Laserpointer

13. September 2016 13:10; Akt: 13.09.2016 13:15 Print

«Im schlimmsten Fall droht völlige Erblindung»

Laserpointer stellen vor allem für Kinder eine grosse Gefahr dar. Immer öfter kommt es zu schweren Augenverletzungen. Ein Kinderarzt appelliert an die Eltern.

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Herr Ioannou, amerikanische Forscher warnen vor der Gefahr von Laserpointern in Kinderhänden. Es komme öfter zu schweren Augenverletzungen mit Langzeitschäden. Wie sieht die Situation in der Schweiz aus?
Auch hierzulande bespricht man in Fachkreisen immer häufiger Fälle von Kindern und Jugendlichen, die sich beim Spiel mit Laserpointern gefährliche, sogar irreparable Augenverletzungen zuziehen.

Umfrage
Soll der Besitz von Laserpointern mit mehr als 1 Millitwatt in der Schweiz verboten werden?
75 %
22 %
3 %
Insgesamt 5899 Teilnehmer

Wieso verletzen sich vor allem Minderjährige ernsthaft?
Der Grund dafür ist die kindliche Neugier, die Kinder dazu bewegt, einen Blick direkt in den Laiserpointer zu wagen. Auch beim Spiel mit einem Spiegel kann sich ein Kind über die Reflektion des Strahls schwere Verletzungen zuziehen. Ich möchte alle Eltern bitten, kein Spielzeug mit Laserlicht zu kaufen. Es passiert so schnell etwas und die Folgen können ein Leben lang anhalten.

Wie viele Kinder sind in der Schweiz jährlich betroffen?
Das ist schwer zu sagen. Die Dunkelziffer wird immer grösser. Einerseits weil es mehr und mehr Fälle gibt, andererseits, weil das Beschaffen illegaler Laserpointer einfacher wird. Dazu kommt, dass Kinder mit leichten Verletzungen nicht unbedingt beim Arzt landen. Wer sich bei uns mit einer Laserpointer-Verletzung meldet, wird von unserem Triage-Arzt herausgefischt und einem Augenarzt notfallmässig zugewiesen.

Seit wann treten solche Fälle bei jungen Patienten auf?
Der erste grosse Fall wurde meines Wissens 2010 im «British Medical Journal» beschrieben. Dabei ging es um einen Teenager, der beim Spielen mit einem Laserpointer seine Augen traf und blinde Flecken im Sehfeld entwickelte. Zwei Monate später sah er zwar besser, die Netzhaut blieb jedoch beschädigt. Seither wurden regelmässig Studien zum Thema veröffentlicht. 2014 wurde im Fachblatt «Ophthalmology» eine ganze Fallserie von 14 jungen, männlichen Patienten publiziert, die meist beim Spiel mit Laserpointern verletzt wurden.

Wie entsteht eine solchen Verletzung?
Laserstrahlen gehen nahezu parallel von der Lichtquelle aus. Die starke Bündelung ermöglicht hohe Bestrahlungsstärken, die vor allem die Netzhaut schädigen können. In einfachen Fällen kann es zu einer Blendung der Sinneszellen ohne Schaden kommen, die sich nach Minuten wieder bessert.

Was passiert, wenn man länger in Laserlicht blickt?
Bei stärkerer oder längerer Einwirkung auf die Netzhaut kann ein irreversibler Gewebeschaden auftreten. Der Ausfall des Sehens, wie wir ihn nach Blendung kennen, bildet sich nicht wieder vollständig zurück. Dies kann zum bleibenden Verlust des zentralen Sehens und der Lesefähigkeit führen.

Welche Symptome deuten auf eine schwere Verletzung hin?
Nach einer direkten Strahlungsrichtung auf das Auge können eine thermische Reizung oder Verbrennungen der Bindehaut auftreten. Die Symptome wären dann brennende und tränende Augen. Bei stärkeren Lasern führen die Strahlen zu Verbrennungen auf der Netzhaut, die die Lichtrezeptoren unwiederbringlich zerstören. Hier kommt es zu Narbenbildung, Blutungen, Flüssigkeitsansammlungen oder manchmal auch zur Wucherung von neuen Blutgefässen.

