Wahlen in Frankreich

23. April 2017 22:24; Akt: 24.04.2017 16:06 Print

«Le Pen wäre schlecht für die Schweiz»

Ob Marine le Pen oder Emmanuel Macron: Ein Outsider zieht bald in den Élysée-Palast ein. Schweizer Politiker sehen vor allem Le Pen kritisch.

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50 Jahre lang waren es in Frankreich meist die Sozialisten und die Républicains, welche die Präsidentschaft des Landes unter sich ausmachten. Nicht so dieses Mal: Mit Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Front National und der Emmanuel Macon, der die Reform-Bewegung «En Marche!» anführt, stehen sich in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich zwei politische Outsider gegenüber.

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Schweizer Politiker wären über eine Wahl Le Pens nicht erfreut. «Wenn Le Pen Präsidentin wird, ist das eine Katastrophe für Frankreich und Europa, und schlecht für die Schweiz», sagt SP-Nationalrat Martin Naef. Le Pen betreibe eine fremdenfeindliche und isolationistische Politik, die Frankreich von Europa abriegeln würde.

«Eine isolationistische Politik würde uns schaden»

Im Falle ihres Sieges hat die Front-National-Chefin ein Referendum über den «Frexit» in Aussicht gestellt. «Wenn Frankreich die EU verlässt ist besonders das Verhältnis Frankreich-Deutschland – das Herz Europas – gestört», so Naef.

Für die Schweiz sei eine Wahl Le Pens mit wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit verbunden. «Wir sind ein wichtiger Handelspartner Frankreichs. Eine isolationistische Politik würde uns wirtschaftlich schaden.» Auch habe die EU im Falle Falle eines Frexit noch weniger Zeit, sich um das Verhältnis zur Schweiz zu kümmern.

«Le Pen ist eigentlich eine Linke»

«Eine Präsidentin Le Pen wäre aus meiner Sicht ein echtes Problem», sagt auch FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. In Frankreich habe der Präsident eine grössere Machtfülle als etwa in den USA. «Eine Wahl Le Pens hätte insofern noch gravierendere Folgen als jene von Donald Trump. Für Europa wäre es sehr schwierig, parallel zu den Brexit-Verhandlungen noch weitere Austritts-Bestrebungen zu verkraften.»

Auch für SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel ist Le Pen keine wirklich gute Option. «Le Pen ist eigentlich eine Linke. Sie ist sehr etatistisch eingestellt, der Zentralstaat soll alles regeln. Dies vermischt sie mit einer kritischen Haltung gegenüber der EU und der Einwanderung.» Dies genüge aber nicht, um Frankreich wieder auf Vordermann zu bringen. «Es braucht eine Liberalisierung der Arbeitsgesetze wie sie etwa François Fillon von den Républicains vorschlägt.» Nur so könne Frankreich seine Probleme, beispielsweise bei der Arbeitslosigkeit und Produktivität, in den Griff bekommen.

«Die Wahl steht unter dem Stern von Trump und Brexit»

Büchel rechnet damit, dass sich Macron im zweiten Wahlgang durchsetzen wird. «Le Pens Wählerpotenzial ist ausgeschöpt, Macron hingegen scheint auch für viele Leute wählbar, die im ersten Wahlgang jemand anderes unterstützt haben – und sei es nur deshalb, weil sie Le Pen verhindern wollen.»

Zahlreiche Franzosen legten offenbar einen leeren Stimmzettel ein – aus Frustration über die Auswahl der Kandidaten. «Es gibt mir zu denken, wenn ich höre, dass sich viele Franzosen offenbar mit keinem der Kandidaten anfreunden können, sagt Markwalder. Gerade im Ursprungsland der Aufklärung dürfe diese Politikverdrossenheit nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

«Die Wahl in Frankreich steht unter dem Stern von Trump und Brexit. Auch in Frankreich haben viele Menschen die Nase voll von den Parteien, die Jahrzehnte lang die Geschicke des Landes gelenkt haben», sagt SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel. Die Scheinbeschäftigung von Francois Fillons Frau beispielsweise hätte vor einigen Jahren die Wähler nicht gross gestört, nun aber habe die Stimmung im Land gedreht.

