Aargauerin im Weissen Haus

21. August 2019 11:06; Akt: 21.08.2019 13:29 Print

«Ich war sehr aufgeregt, als ich Trump ansprach»

von Ilona Himmelberger - Dabrina Tamraz wurde wegen ihres Glaubens im Iran verfolgt. Nun führte sie ihr Einsatz für religiöse Minderheiten ins Oval Office zu Präsident Trump.

So sprach Dabrina Tamraz mit Präsident Donald Trump. (Video: Youtube/20 Minuten)
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Unverhofft konnte die Wettinger Menschenrechtsaktivistin Dabrina Tamraz (33) vor wenigen Wochen persönlich mit US-Präsident Donald Trump sprechen. «Natürlich war ich da sehr aufgeregt», sagt die gebürtige Iranerin.

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Wird Trump für die Angehörigen der assyrischen Pfingstgemeinde im Iran etwas bewirken können?

Sie sei zusammen mit anderen Rednern einer von Aussenminister Mike Pompeo initiierten Veranstaltung zur Förderung der Religionsfreiheit zu einem Treffen ins Oval Office eingeladen worden, berichtet sie TeleM1. Zu 20 Minuten sagt sie: «Trotz der wenigen Vorbereitungszeit habe ich mich über diese Chance gefreut. Ich habe Donald Trump direkt mit ‹Mr. President› angesprochen, um ihn auf die Verfolgung von religiösen Minderheiten in Iran aufmerksam zu machen.»

«Trump war höflich»

Trump habe ihr konzentriert zugehört, niemanden unter Druck gesetzt und sich für die Anliegen der Redner sogar fünfmal mehr Zeit genommen als ursprünglich vorgesehen: «Ganz ehrlich: Ich habe Trump sehr positiv und höflich erlebt.»

Auch sagte er ihr zu, sich in Verhandlungen mit und über den Iran dafür einzusetzen, dass der Iran dazu verpflichtet wird, die Religions- und Glaubensfreiheit einzuhalten. «Ich war beeindruckt von der Stimmung im Oval Office, alle waren so offen, und es kam zu wertvollen Gesprächen. Das hat wirklich gutgetan.»

Wettinger Menschenrechtsaktivistin trifft auf Trump

Angehörige christlicher Gemeinden werden verfolgt

Sie sei in ihrem Heimatland eine der Ersten gewesen, die unter dem seit 2009 eingetretenen verschärften Umgang des Irans mit Angehörigen der assyrischen Pfingstgemeinde zu leiden gehabt habe, erzählt Tamraz. In dieser Zeit habe die Islamische Republik Iran begonnen, Pastoren und Personen mit Leitungsfunktion in christlichen Gemeinden zu verfolgen und zu verhaften. «Zuerst wussten wir ja gar nicht, was genau das alles bedeutet, da diese Veränderungen neu waren.»

Nachdem sie wieder aus dem Gefängnis entlassen geworden sei, sei sie aus ihrer Heimat geflüchtet und habe 2010 Asyl in der Schweiz gefunden. Sie lebt mittlerweile in Wettingen und kann hier gefahrlos ihren Glauben leben.

Vater, Mutter und Bruder sind in Gefahr

Doch ihr Vater, der vor dem Verbot evangelischer Kirchen im Iran Pastor war, sowie Mutter und Bruder befänden sich noch immer in grosser Gefahr. Sie alle seien im Iran bereits verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen von zehn Monaten bis zu zehn Jahren verurteilt worden. Da sie die Urteile angefochten hätten, würden sie in der Heimat auf die finalen Urteile warten, in denen über ihr Schicksal bestimmt werde.

Dabrina Tamraz setzt sich seit der Verhaftung ihrer Familienmitglieder wo immer möglich aktiv für deren Freilassung ein. Deshalb bat sie Präsident Trump, er solle bei Verhandlungen mit dem Iran auch ihre Familie erwähnen und damit auf deren Freisprechung hinarbeiten.

Tamraz setzt sich weiterhin ein

Die vehement vorgetragene Bitte der Aargauerin scheint Wirkung zu zeigen. Mike Pence, Vizepräsident der USA, publizierte kurz nach dem Treffen im Weissen Haus ein Statement der US-Regierung zur Verfolgung christlicher Minoritäten im Iran.

«Allerdings ist die Reaktion des Irans auf diesen Einsatz für mich schwer einzuschätzen. Ob er positive oder negative Folgen nach sich zieht, ist ungewiss. Trotzdem werde ich mich weiter für meine Familie und religiöse Minderheiten im Iran einsetzen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • icky am 21.08.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Aussergewöhnlicher Artikel

    Schön, das mal eine Story nicht künstlich so dargestellt wird, das Trump am Ende schlecht da steht.

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  • Geissenpeter am 21.08.2019 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Trump positiv und höflich erlebt"

    komisch, in den Medien lesen wir was für ein Teufel er ist, aber sobald ihn jemand persönlich trifft, sprechen alle davon, was für ein normaler und freundlicher Mensch er ist.

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  • Tinel am 21.08.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal darüber nach!

    -Trump habe ihr konzentriert zugehört, niemanden unter Druck gesetzt und sich für die Anliegen der Redner sogar fünfmal mehr Zeit genommen als ursprünglich vorgesehen: «Ganz ehrlich: Ich habe Trump sehr positiv und höflich erlebt.» -«Ich war beeindruckt von der Stimmung im Oval Office, alle waren so offen, und es kam zu wertvollen Gesprächen. Das hat wirklich gutgetan.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Art. am 22.08.2019 02:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stockholmer-Syndrom?

    Trump war freundlich... Dafür gibts Lob? Für Selbstverständliches?

  • Das genau ist doch die Stärke am 21.08.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    von Politikern wie D.T. ...

    Sie wissen ganz genau, wie sie sich wem gegenüber verhalten müssen, damit sie als sympathisch, als interessiert am Schicksal einzelner Menschen wahrgenommen werden. Denn je mehr Einzelne überzeugt werden können, desto grösser die Chance politisch umstrittene Ziele umsetzen zu können.

  • Scorpius am 21.08.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Überraschend

    Politiker, die auch mal einfach nur zuhören können? Ok, so was sollten wir bei uns auch einführen.

  • Salomon am 21.08.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Donald

    Durch seine Wahl ist halb Hollywood nun in der Ostschweiz und mein Haus mehr wert. Auch seine Hater sind Schnorris.

  • benno am 21.08.2019 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zielgruppengerecht

    Sie musste ganz langsam und einfach sprechen damit er ihr folgen konnte!