Schule der Zukunft

04. Juni 2016 21:23; Akt: 04.06.2016 21:23 Print

«Im Klassenzimmer soll man Minecraft spielen»

Das Tablet wird im Klassenzimmer gemäss Lehrerverband bald so essenziell wie das Etui sein – zur Freunde von Hersteller Microsoft.

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Der Schulalltag in der Schweiz soll revolutioniert werden, zumindest wenn es nach Microsoft geht. Der IT-Gigant lud am Freitag zahlreiche Lehrer, Schulleiter und andere Bildungsvertreter zur Tagung «Innovative Schools». Rund 130 Teilnehmern sollten die Möglichkeiten des digitalisierten Schulunterrichts näher gebracht werden. Die Vision von Microsoft ist, «jeden Schweizer Schüler und Lehrer bis in wenigen Jahren mit Technologie so auszurüsten, dass sie innovativ lernen und lehren können», wie der Bildungsverantwortliche Marc Weder erklärt. Tablets beispielsweise seien im Schulzimmer des 21. Jahrhunderts unerlässlich.

Umfrage
Tablets für jeden Schüler – ist das eine gute Idee?
30 %
23 %
47 %
Insgesamt 3266 Teilnehmer

Besonders schmackhaft gemacht werden sollen die Geräte an der Tagung auch mittels eines spielerischen Zugangs. So heisst etwa einer der Kurse «Minecraft – Spielerisch lernen». Weder ist überzeugt vom pädagogischen Potenzial des Online-Games. Bei diesem kann man mit Blöcken seine eigene Welt schaffen und sich in dieser bewegen.

Als Beispiel nennt er seine Familienferien in Rom. «Wir gingen uns das Kolosseum anschauen, und als wir am Abend ins Hotel zurück kamen, wollten die Kinder das Bauwerk gleich in Minecraft nachbauen. Sie diskutierten und überlegten sich, wie man dies anstellen solle, und was wohin gehört.» In dieser Art und Weise sollten Schüler auch im Klassenzimmer Minecraft spielen, findet Weder. Früher habe man in der Schule vielleicht ein Poster zum Kolosseum gestaltet, die Digitalisierung biete hier einiges mehr an.

Das Videospiel Minecraft, hier in der Version für Wii U:

Es gehe auch darum, mit der digitalisierten Gesellschaft Schritt zu halten. «Wir benutzen ja sonst schon überall Smartphones, Tablets und Computer, wieso sollte diese Entwicklung vor der Schule Halt machen?», sagt Weder. Auch das Programmieren soll den Bildungsverantwortlichen mittels dem Kurs «Code your Life – Programmieren für Einsteiger» näher gebracht werden. Wichtig sei neben PC-Anwenderkenntnissen auch das «computational thinking», also zu denken wie ein Computer. Dabei helfe es sehr, zu wissen, wie die Programmierung einer Anwendung funktioniere.

«Bald so essenziell wie das Etui»

Beim Lehrerverband LCH rechnet man ebenfalls damit, dass Tablets bald flächendeckend eingesetzt werden. «Momentan sind es noch Pilotprojekte, doch schon in wenigen Jahren ist ein Tablet so essenziell wie heute ein Etui.» Um die Kosten im Rahmen zu halten, solle man auf eine «bring your own device» Strategie setzen, also dass Schüler ihr eigenes Gerät mitnehmen – wer keines habe, könne ein Reservegerät der Schule nutzen. Zemp betont, die Tablets würden aber keine Lehrperson ersetzen. «Pädagogisch gesehen ist ein Blick des Lehrers mehr Wert als 1000 Klicks auf dem Tablet.»

Laut Microsoft-Sprecher Weder hat sich die Rolle des Lehrers jedoch geändert. «Früher hatte der Lehrer das Wissensmonopol, heute kann man alles auch im Internet nachlesen.» Die Schüler müssten heute ihre Kreativität einsetzen, lernen Probleme zu lösen und in Teams zu arbeiten. «Das sind die Fähigkeiten, die man in Zukunft brauchen wird, denn die einfachen Aufgaben werden Computer erledigen.» Für die Recherche und die Zusammenarbeit seien Tablets essenziell.

Doch Tablets sind teuer – laut «Bund» sind die Kosten für Gemeinden, welche Tablets in Schulen einführten schnell «in die Hunderttausende von Franken gestiegen». Zu den erwarteten Absatzzielen im Schweizer Bildungsmarkt will sich Weder nicht äussern, und auch nicht, wie viele Tablets an Schulen verkauft werden sollen. Doch: «Der Bildungssektor umfasst in der Schweiz 1,5 Millionen Menschen.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 04.06.2016 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Open Source

    In Schulzimmer gehören nur Geräte mit Open Source Software, damit Microsoft oder Apple ihre marktdominierenden Stellungen nicht auf Kosten der Steuerzahler ausbauen können. Und gerade in der Schule sollte man vollständig auf Linux setzen.

