Mörgelis Facebook-Sperre

02. September 2015 17:03; Akt: 02.09.2015 17:37 Print

«Ich wurde Opfer einer politischen Kampagne»

von B. Zanni - Die kurzzeitige Facebook-Sperre schüchtert SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli nicht ein. Er spricht von einem Sieg für die Meinungsfreiheit.

storybild

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli: «Ich bin meine Posts bis jetzt immer durchaus reflektiert angegangen. Ich stehe hinter allem, was ich publiziert habe.» (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Christoph Mörgeli, am Dienstagabend löschte Facebook Ihr Profil wegen «unangemessener Inhalte». Am Mittwochvormittag haben die Facebook-Betreiber Ihr Profil aber bereits wieder aufgeschaltet. Was ist passiert?
Ganz einfach: Ich habe am Mittwochmorgen in einem E-Mail an Facebook erklärt, dass ich Opfer einer Aktion meiner politischen Gegner geworden bin. Dazu habe ich mich mit meiner Identitätskarte als Christoph Mörgeli ausgewiesen. Darauf hat Facebook mein Profil sofort wieder freigeschaltet und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.

Stein des Anstosses war ein Bild mit einem komplett überfüllten Schiff unter dem Titel «Die Fachkräfte kommen». Der Post ist auch jetzt noch online – warum?
Ich wüsste nicht, warum ich ihn entfernen sollte. Das Bild zeigt eindringlich das Problem der Qualität unserer Wirtschaftsimmigration. Zu sehen sind darauf 10'000 reine Wirtschaftsmigranten, die aus Albanien kamen und in Italien und Westeuropa arbeiten wollten. Ich erhielt das Bild von einem Freund und dachte, dass es das Problem auf den Punkt bringt. Wenn das Bild auch auf der Website der rechtsextremen deutschen Partei NPD und der rassistischen Plattform Netzplanet auftauchte, ist es nicht meine Schuld. Jeder weiss, dass ich mit denen null zu tun habe.

Hat Facebook Sie nicht dazu aufgefordert, das Bild zu löschen?
Nein. Das ist ein Sieg der Meinungsfreiheit. Darüber können sich meine politischen Freunde genauso wie meine Gegner freuen.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und Rassismus?
«Rassismus» ist ein dummer Begriff, der den früheren Rassenaberglauben zementiert. In Wahrheit gibt es weder eine schweizerische noch eine albanische Rasse. Gemäss Strafgesetzbuch hat die Meinungsäusserungsfreiheit ihre Grenzen bei Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung.

Wer hat Ihrer Meinung nach ein Interesse daran, dass Ihr Profil gesperrt wird?
Ich habe in letzter Zeit viele empörte, niveaulose Nachrichten von Menschen mit Namen erhalten, die ich nicht aussprechen kann. Sie werden wohl hinter der Aktion stecken. Wenn Menschen in die freie Schweiz kommen, um hier die freie Meinungsäusserung zu unterdrücken, ist das keine gute Entwicklung für die Schweiz.

In einer Kurzumfrage von 20 Minuten mit über 23'000 Teilnehmern gaben 60 Prozent an, dass sie die Entfernung Ihres Profils für richtig erachten. Auch in den Sozialen Medien äussersten sich viele Nutzer entsprechend.
Die grösstenteils primitiven Kommentare haben mich nicht im Geringsten getroffen. Ich bin meine Posts bis jetzt immer durchaus reflektiert angegangen. Ich stehe hinter allem, was ich publiziert habe.

Angenommen, Facebook hätte nicht eingelenkt. Wäre der Verlust des Profils ein Nachteil für Ihre politische Tätigkeit?
Natürlich. Dann hätte ich mich weniger gut äussern können. Weg vom Fenster wäre ich aber nicht. Ich habe noch ein offizielles Profil als Nationalrat. An meinem persönlichen Profil schätze ich aber, dass mich die Bürgerinnen und Bürger direkt auf ihre Probleme und die Missstände in unserem Land aufmerksam machen können.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rr am 02.09.2015 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ziel erreicht!

    ... und schon wieder steht er in der Presse und freut sich über die Gratis-Promotion.... ... es funktioniert immer wieder...

  • Selina Aeschlimann am 02.09.2015 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    Wenn das so ist müsste mancher (e) gesperrt werden.Was man da auf SP Seiten lesen musste Wegen Herr Blocher war weit unter der Gürtellinie. Entweder alle oder keiner das wäre und ist fair

  • Anina am 02.09.2015 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    wir leben in einem Land mit großer Meinungsfreiheit, dies muss von uns akzeptiert werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Strässle am 02.09.2015 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Drittens und viertens

    3. Herr Mörgeli spricht einerseits von einer gezielten Kampagne seiner politischen Gegner und andererseits waren es Menschen, dessen Namen er nicht aussprechen kann...Was denn nun Herr Mörgeli? 4. Herr Mörgeli betont, dass er nichts mit Rechtradikalismus zu tun hat er spricht aber von Menschen deren Namen er nicht aussprechen kann, die in die Schweiz kommen und die Meinungsfreiheit unterdrücken wollen...Eindeutig ausländerfeindlich!

  • Andreas Strässle am 02.09.2015 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Erstens und zweitens

    1/2 1. Ich habe das Bild von Herr Mörgeli auch gemeldet, nicht weil ich irgend einer Partei angehöre, sondern weil es absolut pietätlos ist, ein solches Bilde zu posten, während man in den Medien fast täglich über dutzende von toten Flüchtlingen liest. Männer, Frauen und Kinder, die bei der Flucht vor Vergewaltigung, Folter, Verstümmelung und Mord ums Leben kommen. 2. Das Leid von hundertausenden Flüchlingen für seine eigenen politischen Interessen zu missbrauchen, zeugt in meinen Augen von Menschenverachtung.

  • Peter Bieri am 02.09.2015 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mit weniger Hass und Häme...

    ... wäre es wohl nicht zu einer Sperrung gekommen.

  • Sandro P. am 02.09.2015 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Rassismus-Keule nervt

    Von Mörgeli kann man halten was man will. Zu erwartende Probleme muss man ansprechen dürfen. Es gibt, Gott sei Dank, noch keine Niveau-Polizei und das Recht auf die alleinige Wahrheit, haben weder Links noch Rechts gepachtet.

  • dave am 02.09.2015 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, unglaublich

    Sein Poste war ja an Primitivheit nihct zu ueberbieten und er beschwert sich ueber andere Nachrichten. Voellig Lernresistent