Deutsche Siegesfeier

14. Juli 2014 21:42; Akt: 15.07.2014 12:20 Print

«Kleine Augen, aber breites Grinsen»

So erlebten Deutsche in der Schweiz den Tag nach dem Triumph ihrer Mannschaft über Argentinien. Ihre grosse Freude am WM-Sieg steckt auch viele Schweizer an.

Ausgelassene Deutschland-Party an der Zürcher Langstrasse: Gute Laune, die ansteckt.
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Die WM 2014 ist vorbei. Jogi Löws Jungs besiegten Argentinien in Brasilien 1:0. Der Jubel im Nachbarland ist riesig. Doch nicht nur dort – auch in der Schweiz ist er gross. Schliesslich leben über 280'000 deutsche Staatsbürger hier.

Wie war der Montag nach der Jubelnacht? Fehlten die Deutschen bei der Arbeit? Hatten sie in weiser Voraussicht frei genommen? Oder konnten sie auf einen verständnisvollen Chef zählen, der ihnen einen freien Tag schenkte?

«Glücklich, aber müde»

Die Mehrheit der Rückmeldungen, die 20 Minuten erhielt, zeigt deutlich: Die Sieger können weltmeisterlich feiern und gehen am nächsten Tag trotzdem zur Arbeit. «Wer feiern kann, kann auch arbeiten» – diesen Satz gab es oft zu lesen, im Talkback oder per E-Mail. «Gestern bin in ich um 1 Uhr ins Bett und heute morgen um 6 Uhr mit einem Lächeln wach geworden», schreibt Leserin Melanie. «Bei uns erschienen alle deutschen Mitarbeiter vollzählig», berichtet ein Mitarbeiter einer Zürcher Anwaltskanzlei. «Mit kleinen Augen, aber breitem Grinsen.» Und ein Assistent aus dem Universitätsspital Zürich meldet, dass der deutsche Mitarbeiter mit «Migräne» zur Arbeit erschienen sei.

«Für mich ist es wie jeder andere Tag, nur dass ich sicherlich mit einem breiteren Lächeln über den Flur laufe», schreibt ein anderer Leser. Er fügt an: «Erwähnenswert ist auch, dass mir Schweizer Kollegen direkt nach dem Spiel Glückwünsche übermittelt haben.»

Freude verbindet

«Klar haben wir gestern noch gefeiert», schreibt Leser miro18, «Habe den Schweizer Kollegen ein Znüni mitgebracht und gemeinsam angestossen.» Geteilte Freude ist grössere Freude. «Mir war freigestellt, wann ich heute anfange zu arbeiten», frohlockt ein deutscher Fan, der anfügt: «Meine Kollegen sind grösstenteils Schweizer und freuen sich zähneknirschend mit mir. Meine deutsche Fahne im Büro wurde akzeptiert.»

Andere profitieren davon, dass sie einen deutschen Vorgesetzten haben: «Unser Chef ist Deutscher», schreibt Leser Chill kurz vor 11 Uhr morgens. «Er hatte uns versprochen: Falls Deutschland Weltmeister wird, kriegen alle am Montag frei. Bin gerade vor 15 Minuten aufgestanden und geniesse meinen Montags-Kaffee. Das Leben kann so schön sein.»

Ein deutscher Leser ist richtiggehend hin und weg von seinen Schweizer Kollegen und seinem Vorgesetzten: «Dank eines super Schweizer Chefs konnte ich gestern Abend feiern und heute morgen deutlich später zur Arbeit kommen. Die Kollegen haben die Arbeit bis dahin übernommen und viel Verständnis für die Abwesenheit gehabt. Als Dank wurden sie dann von mir weltmeisterlich zum Zmittag eingeladen.»

(gbr)