Kiffende Mütter

17. April 2015 16:57; Akt: 17.04.2015 20:47 Print

«Ich liege nicht betäubt in der Ecke»

Viele Mütter greifen in der Schweiz zur Entspannung gern zum Joint. Einige der Pot Moms schildern 20 Minuten ihre Beweggründe, trotz Kindern zu kiffen.

storybild

Pot moms: Kiffende Mütter brauchen Gras zur Entspannung oder gegen Depressionen. (Bild: Keystone/AP/Rebecca Blackwell)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Jasmine* (57) ist vierfache Mutter und kifft seit 30 Jahren. Jeden Abend zündet sie sich einen oder zwei Joints an. Mittlerweile sind die Kinder aus dem Haus, doch sie griff auch zum Gras, als die Kinder aufwuchsen. «Ich begann damit, als ich 18 war, aber unregelmässig, so wie es viele tun», erzählt Steiner.

Dann wurde sie schwanger – und hörte auf. «Während der Schwangerschaft und der Stillzeit habe ich weder gekifft noch geraucht. Die Gesundheit der Kinder hatte höchste Priorität.» Jasmine griff danach aber oft zum Joint. «Die Kinder merkten davon zu Beginn nichts, später realisierten sie schon, was die Mutter so macht.»

Auch der Arzt unterstützt es

Einen negativen Einfluss auf die Kinder habe das aber nicht gehabt. Heute rauche nur der Jüngste ab und zu. Sie selbst leidet nach dem Unfalltod eines Sohnes an Depressionen und greift lieber zu Cannabis als zu Psychopharmaka. «Sogar mein Arzt hat gesagt, dass ich ruhig weitermachen solle, wenn es mir guttue», sagt Jasmine.

Alkohol sei für sie ein viel schlimmeres Suchtmittel. «Ich war froh, als ein Sohn mit seinem Kollegen bei uns zuhause kiffte und nicht irgendwo draussen soff und randalierte.» Kiffen tut sie zwar täglich, aber wenn sie ins Ausland gehe, sei der Verzicht während drei Wochen kein Problem. «Es beruhigt mich, es vertreibt meine schlechten Gedanken, ich bin danach ein aufgestellter und positiver Mensch und liege nicht betäubt in der Ecke.»

Bei 20 Minuten haben sich noch weitere Pot Moms gemeldet und berichten über ihre Erfahrungen, wie sie Muttersein und Kiffen unter einen Hut bringen.

Claudine* (30): «Ich habe zwei wundervolle Buben, die sind drei und fünf Jahre alt. Ich kiffe ab und zu mit meinem Mann, wenn sie im Bett sind. Einfach so, zum Entspannen. Auf Alkohol verzichte ich ganz, da merke ich, dass der meinem Körper nicht guttut.»

Janine* (21): «Ich habe bereits zwei Kinder im Alter von 10 Monaten und 2,5 Jahren. Ich habe bis Ende Januar jeden Abend einen Joint geraucht, weil es mir gutgetan hat. Dann habe ich aufgehört. Doch der einzige Unterschied ist, dass mich am Abend nichts anderes runterbringt. Ich werde wieder anfangen, denn ich finde es nicht schlimm, solange es in Massen und nicht vor den Kindern ist.»

Nadine*: «Ich bin eine vierfache Mutter, die gerne mal am Abend einen Joint raucht. Es ist nicht jeden Abend und erst wenn die Kinder schlafen. Ich liebe meine Rasselbande, wüsste aber nicht, wie all die Stressfaktoren sonst behoben werden könnten. Ich geniesse es, gemütlich auf dem Balkon zu rauchen und zu wissen, dass ich am Morgen wider fit bin für die Kinder – nicht so, wie wenn ich Alkohol trinke!»

Sophie* (48): Ich kiffe seit 25 Jahren. Früher täglich. Inzwischen habe ich drei tolle Kinder, 16, 18 und 20 Jahre alt. Während der Schwangerschaften und des Stillens habe ich natürlich gar nie gekifft und hatte damit auch kein Problem. Vor den Kindern haben wir uns nie versteckt, früher haben wir ihnen einfach gesagt, dass das Gras in der Zigarette wie der Zucker im Tee ist. Auch heute kiffen wir regelmässig, machen aber auch mal eine längere Pause. Übrigens: Keines unserer Kinder raucht oder kifft – Alkohol trinken sie selten bis nie.»

Monika*: «Ich bin Mutter eines vier Jahre alten Buben. Ich rauche am Abend einen Joint, um den Tag ausklingen zu lassen. Ich rauche nicht nur, um zu Entspannen, sondern benutze es als Mittel gegen Depressionen. Ich kann mit einem Joint am Morgen besser aufstehen, als wenn ich Antidepressiva nehme.»

