Uni-Abschlüsse

05. April 2019 21:42; Akt: 06.04.2019 01:42 Print

Diese Akademiker sind am häufigsten arbeitslos

Die Geschichte von Tamara, die trotz zwei Master-Diplomen arbeitslos ist, bewegt. Sie ist kein Einzelfall. Besonders Geistes- und Sozialwissenschaftler brauchen Geduld.

Tamara erzählt von ihrer verzweifelten Jobsuche und ihrem Leben mit 2000 Franken pro Monat. (Video: 20 Minuten)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Tamara hat einen Master in Slavistik und einen in Business Communication in der Tasche. Trotzdem ist sie seit zwei Jahren verzweifelt auf Jobsuche (siehe Video). Doch sie ist kein Einzelfall: Wie die aktuellsten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, waren 4,8 Prozent der Master-Absolventen ein Jahr nach dem Abschluss im Jahr 2016 arbeitslos. Etwas weniger sind es bei den Doktorierten: 4,6 Prozent.

Nach fünf Jahren nehmen die Werte jedoch ab und liegen unter der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit im letzten Jahr. Diese betrug 4,6 Prozent.

Die besten Karten ein Jahr nach Abschluss auf Masterstufe haben Studis in den Richtungen Medizin, Pharmazie und Technische Wissenschaften, wo die Arbeitslosenquote am tiefsten ist. 6,5 Prozent beträgt die Quote dagegen bei den Geisteswissenschaftlern.

Nach fünf Jahren sinkt die Zahl, und die Naturwissenschaftler sind jene Gruppe, die am häufigsten keine Stelle haben.

«Da die Geisteswissenschaften nicht auf einen spezifischen Beruf vorbereiten, brauchen Absolventen länger, um einen Job zu finden», sagt Andrea Diem, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung. Zudem gebe es für Fächer wie beispielsweise Slawistik nur wenige fachspezifische Jobangebote.

So können Studis ihre Jobchancen verbessern

Sie rät: «Wer schon während des Studiums in einem verwandten Bereich arbeitet oder ein Praktikum absolviert, findet eher einen Job.» Auch Absolventen mit guten Noten hätten bessere Chancen. Und: «Es lohnt sich, den Abschluss nicht unnötig hinauszuzögern. Das sendet sonst negative Signale an potentielle Arbeitgeber», sagt Diem.

(pam)