Flüchtlingswelle

04. Juli 2014 16:03; Akt: 04.07.2014 16:13 Print

«Integration muss vom ersten Tag an beginnen»

von N. Glaus - Die Schweiz erwartet eine grosse Zahl syrischer und afrikanischer Flüchtlinge – viele werden hierbleiben. Politiker fordern deshalb eine systematische Integrationsplanung.

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Verschiedene Seiten fordern einen schnelleren Asylprozess. So auch der Genfer Nationalrat der Grünen, Ueli Leuenberger. Wenn man jemandem schnell Asyl gewähre, könne die Integration früher beginnen. «Je länger man wartet, je schwieriger wird es», so Leuenberger. «Die Integration muss vom ersten Tag an beginnen», sagt der Schwyzer SP-Nationalrat Andy Tschümperlin. Nur so könne gewährleistet werden, dass die Asylsuchenden schnell selbständig seien und Mitverantwortung in der Schweiz übernehmen können. Es brauche sofort Sprachkurse, damit sich die Betroffenen so rasch wie möglich im Land verständigen können. Um die Integration zu verbessern, brauche es für Menschen die in der Schweiz bleiben können und auch für Asylsuchende ein Recht auf Arbeit, ist der Genfer Nationalrat der Grünen, Ueli Leuenberger überzeugt. «Der schnelle Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert es den Ausländern, sich besser in der Gesellschaft zurecht zu finden.» Weniger Integration in der Schweiz und dafür Wiederintegration im Herkunftsland, das ist das Rezept des Schwyzer SVP-Ständerates Peter Föhn. Demnach sollen die Flüchtlinge, die in der Schweiz bleiben dürfen, zwar ausgebildet werden, aber gezielt im Hinblick darauf, dass sie wieder in ihr Heimatland zurück gehen und dort beim Wiederaufbau helfen. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe prüft zurzeit ein Modell, wo Asylsuchende bei privaten Familien hausen könnten. «Wir gehen davon aus, dass die Flüchtlinge so den Schweizer Alltag besser kennen lernen», erklärt der Sprecher, Stefan Frey.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn sich Menschen aus anderen Kulturen in der Schweiz niederlassen, klappt das nicht immer reibungslos. Beispiele mangelnder oder gescheiterter Integration von Flüchtlingen gibt es viele: Wöchentlich melden sich mehrere junge Schweizerinnen mit Migrationshintergrund bei der Organisation Zwangsheirat.ch, weil ihnen eine Zwangsehe droht. Auch der Fall beim Letzigrund, wo ein Pakistaner seine 16-jährige Tochter mit einer Axt erschlug, um die Familienehre zu retten, hat mit mangelnder Integration zu tun.

Nun kommt eine weitere grössere Flüchtlingswelle auf die Schweiz zu. Das Bundesamt für Migration (BFM) rechnet mit tausenden Asylsuchenden aus Syrien, dem Irak und mehreren afrikanischen Staaten – Länder also mit einer grossen kulturellen Distanz zur Schweiz. Neben der Bereitstellung der Infrastruktur brauche es deshalb koordinierte Massnahmen für eine rasche und systematische Integration jener Flüchtlinge, die voraussichtlich ohnehin hierbleiben werden, fordern Politiker:

Schnelles, korrektes Asylverfahren

«Man muss verhältnismässig schnell klären, wer längerfristig in der Schweiz bleiben darf», sagt der Genfer Nationalrat der Grünen, Ueli Leuenberger. Wenn man jemandem schnell Asyl gewährt, kann die Integration früher beginnen. «Je länger man wartet, desto schwieriger wird es.» Auch der Schwyzer SVP-Ständerat Peter Föhn ist für eine «sofortige» Abklärung, ob jemand Asylrecht erhält oder nicht: «Damit diejenigen, die den Status nicht erhalten, blitzartig wieder zurückgeschickt werden und Platz für andere Hilfsbedürftige schaffen.»

Integration ab dem ersten Tag

Die Geschwindigkeit im Integrationsprozess ist auch für den Schwyzer SP-Nationalrat Andy Tschümperlin entscheidend: «Die Integration muss vom ersten Tag an beginnen.» Nur so könne gewährleistet werden, dass die Asylsuchenden schnell selbständig seien und Mitverantwortung in der Schweiz übernehmen können. So brauche es sofort Sprachkurse, damit sich die Betroffenen so rasch wie möglich im Land verständigen können.

Recht auf Arbeit

Um die Integration zu verbessern, brauche es für Menschen, die in der Schweiz bleiben können, und auch für Asylsuchende ein Recht auf Arbeit, ist der Genfer Nationalrat der Grünen, Ueli Leuenberger, überzeugt. Heute ist dieses Recht beschränkt. «Der schnelle Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert es den Ausländern, sich besser in der Gesellschaft zurechtzufinden.»

Zuhause in Schweizer Familien

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe prüft zurzeit ein Modell, um Asylsuchende bei privaten Familien unterzubringen. «Wir gehen davon aus, dass die Flüchtlinge so den Schweizer Alltag besser kennen lernen», erklärt Sprecher Stefan Frey. Es gehe um ganz einfache Dinge, die unbekannt seien und zum Teil zu Problemen führen: zum Beispiel das Einkaufen. Die Integration würde so zudem «normaler» ablaufen als in grossen, anonymen Asylzentren.

