Armeechef André Blattmann

05. Oktober 2015 05:24; Akt: 05.10.2015 14:12 Print

«In der Verfassung steht Wehr-, nicht Dienstpflicht»

Armeechef André Blattmann warnt vor einem zu attraktiven Zivildienst. Dem Militär würden jährlich 5500 Leute verloren gehen.

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«Es stellt sich letztlich die Frage der Fairness»: Armeechef André Blattmann. (Archivbild) (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Armeechef André Blattmann fordert «klare Kriterien» für den Zivildienst. Der Armee würden jedes Jahr 5500 Leute verloren gehen, die in den Zivildienst wechseln. Das könne nicht beliebig so weitergehen.

Man müsse «aufpassen, dass der Zivildienst nicht zu attraktiv wird», sagte Blattmann in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» vom Montag. Schliesslich stehe in der Verfassung der Begriff «Wehrpflicht» und nicht «Dienstpflicht». «Wenn man damit beginnt, neue Arbeiten für die Zivildienster zu suchen, etwa in der Schule, dann läuft etwas falsch.»

Nicht genügend «Abschreckung»

Zwar dauert der Zivildienst eineinhalbmal so lang wie der Militärdienst. Ob dies allerdings als «Abschreckung» reiche, stellt der Armeechef in Frage. So würden Zivildienster etwa im Schulbereich von Montagmorgen bis Freitagnachmittag arbeiten, während Soldaten von Sonntagabend bis Samstagmorgen im Einsatz stünden und nur ein- oder zweimal pro Woche Ausgang hätten. Es stelle sich letztlich die Frage der Fairness.

Blattmann fordert denn auch von der Studiengruppe des Bundesrates, die derzeit Vorschläge zur Zukunft der Wehrpflicht ausarbeitet, sie müsse vor allem das Thema Zivildienst angehen. «Die zentrale Frage lautet: Ist die Wehrgerechtigkeit noch gegeben?» Die Zahl der Männer, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten würden, habe sich innert kürzester Frist vervierfacht, betonte der Armeechef.

Ihm sei daran gelegen, dass die Armee auf ihren Sollbestand an Personal komme. «Wenn der Zivildienst so attraktiv wird, dass wir unsere Bestände nicht mehr halten können, dann haben wir ein Problem.» Es brauche «klare Kriterien für den Zivildienst».

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 05.10.2015 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Armee ist selber schuld

    Wir haben im August geheiratet. Der jüngere Bruder war zu dieser Zeit im der RS. Das Feriengesuch (sein erstes Urlaubsgesuch) wurde von den Vorgesetzten abgelehnt!! Das Hochzeitsfest der eigenen Schwester sein zu "wenig" wichtig! Mit solchen antiquaren Aktionen macht sich die Armee selber unattraktiv und verliert zurecht Pflichtige.

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  • hämpu am 05.10.2015 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wk ist die schlechteste werbung fürs militär

    dann soll herr blattmann seinen kadern mal beibringen, dass sie aufhören sollen jedes jahr im wk aktiv werbung gehen das militär zu machen. ist ja traurig, wie man in diesem verein behandelt wird. es würde auch mit etwas mehr respekt gehen. die kadis sind dafür verantwortlich, dass das militär gefällt und sich nicht nach jedem wk 80% der soldaten fragen, warum sie diesen zirkus eigentlich mitmachen.

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  • Bibi Naus am 05.10.2015 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Armee - nein danke

    Ich habe meinen Militärdienst ordnungsgemäss und bis zum letzten Pflichttag erfüllt. Genau aus diesem Grund bin ich heute überzeugter denn je, dass dieser Laden nicht mehr zeitgemäss ist und abgeschafft gehört.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael R. am 08.10.2015 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hamstert Herr Blattmann?

    Ich verstehe das Problem von Herrn Blattmann nicht ganz. Momentan ist das Soll an Truppen 120000 demnächst wahrscheindlich 100000. Letztes Jahr hatten wir 23957 (offiziell) armeetaugliche Stellungspflichtige, dies bedeutet doch bei einer durchschnittlichen Dienstdauer von 18-26 Jahre, dass wir zuviele Leute haben. Demnach sollten unbedingt Leute Zivildienst leisten. Dies zeigt sich auch in den Rekrutierungszentren, es werden nurnoch körperlich top-fite Leute genommen. Wer z.B. nicht gut hört ist bereits armeeuntauglich.

  • Rico S am 08.10.2015 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Verlorener Posten

    Der Armeechef kämpft in dieser Sache auf längst verlorenem Posten, auch wenn sein Einwand noch so wahr ist, leider. Wir können ja dann Zivildienstler an die Grenze setzen, um den drohenden Flüchtlingsströmen, die von Deutschland abgeschaute Willkommenskultur zu vermitteln.

  • Walter Winteler am 06.10.2015 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelovi adee- frische Männer brauchts

    Ab in die Hosen! Blattmann hat völlig recht - Ovomaltinchen mit Honig ans Nachtischchen serviert von Mami ist out. Frische Männer (und Frauen) braucht das Land.

  • Gut am 06.10.2015 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finds

    Bei uns im Altersheim arbeiten immer wieder Zivis als Betreuung uns die machen das sehr gut.Unsere Bewohner lieben es von diesen männer betreut zu werden.

  • Joey am 06.10.2015 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppel UT dann halt

    Zivi unattraktiver gibt vlt weniger Zivis. Aber diese Leute die dann auf Zivi verzichten, verzichten auf die Armee nach wie vor = gibt einfach mehr doppel UT