Veganes Kochbuch

11. Juni 2019 18:23; Akt: 11.06.2019 19:29 Print

«Kochlehrer dürfen nicht missionieren»

Ein neues Schülerkochbuch setzt auf die fleischlose Küche und ist bei Lehrern bereits beliebt. Die Fleischlobby nimmt die Lehrer in die Pflicht.

Schüler können neu auch mit der fleischlosen Version des Kochbuchklassikers «TipTopf» kochen. (Video: bz)
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Veganes Züri-Geschnetzeltes, Chia-Müesli, Vegi-Cordon-Bleu: Der Kochschul-Klassiker «Tiptopf» ist seit Ende Mai auch in einer fleischlosen Version erhältlich. Sekundarlehrerin Franziska Stöckli kreierte mit Schülern der Timeout-Klasse Frauenfeld über 200 Rezepte.

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Die Nachfrage unter der Lehrerschaft nach dem «Green Topf» ist gross: Die Kurse, die die Autorin zusammen mit der Hiltl-Akademie anbietet, sind bis 2020 ausgebucht. Bisher übten schon 600 Lehrerinnen und Lehrer des Fachs «Wirtschaft Arbeit, Haushalt», wie sie die Rezepte mit ihren Schülern zubereiten können. Und von der Erstauflage von 15'000 Stück sind bereits 5000 verkauft worden.

Die Autorin Franziska Stöckli hebt im Buch die Vielfalt der vegetarischen und veganen Ernährung hervor: Sie verursache weniger Übergewicht, weniger häufig hohen Blutdruck, weniger Krebs und Diabetes. Sie hoffe, dass ihr Buch als Grundlagenwerk für die vegetarische Küche dereinst ebenso ein Klassiker wie der «Tiptopf» werde, so Stöckli.

«Es geht um die Freude am Kochen»

Die Fleischlobby ist skeptisch. Er habe nichts dagegen, wenn das neue Kochbuch als fleischlose Ergänzung zum Einsatz komme, sagt Heinrich Bucher, Direktor des Fleischbranchenverbands Proviande. «Es darf aber nicht so weit kommen, dass Kochlehrer damit für vegetarische und vegane Ernährung bei den Schülern missionieren und das alte «Tiptopf» aus der Schulküche verbannen.» Für eine ausgewogene Ernährung seien sowohl Gerichte mit als auch ohne Fleisch nötig.

Dass die Debatte um vegetarische und vegane Ernährung kontrovers geführt wird, ist Stöckli bewusst. Das Buch verfolge aber keinerlei «missionarische» Absichten. Der «Green Topf» stehe für Offenheit und Toleranz. «Es geht um die Freude am Kochen, an guten Produkten, dem gemeinsamen Essen und Geniessen.» Negative Rückmeldungen habe es bisher noch keine gegeben.

Kein Fleischzwang für angehende Köche

Auch auf politischer Ebene erhielten die Anhänger der fleischlosen Küche kürzlich Auftrieb. Grünen-Nationalrat Bastien Girod macht sich dafür stark, dass der Fleisch- und Fischzwang in der Abschlussprüfung für angehende Köche explizit untersagt wird.

Schliesslich lasse sich aus der Bundesverordnung über die berufliche Grundbildung für Köche kein Zwang zu Fleisch- und Fischmenüs ableiten, machte er in einer Interpellation geltend. Die Anpassung wünscht er, weil der hohe Fleischkonsum «eine sehr hohe Umweltbelastung und Klimabelastung mit sich bringt» und der «intensive Fleischkonsum ungesund ist». Girod begrüsst den «GreenTopf» als Ergänzung zum Kochbuchklassiker: «Das Wissen über vegetarische und vegane Rezepte ist eine wichtige Voraussetzung, um den Fleischkonsum auf ein gesundes Mass zu reduzieren.»

(pam/bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Gaser am 11.06.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fleischlos nicht Vegan

    Also was nun? Fleischlos und Vegan ist nicht das gleiche!

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  • AlessioLevis am 11.06.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lustig.

    "ich mache mir jetzt ein saftiges Stake" Kommentare in 3,2,1....

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  • Josef Gübeli am 11.06.2019 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chemie

    Als Fleischliebhaber koche und esse ich immer öfter, vegetarisch und oft sogar vegan. Mein Fleischkonsum geht dabei seit Jahren zurück. Mich stört das missionieren der Vegis wie der Fleischgeniesser. Was mich aber stört ist zB ein vegetarisches Züri-Geschnetzeltes usw. Ein Züri-Geschnetzeltes wird mit Kalbfleisch hergestellt. Auch die unendlichen Bemühungen vegetarische Würste herzustellen die wie Fleischwürste schmecken sollen und dabei mit Chemie vollgestopft werden. Vegi ist nur dann sinnvoll, wenn dazu natürliche Produkte verwendet werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DieWahrheit am 12.06.2019 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Vegan zu leben ist unnatürlich

    Wäre es natürlich, so könnten Veganer ohne die Vitaminpräparate und Nahrungszusätze aus den Pharma Fabriken leben. Weil das aber nicht geht, ist Vegan unatürlich und Gefährlich.

    • Dr. Logos am 12.06.2019 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DieWahrheit

      Massentierhaltung und Massentier-Schlachtung ist auch unnatürlich. Aber davon wollen Sie nichts wissen, gell?

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  • BeOS am 12.06.2019 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Size matters

    Naja das wichtigste ist ja dass wir uns vermehren und alle was zu essen haben egal wie. Sicher könnten alle probleme gelöst sein wenn wir weniger wären. Will aber offenbar keiner also fresst kraut ihr parasiten.

  • Siegfried Kröpfl am 12.06.2019 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Chef

    Finde das toll mit dem Buch. Auch hier in Österreich funktioniert das schon seit 5 Jahren. Hier wird teilweise in den Schulen mit unserem Buch Wir kochen Vegan unterrichtet. Und funktioniert sehr gut. Finde es toll dass auch in anderen Ländern hier tolle Ding funktionieren. Einfach genial. War vor kurzem in Zürich und natürlich im Hiltl. Es war super.

    • Bee am 12.06.2019 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Siegfried Kröpfl

      Super gibts bei uns schon seit den 90er nicht mehr aber toll gibt es noch dinosaurier welche fressen statt fasten.

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  • Justus am 12.06.2019 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pseudos wieder

    Lustig wie die Grasmampfer aus ihren Biohöhlen kriechen, und ihre klischeebehafteten Pseudokenntnisse über Tierzucht mitteilen müssen. Schaut besser eure Low Budget-Dokus und überlässt den Tierschutz den Veterinärämtern! Im Gegensatz zu euch verstehen die etwas vom Tierschutz!

    • Dr. Logos am 13.06.2019 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Justus

      Tiere schützen bedeutet sie vor dem Tod zu bewahren. Wird dies gemacht? Dann ist das ein scheinheiliger Tierschutz. Es geht doch bloss um Profit der Tier-Lobbies.

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  • Dani Sieber am 12.06.2019 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Falsch, Herr Bucher: Für eine ausgewogene Ernährung ist kein Fleisch notwendig.