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  • peter ball am 04.06.2016 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute lehrkraft

    die pads werden völlig überbewertet. auch Computer werden überbewertet im Unterricht. eine gute Lehrkraft kann nie und nimmer ersetzt werden.

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  • Thor mjoelnier am 04.06.2016 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horror

    so en chabis. die Kinder sollen zuerst mal richtig schreiben und rechnen lernen. das ganze Schulsystem ist für die katz. ein Armutszeugnis, jeder neue Lehrling in unserem Betrieb kann kaum was ausrechnen. Das ist traurig und tragisch zugleich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike Schwede am 05.06.2016 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten sparen. Aktuelle Lehrmittel zu teuer.

    Open Source Software - und Open Source Lehrmittel (!) - und es wird nicht teuer, sondern billiger. Die Abzocker sind die Lehrmittelverlage. Teuer, verstaubt und null innovativ.

  • Joe am 05.06.2016 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minecraft?

    So ein Schrott brauchts nicht an Schulen, das können die kleinen in der Freizeit spielen, das reicht völlig aus. M$ versucht wohl mit allen Mitteln die 2Mia reinzuholen die sie in Minecraft verbuddelt haben.

    • Lukes am 05.06.2016 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joe

      durch minecraft kann programmieren spielerisch gelernt werden sprich die Grundbausteine wie: OR AND NOT NOR NAND XOR XAND ... ...Können einfach nachgebaut und in komplexeren Schaltungen verwendet werden.

    • dontlikeminecraft am 05.06.2016 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lukes

      wir haben selber in der schule minecraft gespielt(schon vor 4 jahren/8.klasse) ich muss sagen dass ich mit den simens programmen einiges mehr gelernt habe...

    • Lukes am 05.06.2016 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @dontlikeminecraft

      habe auch zuerst mit siemens programmiert aber ich glaube minecraft kann vielen einen leichteren einstieg verschaffen (solchen die sehe n müssen um zu verstehen)

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  • PCH am 05.06.2016 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generation X

    Wir können uns nicht verschliessen vor den digitalen Medien. Die Kinder wachsen damit auf und es liegt an uns, den Konsum wohl zu dosieren ( soweit es in unserer Macht steht ). Wir als Eltern sind Vorbild ( hängen wir am Handy....werden es uns die Kids gleich tun).

  • Hugo am 05.06.2016 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht!

    Man muss nur einmal ein Buch lesen über die "Digitale Demenz", und man weiss, dass diese Idee von Microsoft und der Lehrerschaft zum Hirntod unserer Kinder führt. Aber wer kann heute noch lesen? Darum weiss niemand ob der Gefahren von Smartphones, Tablet und Co. Traurig

    • Chrigu am 05.06.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alle ausser Hugo

      Genau. Professor Manfred Spitzer sollte für alle Pflichtlektüre sein.

    • Mami von 3 Kiddys am 05.06.2016 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hugo

      Mein Sohn lernt Dank Minecraft von sich aus, zu schreiben und zu lesen.Weil ihm dieses Spiel so Spass macht.Ausserdem ist er Top im Räumlichendenken.Er kann Legopläne lesen und Sachen für 12 Jährige bauen. Er ist 6 Jahre alt.Und In Mathe ist er auch der Hammer.Man muss ja wissen wid viele Klötzchen man braucht um gleich grosse Gebäude zu bauen.Minecraft ist das Beste Lernspiel das es bis jetzt gab.Und es wird nicht langweilig,denn der Fantasie ist keine Grenze gesetzt.

    • Feuer am 05.06.2016 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mami von 3 Kiddys

      Toll, doch braucht es dies nicht im Unterricht, kann man Zuhause spielen.

    • Mami von 3 Kiddys am 05.06.2016 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feuer

      Wieso nicht? Wenn ich sehe wie viel Stunden die Kiddys reine Denkarbeit leisten,kann eine Halbestunde spielen nicht schaden.Oder?Schule sollte auch Spass machen.Ihre Arbeit macht ihnen doch sicher auch Spass.

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  • schindler am 05.06.2016 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    uninteressant

    Wenn man in der Schule Games spielen muss, wirds den Schülern auch bald langweilig. Und was sollen sie dann am Mittwochnachmittag machen?!?

    • pepper am 05.06.2016 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @schindler

      sie sind doch nur neidisch weill man das zu ihrer zeit noch nicht durfte;)

    • pepper am 05.06.2016 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @schindler

      neidisch?

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