felswand bei Alpnachstad OW zerschellt. Dabei kamen der Pilot sowie ein Fliegerarzt, der als Passagier an Bord war, ums Leben. Zurückzuführen war der Absturz auf eine Fehlbeurteilung des Piloten, wie der Schlussbericht der Militärjustiz ergab.

1998 war ein Militärflugzeug des gleichen Typs bei Crans-sur-Sierre im Wallis abgestürzt. Zwei Angehörige der Luftwaffe starben bei dem Unfall. Bei der anschliessenden Untersuchung wurden keine technischen Mängel festgestellt. Der Bericht nannte vielmehr eine räumliche Desorientierung des Piloten als wahrscheinliche Absturzursache.

Das Kampfflugzeug des Typs F/A-18 Hornet steht in der Schweiz seit 1997 im Einsatz. Der Jet ging 1988 vor allem wegen seiner langen Nutzungsdauer als Sieger aus der Evaluation hervor. Die Schweiz bestellte beim Hersteller McDonnell Douglas 34 F/A-18, 26 Einsitzer und 8 Zweisitzer.

Die Entwicklung im Ticker zum Nachlesen.

Zum Liveticker im Popup

(spu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Barcel0nalike am 14.10.2015 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oha

    Zum Glück ist niemanden etwas passiert! Weiss man schon was der Grund für den Absturz war?

    einklappen einklappen
  • maga am 14.10.2015 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gripen vor!

    Es wird Zeit neue Flugzeuge zu kaufen.

    einklappen einklappen
  • Stefan am 14.10.2015 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entsorgt

    So kann man die alten Dinger auch entsorgen. Wenigstens gab es keine Personenschäden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steinwerfer am 14.10.2015 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hier noch mein Senf dazu...

    Erstens bin ich froh und dankbar das der Pilot überlebt hat und am Boden niemand verletzt wurde! Zweitens sollten wir uns wirklich langsam Gedanken darum machen, wie wir den Luftraumschutz aufrechterhalten wollen (geschweige denn 7x24h), wenn die F-5E Tiger endgültig wegfallen. Die nun noch 31 F/A 18 sind zwar sehr gut aber reichen dennoch nicht für 7x24h Bereitschaft. Zudem wird auch die F/A 18 irgendwann wegfallen und dann wird es dringend und wesentlich teurer in der Beschaffung. Irre ich mich da?

    • Jamba am 14.10.2015 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      Und noch meine Mayonäse..

      Nein, das sind wirklich klare Worte, welche dem entsprechen, was auf uns zukommt. Wir werden ein neues Flugzeug brauchen.

    einklappen einklappen
  • Urs Fischer am 14.10.2015 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    War das vielleicht Training für die Rettungsaktion?

  • DamianR am 14.10.2015 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Titel?

    Braucht's den Titel in dieser Form? Es ist GLASklar was die F/A-18 in Frankreich machte.

  • Erdogan am 14.10.2015 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Was wohl?

    Was machte die F/A-18 über Frankreich? Fliegen und landen. Logisch eigentlich, nicht?

    • attatürk am 14.10.2015 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Nein, Abstürzen!

      Also fliegen und landen war das nicht.

    einklappen einklappen
  • hawi am 14.10.2015 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles andere ist Nebensache

    Gott sei Dank ist dem Piloten nichts schlimmeres geschehen. Alles andere ist Nebensache und ist ersetzbar.