*Namen geändert

(num)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tania am 16.04.2015 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine mam

    meine mam hat mir immer gesagt das sind spezielle indische zigaretten. bis ich alt genug war und mir alles erklärte... lustig das viele meinen sie sei eine schlechte mutter denn sie war immer die coolste und gleich auch strengste mam und das beste ich war und bin ein nicht kiffer obwohl ich es vor meiner nase hatte!

    einklappen einklappen
  • lucy am 16.04.2015 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine

    finde es nicht schlimm.. Sory Alkohol ist viel schlimmer.. smoke some weed..

    einklappen einklappen
  • Vater am 16.04.2015 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kiffmutti

    In der stillzeit zu kiffen oder auch zu saufen ist nicht gerade die beste idee, auch wenn kiffende mütter ansich nichts schlimmes sind.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ... am 18.04.2015 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich

    Wen man Kinder auf die Welt stellt, trägt man eine grosse Verantwortung. Also sollte man sich zuvor Gedanken machen ob man in seiner Entwicklung bei 14 Jahren stehen bleibt und weiter Drogen konsumiert oder man Verantwortungsvolle Eltern wird. Müttern, beziehungsweise Eltern welche in beisein der Kinder kiffen, sollte man das Sorgerecht entziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, das man bekifft Sachlich und Verantwortungsvoll handeln kann.

    • Aufklärer am 19.04.2015 00:08 Report Diesen Beitrag melden

      Hanf ist eine Ausstiegsdroge.

      Drogen.. welch missbrauchtes Wort. Droge heisst eigentlich nichts anderes als "Trockenes Kraut". Darunter fallen natürlich alle Teesorten wie Kamille, Brennessel, Grüner Tee usw. Alles Drogen, die auf das Hirn wirken. Darunter fallen jedoch nicht die harten Dämpfer wie Psychopharmaka, Ritalin usw. Der Begriff "Droge" wird total falsch verwendet. Drogen sind unter diesem Aspekt etwas gesundes. Hanf ist zudem eine Ausstiegsdroge bei harten Abhängigkeiten wie Ritalin und chemischen Mitteln, diw wirklich gefärhlich sind. Leider wollen viele die Wahrheit nicht anerkennen und glauben der Pharmalobby

    einklappen einklappen
  • Mutter am 18.04.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genuss?

    Kiffen als Genuss,wenn die Kinder wirklich nichts mitkriegen geht ja,jedem das Seine..Aber ich finde die vielen Stimmen, welche Kiffen zur Entspannung BRAUCHEN ganz ehrlich sehr bedenklich.

  • kiffer (30) am 18.04.2015 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Meinung inkl Erfahrungen

    ich rauche schon seit 16 Jahren, habe somit viele andere Leute die kiffen kennen gelernt. Ich habe oft erlebt, dass das Kind wegen Canabisanschaffung 2-Rangig wird und das finde ich einfach nicht in Ordnung. Wenn die "Pot-Mams" auch wissen was Priorität hat, stehe ich dahinter, ansonsten zerreist es mir manchmal das Herz

  • Brunhilde von und zu am 18.04.2015 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ratlos

    Wichtig: Mein kiffender Arbeitskollege warnt mich seit 4 Jahren davor, dass außerirdische die Welt erobern werden. Er nennt mir auch immer Orte und Daten, wann es denn soweit sein soll. Jedoch tritt das nie ein und es kommen immer neue Daten hinzu. Bitte helft mir. Wiran kann es liegen, dass er solche Wahnvorstellungen hat? Ich bin verzweifelt! Am Cannabis liegt es garantiert (!!!) nicht. Andere Drogen nimmt er auch nicht. Alkohol trinkt er auch nicht. Was kann das bloss sein??

    • C.R. am 18.04.2015 21:42 Report Diesen Beitrag melden

      antwort

      Frag einen Psychologen/Psychiater. Es gibt einige Erkrankungen die Wahn beinhalten. Deshalb könnte es von Schizophrenie bis wahnhafte Störung alles sein. Also wende Dich an eine oben genannte Person. Hier scheint es um eine Person zu gehen die eine Psychische Erkrankung hat und danach mit dem kiffen angefangen hat. Das ist das einzige was ich mit Sicherheit sagen kann. Nebenbei bemerkt kann nur eine Fachperson beurteilen ob dieser Arbeitskollege von Dir eine Gefährdung für sich und/oder Andere darstellt & deshalb eingewiesen werden sollte oder nicht. Bleib aber ruhig.

    • Heribertus der Betröppelte am 18.04.2015 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so sicher

      Sorry, da bin ich nicht so sicher... "Brunhilde von und zu" will uns meines Erachtens schlicht einen Bären aufbinden. Die 3 Ausrufezeichen und die absolute Verneinung jegwelcher anderer Substanzen tun in meinen Augen ihr weiteres. Ein sarkastischer Post meinerseits wurde zwar nicht freigeschaltet, da anscheinend Unsicherheiten bestehen, wie ernst der Kommentar gemeint ist, also auch Danke für ernstgemeinte Antworten, obschon ich wie gesagt denke, da will uns die gute Brunhilde schlicht verkohlen...!

    einklappen einklappen
  • Revilo am 18.04.2015 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Wenn ich schon lese das mache Pot Mum ohne kiffen nicht mehr runterkommt,sehe ich das schon als Sucht! Andere schaffen das auch ohne Ab und zu eine Joint rauchen oder ein Glas zu viel trinken ist völlig in Ordnung Alles in einem gewissen Mass