Urner Pfarrer

11. Februar 2015 09:21; Akt: 11.02.2015 10:28 Print

«Ich sehe keinen Grund, die Gemeinde zu verlassen»

Wendelin Bucheli verteidigt in einem Interview erstmals seine Lesben-Segnung. Die von Bischof Huonder geforderte Demission gedenkt er nicht einzureichen.

storybild

Pfarrer Bucheli sieht seine Arbeit in Bürglen noch nicht als getan an. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Pfarrer von Bürglen hat seine Segnung eines lesbischen Paares verteidigt. Es sei seine Aufgabe als Hirte, sich der Schwachen, der Verletzten und der Ausgegrenzten besonders anzunehmen, sagt er in einem Interview mit der «Neuen Urner Zeitung» vom Mittwoch.

Er habe so gehandelt, wie er das Evangelium verstehe, sagte Wendelin Bucheli der Zeitung. Die beiden Frauen gehörten zu seiner Pfarrei, und sie seien verwundet. Es sei nicht einfach für einen Menschen, wenn er erkennen müsse, dass er gleichgeschlechtlich veranlagt sei. An ein Ende seiner Arbeit denkt er nicht: «Ich fühle mich wohl in Bürglen. Meine Arbeit ist noch nicht fertig und ich sehe keinen Grund, zum jetzigen Zeitpunkt die Gemeinschaft zu verlassen.»

Huonder forderte Demission

Die Segnung, die Bucheli im letzten Herbst vorgenommen hatte, löste eine heftige Reaktion der Kirchenoberen aus, weil in deren Augen die Segnung der katholischen Lehre widerspricht. Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, forderte den Pfarrer zur Demission auf. Huonder einigte sich mit dem Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg darauf, dass Bucheli in das Westschweizer Bistum zurückgerufen werden sollte, in dem er zum Pfarrer geweiht worden war.

Bucheli sagte im Interview, er habe nicht mit einer so heftigen Reaktion gerechnet. «Ich habe die besagte Segnung vorgenommen, nachdem ich die Anfrage vor Gott geprüft hatte», sagte er. Dabei habe er sich auch von erfahrenen Seelsorgern beraten lassen. Bucheli hatte am Dienstag mitteilen lassen, dass er die geforderte Demission nicht einreichen werde. Der Kirchenrat von Bürglen und die politische Gemeinde unterstützen den Pfarrer.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter-brunner am 11.02.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Oberheiligen

    Bravo Herr Pfarrer. Die Oberheiligen von Chur und Lausanne haben ja gar keine Ahnung vom richtigen Leben.

    einklappen einklappen
  • ENU am 11.02.2015 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kirchenaustritte

    Das sehen praktisch alle Katholiken in der Schweiz. Die da oben sollten wieder einmal über die Bücher sonnst wird es wiederum Kirchenaustritte an Mass geben. Der uneinsichtige Bischof wird langsam ein Problem und nicht die Volksnahen Pfarrer. Jagt den Bischof zum Teufel...!!!!

    einklappen einklappen
  • Saint Vitus am 11.02.2015 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Huonder sieht die Realität nicht

    Als Katho erlaube ich mir eine Meinung: ich bin zwar gegen Heirat und Adoption bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Aber gegen eine kirchlichen Segen ist weiss Gott nichts einzuwenden! Sollen sie so glücklich werden, wie sie wollen. Der Bischof Huonder lebt anscheinend noch im tiefsten Mittelalter: will er den Pfarrer wohl noch verbrennen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Isabelle Schaller am 13.02.2015 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wendelin Bucheli

    Bravo Wendelin! Mit Deiner Offenheit und Toleranz würdest Du heutzutage jede Abstimmung über katholische Priester gewinnen! Weiter so!

  • Ursula Büchel am 13.02.2015 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich hab schon Mühe damit , wie wir Menschen Werten- wer gibt uns das Recht dazu? Die Sexulität eines Menschen hat doch nichts mit seinen Werten zu tun.

  • L. Buatrs am 12.02.2015 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fusion ist das Ziel

    Brauchen Leben oder Schwule überhaupt diesen kirchliche Institution? Ich bin nichts von Beidem, aber diesen Verein brauche ich nicht mehr. Oder werden jetzt Lesben zu Pfarrer und Diakone ausgebildet? Gibt es dann keine Übergriffe mehr?

  • Ka Plan am 12.02.2015 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Urbi et Orbi

    Würde er wirklich versetzt,dann nach Chur, als neuer Bischof.

  • Genug am 12.02.2015 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp it!

    Aufhören mit dieser dauernden Haarspalterei, die ansolut nichts bringt! Gott schuf Mann und Frau, damit sie sich ergänzen als Paar und fruchtbar sind. Gott liebt beide Geschlechter, die gleichgeschlechtliche Sexualität verabscheut er aber, weil er den Menschen nicht dazu erschaffen hat. Seine Schöpfung gilt in alle Ewigkeit, die ändert sich niemals. Wir Menschen meinen, dies umkrempeln zu können, werden jedoch immer daran scheitern.

    • chpitizh am 12.02.2015 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Gott hat die Welt Erschaffen?!

      Wenn "Gott" uns erschaffen hat, dann hat er doch alles geplant und die Welt erschaffen wie sie ist, mit allen den guten und schlechten Sachen. Darum verstehe ich solche aussagen nicht, oder zweifelt ihr an der Handlung von Gott und wie er sie erschaffen hat. Wollt ihr damit sagen Gott hat ein Fehler gemacht, bei der Erschaffung der Welt. Gott der Allmächtige der ohne Fehler ist.

    einklappen einklappen