Handy-Konsum

24. März 2016 23:22; Akt: 24.03.2016 23:22 Print

«In der Nacht muss ich nicht erreichbar sein»

von B. Zanni - Der eine chattet bis spät in die Nacht, der andere liest lieber ein Buch: Zwei Leser erzählen, wie sie abends mit dem Smartphone umgehen.

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Gregor Schibig findet: «Die Nacht ist zum Schlafen da.» Darum schaltet er sein Handy in den Flugmodus. (Bild: zvg)

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Die Hälfte der Schweizer Jugendlichen fühlt sich unter der Woche nicht oder eher nicht erholt. Einen möglichen Grund sehen die Forscher der neuen James-Focus-Studie im Handy-Konsum. 20 Minuten hat mit zwei jungen Menschen geredet, die ihr Smartphone unterschiedlich nutzen.

«Manchmal chatte ich bis 2 Uhr morgens»

Anto Gerber, 16 Jahre alt, Bern: «Eigentlich müsste ich mein Handy um 22.30 Uhr, wenn ich ins Bett soll, ausschalten. Aber da ich um diese Zeit oft noch nicht schlafen kann, kommuniziere ich mit meinen Freunden über Whatsapp, Snapchat und Instagram. Oft tausche ich mich auch in Internet-Foren aus, recherchiere im Netz für die Schule oder surfe einfach herum. Dazu schaue ich Filmchen auf Youtube. Vor allem mag ich Vlogs. Da geben junge Leute in Videos Einblick in ihr Leben.»

«Vor dem Einschlafen werfe ich auch immer noch einen Blick auf die Push-Nachrichten von Newsportalen und schreibe Kommentare. Meist lege ich mich unter der Woche zwischen 23 und 23.30 Uhr schlafen. Am Sonntagabend wird es oft sogar 1.30 oder 2 Uhr morgens, bis ich das Handy zur Seite lege. Morgens muss ich bereits um 5.30 Uhr wieder aufstehen. Für mich ist es aber kein Problem, wenn ich zum Beispiel nur vier Stunden geschlafen habe. Nach einer kalten Dusche bin ich fit für die Schule.»

«Im Bett lese ich lieber ein Buch»

Gregor Schibig, 23 Jahre alt, Student, Zug: «Mir ist wichtig, dass ich unter der Woche 8½ Stunden Schlaf habe. Damit ich gut und genug schlafe, lege ich das Handy abends möglichst früh zur Seite. Lieber als im Internet zu surfen oder noch mehr mit Freunden zu chatten, lese ich ein Buch. Doch ab und zu kommt es vor, dass ich bis kurz vor dem Schlafengehen zum Beispiel zwei Stunden auf Facebook surfe. Das wirkt sich sofort negativ auf meinen Schlaf aus, auch wenn ich das Handy spätestens um 23 Uhr weglege. Ich werde weniger schnell müde, schlafe schlechter und fühle mich am Morgen erschöpft.»

«Nicht infrage käme für mich, das Handy nachts eingeschaltet zu lassen. Stattdessen stelle ich es immer auf Flugmodus. Das mache ich, weil ich mich nicht auch noch nachts den Handy-Strahlen aussetzen will. Schaue ich auf das Handy, dann höchstens, um auf die Uhr zu sehen, wenn ich aufgewacht bin. Die Nacht ist zum Schlafen da. Dann muss ich für niemanden erreichbar sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1978 am 24.03.2016 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sucht-Gefahr

    Das Smartphone kann Fluch und Segen gleichzeitig sein. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass mein Handy-Konsum mir selber zu Denken gibt. Ich schalte mein Natel zwar ab, bevor ich ins Bett gehe aber am Tag greife ich viel zu oft dazu. Ich hoffe, dass ich das bald ein wenig besser in den Griff bekommen werde. Versuchen werde ich es auf jeden Fall und mir auch sehr Mühe geben.

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  • Enya am 25.03.2016 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy-Fasten

    Um meinen Handy-Konsum zu kontrollieren, habe ich mich bewusst zum "Handy-Fasten" entschieden. Die letzten 5 Wochen war ich ohne Handy unterwegs - das hat super geklappt. Obwohl ich weder am Tag noch in der Nacht erreichbar war, bin ich nicht vereinsamt. Im Gegenteil, mir bleibt viel mehr Zeit für mich und das Einschlagen fällt auch leichter ohne die externe Berieselung. Also definitiv empfehlenswert!

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  • redman am 24.03.2016 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    mein schlaf gehört mir

    früher hab ich die alten handys nachts immer ausgeschaltet und seit dem ich ein smartphone habe stell ichs in den flugmodus. ich hab noch nie mein handy nachts eingeschaltet und habe mir geschworen das nie zu machen. egal um was es geht, das kümmert mich in meinem schlaf nicht und da braucht auch niemand zu stören. im bett 2-3 stunden am handy verbringen? ohne mich. bin tagsüber genug online und muss nicht noch zeit im bett verplämern die ich eignt. schlafen kann. an den beispielen oben sieht man wie der materialismus vom mensch besitz ergriffen hat und die hirnwäsche bestens funktioniert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 26.03.2016 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    All die Notfälle!

    Bin 41, hab 2 Kinder, Verwandte, Freunde, wie halt üblich. Und noch nie in meinem Leben erhielt ich 1 nächtlichen Notfallanruf. Schlafen = Handy aus. Passiert wo was, dann passierts eben. Wir sind alle bloss Menschen. Oder?... Seid ihr alle denn dermassen wichtig? Und für den Beruf immer (!) rund um die Uhr (!) erreichbar sein müssen - geht's noch? Kein halbwegs gescheiter Arbeitgeber fordert sowas. Was ist eigentlich los mit uns? Wir leben das Leben nicht wirklich - um ja ev. ein paar Jährli später zu sterben...

  • Philipp_88 am 25.03.2016 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vor- und nachteile

    bis vor kurzem hatte ich auch noch das gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. iwas hat in den letzten monaten klick gemacht und nutze das handy tagsüber nur noch selten. auch whatsapp nachrichten werden nicht mehr sofort beantwortet. wofür auch? - hat früher gut geklappt und tut es auch heute noch. zudem schätzt man es wieder viel mehr, wenn man eine person trifft und nicht alles schon im whatsapp im vorab besprochen hat. ist empfehlenswert. (: dennoch könnte ich auf mein smartphone nicht mehr verzichten (google maps, wiki, tel search, mail,...). organisatorisch gesehen hat das smartphone viele vorteile.

  • ??? am 25.03.2016 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    würde gerne verzichten aber...

    da ich in der feuerwehr bin, am sonsten würde ich vermehrt aufs smartphone verzichten ^^

  • dorabo74 am 25.03.2016 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so wichtig?

    Ich habe mein Handy immer auf tonlos. So wichtig bin ich nicht, dass ich ständig erreichbar sein muss. Jede Stunde einen kurzen Blick aufs Handy, entscheide ich ob ich auf bestimmte Nr. zurückrufe. Kommt selten vor, dass mich wer benötigt. Für die Nacht habe ich einen Festanschluss. In den Ferien habe ich nur das Handy für die Anfahrt und den Rückweg für Notfälle dabei. Ansonsten ist es ausgeschaltet. Erstaunlicherweise sind in den Ferien (wenn Empfang nur beim Hauptgebäude) oft Erwachsene so ab 55 Jahre und skypen mit den Enkeln. Soviel zum Thema heutige Jugend.

  • Jane38 am 25.03.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    16-23

    ist auch eine alters frage. ei 16jähriger benutzt sein handy anders als ein 23 jähriger