GLP-Vorstoss

02. Februar 2019 20:43; Akt: 02.02.2019 20:43 Print

Solar-Skilifte sollen das Klima retten

Weil es in den Bergen auch im Winter sehr sonnig ist, fordern die Grünliberalen mehr Subventionen für Solaranlagen in hohen Lagen.

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Nebelsuppe im Mittelland, strahlender Sonnenschein in den Bergen: So zeigt sich das Wetter dieser Tage regelmässig. Von diesem Umstand könnten nicht nur die Wintersportler profitieren, sondern auch das Klima, finden die Grünliberalen. Im Rahmen ihrer Klimaoffensive fordern sie vom Bundesrat, Solaranlagen in Berggebieten stärker zu subventionieren. So könne man etwa Skilifte und Bergbahnen mit Solarpanels betreiben, auch an Stauseen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden.

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Sind Solarskilifte eine gute Idee?

«In den Alpen erreichen wir für die Solarenergie mit bis zu 1600 kWh/m2 sogar spanische Verhältnisse», sagt GLP-Vizepräsident Pascal Vuichard. Während Solaranlagen im Mittelland starken saisonalen Schwankungen unterliegen würden, gebe es in den Bergen konstant hohe Einstrahlungswerte. «In den Alpen lässt sich im Winter aufgrund der vielen nebelfreien Tagen gleich viel Strom produzieren wie im Sommer. Zudem kann die vom Schnee reflektierte Sonneneinstrahlung noch zusätzlich zur Stromerzeugung genutzt werden.»

«Der Solar-Skilift ist ein voller Erfolg»

Die Partei will darum eine Motion im Parlament einreichen, die den Bundesrat beauftragt, für Photovoltaikanlagen in Bergregionen eine höhere Einmalvergütung festzulegen. Wer also in den Bergen eine Solaranlage installieren will, soll vom Bund mehr Geld für den Bau bekommen.

Bereits seit 2011 ist in Tenna GR ein Solarskilift im Einsatz. Die Solarpanels sind beim Bügellift direkt über der Fahrbahn montiert. «Der Lift ist ein voller Erfolg, wir produzieren je nach Jahr 12- bis 17-mal so viel Strom wie der Lift benötigt, letztes Jahr waren es 100'000 Kilowattstunden», sagt Betreiber Edi Schaufelberger.

«So eine Anlage wäre heute nicht mehr möglich»

Den Strom bringe jährlich rund 40'000 Franken ein, die Ammortisation der rund 700'000 Franken teuren Anlage laufe gut. «Es ist also absolut sinnvoll, in den Bergen auf Solarstrom zu setzen.» Es gebe nur einen Nachteil: «Die Solarpanels müssen natürlich oft vom Schnee befreit werden, ausser man kann die Panels wie bei unserer Anlage kippen.» Anfangs habe es noch Widerstand von Pro Natura und dem Landschaftsschutz Schweiz gegen den Solar-Skilift gegeben, weil die Solarpanels im Sommer stark sichtbar seien. Doch auch sie hätten sich vom Projekt überzeugen lassen.

Die Bestrebungen der Grünliberalen seien zu begrüssen, auch wenn Schaufelberger lieber höhere Ansätze bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) sähe. Diese erhält, wer Strom ins Netz einspeist. «Die Ansätze sind in den letzten Jahren massiv gesunken, heute würde es sich nicht mehr lohnen, so einen Solarlift zu bauen», so Schaufelberger. Denn: Die Zeit für die Ammortisation sei heute massiv länger. Der Bundesrat begründet die Senkung der Ansätze mit den tieferen Kosten für die Anschaffung einer Solaranlage.

«Kurze Tage und schlechtes Wetter»

Für SVP-Nationalrat Christian Imark hingegen ist die Idee der Grünliberalen «nicht mehr als ein PR-Gag», der das Problem nicht löse. «Auch in den Alpen sind die Tage im Winter kurz, oft ist es neblig und gefroren. Solarenergie ist also auch hier keine verlässliche Stromquelle.» Was man stattdessen brauche, sei ein konstanter, verlässlicher Energieflus – sogenannte Bandenergie.

Das Volk wolle den Atomausstieg – die AKW-Energie zu ersetzen, sei aber weiterhin ein ungelöstes Problem. «Vielleicht taucht eine neue Technologie auf, aber die Zeit drängt.» Im schlimmsten Fall müsse man auf Gaskraftwerke setzen. Erhöhe man die staatlichen Beiträge an Solarpanels, werfe man nur Geld aus dem Fenster. «Bei gutem Wetter ein Überschuss, bei schlechtem Wetter fehlt plötzlich die Energie. Das nützt niemandem etwas und das investierte Geld fehlt anderswo.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell am 02.02.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahljahr

    Man merkt das dieses Jahr Wahlen stattfinden. Was kommt noch alles von den Parteien.

  • Kurt am 02.02.2019 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was....

    Tolle Idee....... Gab es vor Jahren schon... Nur waren damals die Landschaftsschützer dagegen wegen der Veranstaltung der Landschaft

  • Markus H. am 02.02.2019 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Windanlagen bauen!

    Aber gegen Windanlagen wird laut protestiert!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Proletarier am 02.02.2019 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringts

    Wenn die USA, Russland, China und Indien nichts für die Umwelt tun? Wachsen dann nur in der Schweiz die Gletscher wieder?

  • Adrian am 02.02.2019 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre CO2-Sünde

    Vielleicht sollten unsere Linken und Grünen weniger Menschen aus Ländern mit kleinem ökologischem Fussabdruck importieren. Migration ist eine hohe CO2 Tatsache, denn für all die Menschen muss gebaut, geheizt und vieles mehr gemacht werden. Ein Solarskilift ist da nur warme Wahlkampfluft.

  • Motzki am 02.02.2019 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Richtung

    In Deutschland zahlen die Stromkonsumenten pro Jahr 24 Milliarden Euro als Energieumlage zur Förderung erneuerbarer Energien an die Stromfirmen, die diese Abgabe an die Inhaber von Solar-Wind- etc,. Anlagen weiterleiten. Vom mit 24 Millionen geförderten Strom wird für 1 Milliarde Strom auf dem freien Markt verkauft. Das heisst, dass die Stromkonsumenten 23 Milliarden Euro für Strom zahlen, der zur falschen Zeit am falschen Ort produziert und nie gebraucht wird. Dieser volkswirtschaftliche Unsinn muss aufhören! Subventionierte Solaranlagen auf Skiliften gehen weiter in die falsche Richtung,

  • Gil.pulver am 02.02.2019 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super gut, die Menschheit hat ja gesagt beim Kolumbus, da hat die Erderwärmung angefangen wenn man ehrlich sein will, jetzt wird alles auf Umwelt vermarkt, aber die Entsorgung von den Elementen sowie die Auto Energie auf Elektrisch muss ich einfach sagen das ganze ist Politisch sehr Krank. Es geht nur auf Profitgier und um gar nichts anderes, denn der Planet und die Umwelt steuert sich selber und sonst hört auf Menschen aufzustellen, so werden die Reichen auch keine dummen Menschen mehr haben wo für sie arbeiten oder denn Dreck machen.

  • Öko Fritzl am 02.02.2019 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Idee

    Tolle Idee und in meinen Augen zweckmässig und ökonomisch zu rechtfertigen. Impact aufs Klima wird exakt Null sein, aber ein weiterer Trippelschritt in Richtung Nachhaltigkeit (Solarpanels verursachen in der Herstellung übrigens auch CO2) ist es. Dafür!