Islamprediger abgewiesen

12. Dezember 2009 08:17; Akt: 12.12.2009 09:40 Print

«Ihr werdet eine schöne Überraschung erleben!»

Der umstrittene deutsche Islamprediger Pierre Vogel hat wie angekündigt versucht, trotz einem Verbot in die Schweiz einzureisen. Er ist in der Nacht am Autobahnzoll in Basel von der Grenzwache gestoppt worden. Aufgegeben hat er aber noch nicht - für die heutige Demo in Bern hat er «eine schöne Überraschung» angekündigt.

Das Video hat Pierre Vogel gestern Nacht an der Schweizer Grenze gedreht und heute veröffentlicht.
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Vogel liess in einer Internetbotschaft offen, ob er erneut versuchen wird, in die Schweiz einzureisen, um an der geplanten Kundgebung gegen das Minarett-Verbot von heute Nachmittag in Bern teilzunehmen. «Vielleicht bin ich körperlich nicht da, vielleicht bin ich da, ihr werdet eine schöne Überraschung erleben», kündigte der Prediger an.

Man werde der Migrationsbehörde aber «kräftig den Marsch blasen». Für die bis zum kommenden 1. Januar gültige Einreisesperre erwartet Vogel eine Entschuldigung. Vielleicht werde einfach am 2. Januar wieder eine Kundgebung in Bern stattfinden. Die Sperre habe den Staat Tausende von Franken gekostet, erklärte Vogel. «Das ist ja was Gutes», sagte er.

Grenzwache droht mit «härteren Massnahmen»

Vogel wollte um etwa 22.30 Uhr in Begleitung mehrerer Personen am Autobahnzoll Weil am Rhein in die Schweiz einreisen. Das Grenzwachtkorps eröffnete dem muslimischen Prediger das vom Bund erlassene Einreiseverbot, wie Mediensprecher Markus Zumbach sagte. Dieser musste mit seiner Unterschrift bestätigen, dass er vom Verbot Kenntnis genommen hatte. Danach musste er die Rückreise nach Deutschland antreten.

Zwei weitere Autos, die Vogel begleiteten, konnten ihre Fahrt fortsetzen, weil gegen die etwa zehn Insassen keine Einreisesperren vorlagen. Sollte Vogel erneut versuchen, in die Schweiz einzureisen, müsste er gemäss dem Zoll-Sprecher mit «härteren Massnahmen» als nur mit der Abweisung rechnen.

Das BFM hatte die Einreisesperre mit Blick auf die für Samstagnachmittag auf dem Bundesplatz geplante Demonstration gegen das Minarett-Verbot nach einer gemeinsamen Lagebeurteilung mit der Fremdenpolizei der Stadt Bern erlassen. Und zwar gestützt auf die Bestimmungen des Ausländergesetzes, wonach eine solche Massnahme im Falle der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verfügt werden kann. Der ehemalige Profi-Boxer Vogel ist ein zum Islam konvertierter muslimischer Prediger.

Wettern gegen Schweizer «Sesselfurzer»

Erneut Stimmung machte Vogel auch gegen die islamischen Verbände in der Schweiz. Die Verbände, die sich von ihm und von der Kundgebung distanziert hätten, seien «Sesselfurzer». Es gehe nicht an, zu schweigen. Der Präsident der Föderation Islamischer Dachverbände der Schweiz, Hisham Maizar, hatte die Kundgebung als sinnlos und kontraproduktiv bezeichnet.

(ap)