Minarett-Initiative

02. September 2009 10:00; Akt: 02.09.2009 10:22 Print

«Integration muss aktiv gefördert werden»

Der Rat der Religionen (SCR) lehnt die Anti-Minarett- Initiative entschieden ab. Die im Rat zusammengeschlossenen leitenden Persönlichkeiten der Juden, Christen und Muslime rufen dazu auf, die islamische Gemeinschaft aktiv zu integrieren.

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Die Mitglieder des Rats der Religionen haben am Mittwoch ihre gemeinsame Stellungnahme gegen die von SVP- und EDU-Politikern lancierte Minarett-Initiative und «für ein Zusammenleben der Religionen in Frieden und Freiheit» präsentiert. Darin wird auf die durch die Bundesverfassung garantierten Freiheitsrechte verwiesen, die das Fundament für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben der Menschen verschiedener Religionen und Kulturen bildeten. In der Schweiz hätten alle das Recht, im Rahmen der öffentlichen Ordnung ihren Glauben sichtbar, frei und in Gemeinschaft zu leben. «Dazu gehört auch der Bau von Gotteshäusern, wie sie in der jeweiligen Religion üblich sind», heisst es in dem Dokument, das Thomas Wipf, Ratsvorsitzender und Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) als «Meilenstein in der Geschichte des Dialogs zwischen Christen, Juden und Muslimen» bezeichnete.

Instrumentalisierung der Religion

Die Anti-Minarett-Initiative bewirke das Gegenteil: Sie instrumentalisiere Religion für politische Zwecke und erzeuge Misstrauen in der Bevölkerung.

Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) setze auf Integration statt Ausgrenzung. Wipf unterstrich aber auch, dass das Zustandekommen der Initiative «Gegen den Bau von Minaretten», über die am kommenden 29. November abgestimmt wird, Ausdruck von Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung sei. «Diese Sorgen und Befürchtungen müssen beachtet und ernst genommen werden», sagte Wipf gemäss Redetext. Der SCR plädiert deshalb für einen Dialog auf allen Ebenen und ruft dazu auf, die Integration der islamischen Gemeinschaften in der Schweiz mit konkreten Massnahmen aktiv zu fördern.

Die Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» wurde im Juli 2008 mit 113 540 gültigen Unterschriften eingereicht. Sie besteht aus einem einzigen Satz, der in die Bundesverfassung eingefügt werden soll: «Der Bau von Minaretten ist verboten.» Lanciert wurde das Volksbegehren von einem Komitee aus SVP- und EDU-Politikern.

(sda/ap)