Glutenfrei oder vegetarisch?

05. Februar 2019 05:44; Akt: 05.02.2019 11:41 Print

«Immer mehr Soldaten brauchen eine Extrawurst»

Die Armee nimmt bei der Verpflegung auf immer mehr Befindlichkeiten Rücksicht. Und das bei einem Budget von 8.75 Franken pro Person und Tag.

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Die Verpflegungsansprüche bei Rekruten und Soldaten sind gestiegen. Und das bei 8.75 Verpflegungskredit pro Person und Tag. Für die Verpflegung gibt die Armee pro Rekrut und Tag maximal 8.75 Franken aus. 2.38 Franken müssen im Schnitt für den Zmorge ausreichen. Für den Kaffee wird mit 9 Rappen pro Mann gerechnet, 1 dl Orangenjus schlägt mit 14 Rappen zu Buche. Dazu gibt es 100 g Brot (39 Rp.), 20 g Butter (44 Rp.) oder 30g Müesli (25 Rp.). Am teuersten sind Käse (30 g à 54 Rp.) und Aufschnitt (50 g à 60 Rp.). 3.91 Franken genügen für einen durschnittlichen RS-Zmittag. Nach einer Gerstensuppe (23 Rp.) gibt es beispielsweise hausgemachten Hackbraten (1.92 Fr.) mit Senfsauce (7 Rp.), Bratkartoffeln (96 Rp.) und gedünstete Rüebli (49 Rp.). Rechnet man den Pfefferminztee (10 Rp.) dazu, reicht es nur noch für ein Mini-Dessert. Und 2.46 Franken stehen dann noch für den Znacht pro Rekrut zur Verfügung. Das reicht für eine Bouillon zur Vorspeise (5 Rp.) und einen Hagebuttentee (10 Rp.). Als Hauptgericht werden Spinat-Lasagne (1.86 Fr.) sowie drei verschiedene Salate (40 Rp.) mit italienischer Sauce (5 Rp.) aufgetischt. «De neue Kaufhauscop #10yearschallenge», schreibt der Komiker Bendrit Bajra zu diesem Foto auf Instagram. Bendrit ist seit kurzem in der RS. Auf Insta bat er seine Community, ihm Fresspakete zu schicken. Schliesslich sei die Paketlieferung ins Militär gratis. 20 Minuten wollte ihn nicht hungern lassen und wird ihm deshalb dieses Fresspäckli zukommen lassen. 20-Minuten-Leser entschieden, was Bendrit erhalten soll. Im Päckli dabei sind etwa Chips oder Red Bull, ... ... aber auch eine obligate Auto-Politur für Bendrit und Mehlwürmer zum Ausprobieren. Findest du sonst noch heraus, was Bendrit erhalten wird?

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Chips, Gummibärchen oder Schokolade: Über ein «Fresspäckli» freut sich jeder Rekrut oder Soldat in der Armee. Einer von ihnen ist der Komiker Bendrit Bajra, der vor rund einem Monat in die Rekrutenschule in Bülach eingerückt ist. «Leute, ihr wisst ja, dass ich dick bin – und aktuell im Militär», schreibt Bajra. «Ich muss meine Linie da halten, schickt mir darum doch ein Fresspäckli. Paketlieferung ist gratis!»

Zu 20 Minuten sagt Bajra, dass das normale Tagesmenü in der RS sehr gesund sei – für ihn sogar zu gesund. «Ich liebe es, zu essen, und ich gönne mir gern etwas. Das vermisse ich jetzt im Militär.» Dass das im Militär nicht immer möglich sei, könne er aber verstehen. «Nicht zuletzt, weil unser Essen pro Tag höchstens 8.75 Franken kosten darf.»

Steigende Ansprüche

Gemäss Jean-Michel Martin, Chef Fachbereich Verpflegung bei der Armee, sind nicht die Kosten das Problem, sondern die konstant steigenden Ansprüche der Armeeangehörigen.
Gab es früher zum Zvieri etwa nur Militärbiscuits, unter den Soldaten auch als «Sägemehl am Stück» bekannt, habe die Armee das Angebot mittlerweile deutlich ausgeweitet.

«So gibt es etwa Kambly-Guetzli, Basler-Leckerli oder Apfelmus», sagt Martin. «Aber die Leute sind mittlerweile sehr schwer zufriedenzustellen, immer mehr Soldaten brauchen eine Extrawurst.» Daher würden viele Armeeangehörige auf die Fresspäckli zählen, die sie mit ihrem Lieblings-Zvieri versorgten. Aber nicht nur beim Zvieri würden die Ansprüche steigen, auch bei der normalen Verpflegung hätten sich die Ernährungsgewohnheiten geändert.