Wiederintegration im Herkunftsland

Weniger Integration in der Schweiz und dafür Wiederintegration im Herkunftsland ist das Rezept des Schwyzer SVP-Ständerates Peter Föhn. Demnach sollen die Flüchtlinge, die in der Schweiz bleiben dürfen, zwar ausgebildet werden, aber gezielt im Hinblick darauf, dass sie wieder in ihr Heimatland zurückgehen und dort beim Wiederaufbau helfen. «Man könnte auch spezielle Kurse in den Asylzentren dafür anbieten.» Dabei solle man immer wieder betonen, dass sie dieses Wissen später in ihrem Heimatland wieder brauchen.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Nein danke... Wir wollen solche Leute nicht – Landwirtin

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 04.07.2014 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Chance

    Diese Leute können und wollen sich nicht integrieren. Die Unterschiede sind zu gross. 99% aller werden für immer vom Staat abhängig sein! Dazu kommt noch, dass diese Leute nun ein Kind am anderen bekommen. Die Schule werden grosse Probelme haben.

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  • Patric Hurschler am 04.07.2014 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Anpassen sonst gar nichts!!!

    Allen integrations Willen zum Trotz. Wichtig ist und bleibt dass den Asylsuchenden vom ersten Tag an klipp iund klar gesagt wird dass Sie sich uns und unseren Gepflogenheiten anzupassen haben und nicht umgekehrt. D.h. kein Kopftuch, Kinderschwimmen NICHT getrennt etc. Meine Eltern mussten sich im 1968 auch anpassen denn sonst hätten Sie keine Chance gehabt.

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  • Hoffentlich keine Einzelmeinung am 04.07.2014 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nur vorübergehend

    Und vor allem denen klar machen, dass sie das Land wieder zu verlassen haben, wenn die Gefahrensituation wieder vorbei ist (und dann natürlich auch entsprechend handeln und zurückweisen).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter L. am 05.07.2014 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenze schliessen

    Kontrolliert endlich wieder die Grenzen. Das gewähren von Asyl für leute aus anderen Kontinenten schadet nur allen Heimischen. Was können wir dafür, dass da ein Wettstreit um die Beste Auslegung des Korans tobt? Wollen wir diese Probleme wirklich zu uns lassen. Ich sicher nicht.

  • Bryan am 05.07.2014 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Integration?

    ich habe gerade gestern im SRF einen beitrag gesehen von birmingham(dort leben 40% Muslime seit Generationen) die haben öffentliche schulen übernommen und cristliche Feiertage abgesetzt!?und planen eine schulreise nach Mekka,ich glaube ich sollte konvertieren meinen ch pass abgeben und mich als Asylant melden das ist die Zukunft.ECOPOP JA!wenn wir alle geminsam abstimmen werden es die Politiker schwer haben die Wahl zu manipulieren!

  • fertigjetzt am 05.07.2014 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    keine Integration!

    Integration setzt ein falsches Zeichen. Die Message muss klar sein: Wenn überhaupt, kommst du nur in die Schweiz, wenn du an Leib und Leben bedroht bist und das nicht selber verschuldet hast. Sobald die Lage sich etwas normalisiert hat, musst du wieder gehen, und zwar sofort. Und sobald ein gewisses Kontigent erreicht ist, kommt gar niemand mehr rein. Und das ist JETZT der Fall.

  • Walter R. am 05.07.2014 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst Integration?

    Wenn schon von Integration geredet wird, sollte auch unmissverständlich klar gemacht werden, was Integration heisst: Nicht die Schweiz hat sich Flüchtlingen und Migranten anzupassen, sondern diese haben sich der Schweiz anzupassen und zwar in allen Belangen und Bereichen. Auch für Flüchtlinge gelten ausnahmslos Schweizer Regeln und Schweizer Gesetze. Es kann und darf nicht sein, dass in Kindergärten hochdeutsch gesprochen wird oder sogar Islamische Kindergärten zugelassen werden, damit Migranten sich nicht anpassen müssen, es kann und darf nicht sein, dass während des Schulunterrichts Kopftücher toleriert werden, damit Migranten sich nicht anpassen müssen, es kann und darf nicht sein, dass in der Schweiz Burkas toleriert werden, damit Islamische Migranten sich nicht anpassen müssen.

    • Lola Hühne am 05.07.2014 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Menschenrecht

      Soweit ich mich erinnere gibt es ein Menschenrecht das Religionsfreiheit heisst. Sie fordern also, dass die Schweiz Menschenrechte verletzt? Was kümmert es Sie wenn jemand ein Kopftuch trägt? Niemand schreibt Ihnen vor auch eins zu tragen.

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  • ErwinS am 05.07.2014 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ungarn 1956

    Bereits 1956 wurden Leute aus Ungarn in Schweizer Familien aufgenommen. Viele von ihnen gingen wieder zurück, doch der Briefkontakt blieb. Zuhause in Schweizer Familien ist somit kein neues Modell.