(the/jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred von jupiter am 23.04.2017 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Wäre doch gut , wen Frankreich auch aus der EU geht....Wie die Briten...die wissen das die EU und ihre Diktatoren nicht funktionieren kann.Nur unsere Bundesfritzen halten noch daran fest.

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  • Ein Leser am 23.04.2017 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe ich überhaupt nicht so

    Das sagen die Medien, aber Marine Le Pen würde sich viel mehr für das französische Volk interessieren. Als ein Macron der Druck wieder ausübt zusammen mit der EU.

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  • Politisch Korekt am 23.04.2017 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegenteil von Frau Merkel

    sie ist super. wenn ich Franzose wäre würde ich Sie wählen. Mit dieser Frau wird Frankreich wieder sicherer

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer Bürger am 25.04.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon klar

    dass es in Bern niemandem passt, wenn ein "Patriot" gewählt würde, der sich am Ende noch fürs Volk und das Land einsetzt. Das könnte ja noch ein schlechtes Licht auf unsere überbezahlten Volkswillenmissachter/innen werfen, wie würde das auch aussehen..?! Am Schluss müsste die Schweizer Regierung noch nachziehen und das Volk ernst nehmen..?! Hilfe! Würde nicht behaupten wollen, dass LePen alles besser machen würde, aber es kann keinem Land schaden, eine Regierung zu haben, die der EU-Zerfleischungspolitik mal etwas die Stirn bieten würde statt jedesmal den Bückling zu machen in Brüssel..

    • Peru am 25.04.2017 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      EU verhökern

      Genau so sehe ich es auch, am meisten würde es mich Interessieren wie die Schweizer EU Befürworter die unsere Schweiz an die EU verhökern wollen sich dann herausreden wenn die EU auseinander fällt. Es sind immerhin fast die Hälfte von den Schweizern und nachher wetten kein einziger mehr.

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  • Nemmo am 25.04.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    «Le Pen wäre schlecht für die Schweiz» Propaganda ist eine grosse Macht

    • Chretzer 31 am 07.05.2017 18:02 Report Diesen Beitrag melden

      Wünsche

      Propaganda machen doch die Medien ob sie richtig ist dahin gestellt, wir haben es bei Trump gesehen überall wurde gegen Trump gestimmt und doch ist er leider gewählt worden Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung

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  • Aka am 25.04.2017 01:28 Report Diesen Beitrag melden

    Le Pen allez

    Frankreich muss aus der Eu, und das mit Le pen, Sie Wirt Frankreich wieder auf Kurs bringen. Den Diese Frau hatt durchsetzungs Vermögen und wird sich nicht unterkriegen lassen. Und Wie so sollte das ein Problem sein für die Schweiz. Im Gegenteil Frankreich würde mehr mit uns zu tun haben wollen. Da Frankreich jetzt nicht mehr in der Eu ist braucht Sie andere selbstlose Stadten. Und eine Neue Union mit England Schweiz und den nicht Eu Stadten. Wo ein bisschen mehr Gerektikeit Für alle herrscht, und nicht nur ein Land das Zepter in der Hand hält, und Befehle gibt!

  • Fertig EU-Kriecherei am 25.04.2017 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sommaruga durch Le Pen ersetzen

    wäre ein echter Gewinn für die Schweiz!

    • Mendu am 25.04.2017 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      Zeug

      Das Zeug hat Sie nicht, aber auch andere Politiker

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  • Dani am 24.04.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht überrascht

    ehrlich gesagt wundert mich das Ergebnis mit Le Pen nicht. Aus Frankreich ist "klein Algerien" geworden. In meiner Familie (Franzosen) hat sich ein Algerierin eingenistet die seit über einem Jahr die ganze Familie terrorisiert, 20cm dickes Dossier + vorbestraft, Polizei macht trotzdem nichts.. Mit Le Pen würde sich vielleicht das Gesetz ändern und die Prozedur einer Gefängnisstrafe vereinfachen..

    • Verschlagen Und Unfähig,smiling genügt. am 28.04.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      Das überrascht keinen Schweizer, bei uns ist es ähnlich , nur teurer.

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