Protein und fleischlose Alternativen

So gebe es zahlreiche religiöse oder gesundheitliche Befindlichkeiten, auf die man Rücksicht nehmen müsse, so Martin. Beispielsweise bei Muslimen, Vegetariern oder glutenunverträglichen Personen. Und bei «Fitness-Freaks» sollte vor allem möglichst viel Eiweiss im Essen drin sein. «Wenn jemand vor 20 Jahren keine Kutteln, Leberli oder keinen Eintopf essen wollte, war das sein Problem.»

Heute werde das Personal darin geschult, bei jedem Mittag- oder Nachtessen fleischlose Alternativen anzubieten. Und Personen mit Zöliakie könnten etwa selbstständig glutenfreie Produkte kaufen, die ihnen das Militär zubereite und zurückvergüte.

Viel Fleisch

Auch Allesesser sollten bei fleischlosen Alternativen zünftig zugreifen, findet die Ernährungsberaterin Nicoletta Weber aus Dietlikon ZH. Denn die Verpflegung im Militär sei eindeutig zu fleischlastig, die 8.75 Franken pro Person könnten intelligenter investiert werden. «Zwei- bis dreimal Fleisch pro Woche genügen reichlich für eine gesunde Ernährung», sagt Weber.

Und da Fleisch oft der teuerste Menüpunkt sei, schone das auch das Budget, sagt Weber. Mit dem gesparten Geld könnte man das Salatangebot ausbauen oder zusätzliche Gemüseoptionen offerieren. Bei Rekrut Bajra stösst diese Forderung auf Ablehnung: «Noch mehr Gemüse? Nein, das muss definitiv nicht sein», sagt er mit einem breiten Lachen.

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ewigsvegi am 05.02.2019 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas...

    Es werden künstlich Probleme geschaffen, dass es welche gibt... so scheint es. Ich bin seit meinem 10. Lebensjahr Vegi, weil ich Fleisch einfach nicht gern hab. Ich lebe bis heute gesund und habe keinen Schaden daran genommen, kein Fleisch gegessen zu haben. Weder esse ich Tofu noch andere komische Fleischersatzprodukte. Habe im Militär vor 20 Jahren überlebt und bin noch an keiner Party oder Grillfest verhungert! Man kann sich auch an einem Beilagenteller sattessen und keiner braucht sich die Mühe zu machen, einem Vegi eine 'Extrawurst' aufzutischen! Sorry, aber es gibt einfach zuviele Nörgler, die nicht sehen, wie gut es uns eigentlich geht. Seid doch mit dem zufrieden, was wir haben! So!

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  • Tim Tim am 05.02.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mami

    Am besten gleich das Mami mitnehmen, damit alles gemacht wird wie zu hause... Verwöhnte Menschheit, auf nichts kann verzichtet werden!

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  • HolyWood12 am 05.02.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mir Wurscht

    Das Problem ist nicht, dass immer mehr Leute Extra Wünsche haben, sonder dass die Gesellschaft darauf eingeht und überall nachgibt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan am 05.02.2019 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bodenhaltung.

    In den feinen Kamblygüetzi sind leider immer noch Eier aus Bodenhaltung drin. Ein absolutes NoGo, die Tiere sehen ihr Leben lang nie die Sonne. Das ist nicht notwendig um 1-2 Rappen pro Packung einzusparen. Nichtwissen macht selig.

  • P. Enis am 05.02.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel des Guten

    Zum Glück konnte ich vor 4 Jahren mein KüC Zeug abgeben. In der Gastronomie finde ich Sonderwünsche ok. Aber hey im Militär kocht man nicht nur individuell sondern passt sich auch noch den gewünschten Essenszeiten an. Unmöglich.

  • Mawe am 05.02.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Der Soldat isst was auf den Teller kommt. Keine Ausnahme für Religion, Ethik oder Moral. Soldaten die allergisch auf Lebensmittel sind müssten vom Militärdienst befreit werden. . Im Ernstfall kann nicht für jeden einzelnen gekocht werden. Unmöglich!

  • 0000 am 05.02.2019 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    also ich esse in wk jeweils was es gibt auch wenn ich es nicht mag. besserer küsches wären ok. gibt sehr gute aber leider auch nicht so gute. aber esst was auf den tisch kommt

  • Captain Hauptmann am 05.02.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Bin nicht mehr sicher, aber zur Zeit als ich rekrutiert wurde, war, soweit ich mich erinnere Zöliakie ein Grund für Dienstuntauglichkeit