Ergaunerte Handy-Nummern

27. April 2019 13:00; Akt: 27.04.2019 15:13 Print

«Insta-Betrüger kaufte mit meinem Geld Games»

Auf Instagram treiben sich derzeit Betrüger herum, die mit geklauten Handy-Nummern auf Shoppingtour gehen. Opfer wurde auch die 19-jährige Sara.

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Auf Instagram fischen Betrüger mit Fake-Profilen Handy-Nummern ab, um damit auf Shoppingtour zu gehen. Um den Bestätigungscode für ihre Einkäufe zu ergattern, gaukeln sie den Opfern vor, es gehe um einen Wettbewerb. Auch 20 Minuten-Leser fielen auf die Masche herein – darunter Sara (19)*.

Eine frühere enge Kollegin, die sie aber lange nicht mehr gesehen hatte, fragte sie auf Instagram nach ihrer Handy-Nummer. Da sie unauffällig auf Schweizerdeutsch schrieb und gängige Smileys und Herz-Emojis verwendete, habe sie sich nichts dabei gedacht, so Livia. «Danach erhielt ich ein SMS mit einem Bestätigungscode. Meine Kollegin sagte, es handle sich um einen Wettbewerb.»

«Ich ärgerte mich über meine Gutgläubigkeit»

Auch das machte Sara nicht stutzig. Erst als ihre Handy-Rechnung 40 Franken höher ausfiel, ging ihr auf, dass es sich beim Profil ihrer Kollegin um einen Betrug handelte. «Ich ärgerte mich massiv über meine Gutgläubigkeit.» In einem Online-Shop kaufte der Betrüger auf Ihre Kosten zwei Call-of-Duty-Spiele für 89 Franken sowie zwei Prepaid-Karten für je 40 Franken. Saras Glück: Die Transaktion klappte nur bei einer Prepaid-Karte.

«Danach rief ich sofort bei Swisscom an, um den Betrug zu melden», sagt Sara. Dort habe man ihr zu einer Anzeige bei der Polizei geraten. Natürlich müsse man dem Betrüger das Handwerk legen, findet sie. «Aber ob sich eine Anzeige bei einem solchen Betrag lohnt?» Ihr bleibe bis auf weiteres nichts anderes übrig, als den Betrag zu überweisen.

Sie appelliert daran, auf Social Media wachsam zu sein. «Auch wenn man müde und nicht bei der Sache ist wie in meinem Fall, sollte man kritisch bleiben und nachhaken.» Ihre Freunde habe sie auf jeden Fall jetzt vor der Masche gewarnt.

Betrüger kaufte bei iTunes ein

Mehr Geld kostete seine Unachtsamkeit Leser Pascal* (25). Eine Bekannte habe ihn auf Instagram nach der Handy-Nummer sowie nach einem SMS-Code gefragt, erzählt er. Da er gerade auf dem Weg in den Ausgang gewesen sei, habe er die Informationen rausgerückt. «Da wir beruflich zusammenarbeiten, hätte es sein können, dass sie meine Nummer braucht.»

Die Überraschung kam mit der Handy-Rechnung, die 150 Franken zu hoch war. Es stellte sich heraus, dass sich der Betrüger mit iTunes-Gutscheinen eingedeckt hatte. «Das Geld habe ich abgeschrieben», sagt Pascal. Auf Anfrage bei iTunes habe man ihm mitgeteilt, dass zurzeit viele Betrugsmeldungen eingegangen seien, eine Rückerstattung aber nicht möglich sei.»

*Name der Redaktion bekannt

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heun Min Son am 27.04.2019 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Ganz Selberschuld, beim Bestätigundscode der Swisscom steht GANZ GROSS GESCHRIEBEN ,, CODE NICH AN DRITTPERSONEN WEITERGEBEN" Die Swisscom macht alles richtig und warnt die Kunden sogar..

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  • Jörg Frei am 27.04.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    absolut selber schuld die ist 19 also kein kind mehr!! grips einschalten!!!

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  • Mr. D.B am 27.04.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ganz ehrlich. Wer auf so einen billigen Trick reinfällt ist selber Schuld!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Candy1980 am 27.04.2019 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum überlegt ihr nicht erst

    es ist mir unverständlich. wenn man über insta direct oder über den facebook messenger schon kontakt hat braucht man doch keine tel.nummer mehr raus geben. man kann sich ja schon erreichen. über den messenger auch telefonieren. da muss doch etwas bei einem klingeln wenn da wer nach der nummer fragt, der die gar nicht braucht.

  • Negan am 27.04.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld

    Wer so gutgläubig mit empfindlichen Daten umgeht, hat es nicht anders verdient. Verbucht es als Lehrgeld und lernt auch daraus!

  • Neumann am 27.04.2019 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warnblinker

    Die Leute sollten wirklich langsam merken, was geht und was nicht. Ich geb ja meinen Bancomat-Pin auch nicht einfach auf Anfrage heraus. Auch nicht meinen Freunden. Und wer mit dem Smartphone hantiert trägt auch die Verantwortung. Mit 18 ist man erwachsen genug. Fazit: selber Schuld. Die Telecom-Firmen können auch nicht mehr tun als warnen.

  • Castelli am 27.04.2019 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen

    Auf solche SMS gar nicht reagieren und sofort löschen.Und bei der Polizei melden, und keine Handynummer geben.

  • Papa Bär am 27.04.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleine schon dieser...

    ...infantile Aufruf zur Datenfreigabe müsste zu denken geben. Niemand gibt doch jemals bekannt dass man seinen eigenen Namen rückwärts geschrieben für die Anmeldung und sein Geburtsdatum für das Passwort benutzt. Nein, sowas tut doch niemand. Oder etwa doch?