Kann man komplett erblinden?
Verletzungen der Netzhaut bleiben meist unbemerkt, soweit sie nicht im Fleck des schärfsten Sehens (Makula) liegen. Ist jedoch die Makula betroffen, kann es zu einer starker Verminderung des Scharfsehens und des Farbsehvermögens kommen. Der schlimmste Fall tritt ein, wenn der Laserstrahl den Sehnerv trifft. Dann droht die völlige Erblindung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fragezeichen am 13.09.2016 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    Wozu braucht ein Kind einen Laserpointer? Wie spielt man mit einem Laserpointer?

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  • Mike am 13.09.2016 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Gefahr

    Gehört verboten. Es kann doch nicht sein, dass mit so einem "Spielzeug" jemand erblinden kann. So einen starken Laserpointer braucht kein Mensch.

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  • Präsentator am 13.09.2016 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    nur für Erwachsene und nur mit Schloss

    Ich habe ein etwas stärkeres Modell gekauft, damit der Pointer auch bei einer Präsentation auf Grossbildschirm Sinn macht. Niemals würde ich diesen Pointer einem Kind geben und niemals liesse ich diesen Pointer unabgeschlossen liegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vater von vier Kids am 14.09.2016 00:28 Report Diesen Beitrag melden

    Am Strand

    Diesen Sommer mussten wir unsere Kinder vom Spielplatz am Strand "evakuieren". Lasergeräte waren der Renner bei den Strandverkäufer (Jesolo). Unglaublich wie viele Eltern dort ihren Kids ein solches Gerät kauften und/oder unbeaufsichtigt damit spielen liessen. Aufklärung/Verantwortung tragen gehört auch hier zur Früherziehung/Elternpflicht!

  • mike tosh am 13.09.2016 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    witzregierung

    die Dinger sind gefährlich, verletzen Ungemein stark, und können zu extremen Unfällen führen. Und warum werden diese nicht verboten. Achtung jetzt kommts; weil es in der EU nicht verboten ist. Das kann ich nicht mehr nachvollziehen liebe VOLKSVERTRETER.

  • P.Eter am 13.09.2016 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sammlung

    Ich habe eine Laserpointersammlung, es wäre ziemlich blöde für mich wenn sie verboten werden. Es ist halt kein Spielzeug, darum sollten Kinder auch keinen Zugang dazu haben

    • Trixx am 14.09.2016 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.Eter

      Können Sie mir erklären wieso man die Dinger überhaupt braucht ?

    • HomerJ am 14.09.2016 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Trixx

      Man kann viele interessante Experimente damit machen. Man könnte die starken Pointer einfach dem Waffengesetz unterstellen. Also nur mit Erwerbsschein einen kaufen können. Da hätten alle was davon, denn nicht jeder Depp könnte sich einen besorgen und sie wären nicht verboten für Leute die damit normal umgehen.

    • Trixx am 14.09.2016 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HomerJ

      Was für Experimente zum Beispiel? Ich verstehe nicht was "Otto Normalverbraucher" mit einem Laserpointer zu experimentieren hat.

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  • Agent 007 am 13.09.2016 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mit 10 Jahren

    ich hatte mit 10-12 jahren auch Laserpointer aber in die Augen strahlen ???? nicht mit normaler Menschenverstand !!! es steht fast auf jedem Laser Fett Achtung nicht in die Augen strahlen oder auf english halt danger Meldung.

    • Peter Schneider am 14.09.2016 03:26 Report Diesen Beitrag melden

      Wozu?

      Wozu? Für Vorträge? Der Laserpointer war im Grund genommen völlig sinnlos. Ob das Kind die Gefahren versteht ist ja egal. Jeder Laserpointer ist per se eine Gefahrenquelle. Auch in den Händen von Erwachsenen.

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  • Laserschutzbeauftragter am 13.09.2016 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für jede

    Ich möchte behaupten,dass die Mehrheit der Beditzer von starken Pointer keine Ahnung haben was sie in den Händen halte. Starke Laser gehören alle nur in die Hände von sachkundigen Anwendern. Ich melde auch regelmassig alle starken Pointern welche ich zum Kauf finde in der Schweiz. Da der Verkauf bereits verboten ist wenn er nicht der Laserklasse 1 und bedingt 2 entspricht. Jann man selbst beim BAG nachlesen.