Vier Lawinentote im Wallis

28. April 2019 20:44; Akt: 28.04.2019 20:44 Print

«Sie waren Kameraden, das ist sehr tragisch»

Bei einem Lawinenniedergang starben im Wallis drei Männer und eine Frau. Bekannte und Einwohner trauern um die erfahrenen Bergsteiger.

Reinhard Bittel von der Bergrettung Goms erklärt, wie die Bergungsarbeiten vorgingen und wie er das Unglück erlebte. (Video: maz)
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Ein Lawinenniedergang in Fieschertal VS hat am Freitag vier Todesopfer gefordert. Drei Männer und eine Frau aus der Deutschland fielen den Schneemassen zum Opfer. Sie waren Mitglied der Sektion Düsseldorf des Deutschen Alpenvereins (DAV). Dort ist die Trauer gross.

Manfred Jordan, Erster Vorsitzender der DAV-Sektion Düsseldorf sagt, zwei der Opfer seien erfahrene Skitourengänger gewesen. «Sie waren meine Bergkameraden. Das Unglück macht mich furchtbar traurig», sagt Jordan.

«Das ist Schicksal»

Die Hauptaufgabe des DAV sei es, seine Mitglieder so auszubilden, dass sie in kritischen Situationen das Richtige tun. Doch: «Egal, wie erfahren und gut vorbereitet man ist, es liegt in der Tragik der Natur, dass manchmal alles nicht hilft. Das nennt sich Schicksal», sagt Jordan betroffen.

Gross ist die Trauer auch in Fiesch. «Zu viele Menschen sterben auf diese Art», sagt ein Einheimischer. «Es ist Saisonende. Es tut weh, dass wir nun vier Tote beklagen müssen», sagt er. Ein anderer Einwohner sagt: «Das macht mich traurig. Ein solches Lawinenunglück ist schlimm.»

«Das ist unverständlich»

Viele Touristen im Dorf sind verunsichert: «Es ist tragisch, so etwas zu hören», sagt eine Frau. Eine weitere sagt, sie sei schockiert über die Nachricht: «Das ist mein erster Tag im Ort. Ich bin zum Wandern hier. Nun fühle ich mich unsicher», sagt sie. Im Dorf gibt es aber auch Stimmen, die sich fragen, warum die Bergsteiger die Tour unternahmen. «Bei diesem Wetter raus zu gehen, ist für mich unverständlich», sagt etwa eine Einwohnerin.

Reinhard Bittel von der Bergrettung Goms war bei der Rettungsaktion dabei. «Die Opfer hatten keine Überlebenschancen», sagt er. «Die Lawine kam von hinten. Die Skitourengänger wurden von einer riesigen Schneelawine überrascht, die sie überrollte.» Die schwierigen Sichtverhältnisse hätten die Rettung erschwert. Glücklicherweise habe am Samstagmittag das Wetter einen Helikopterflug ermöglicht. «Hätten wir zu Fuss dort hin gemusst, wäre die Gefahr für die Retter gross gewesen», sagt Bittel (siehe Video).

Noch ist die formelle Identifizierung der Opfer nicht erfolgt. «Wir werden diese so schnell wie möglich durchführen», sagt Mathias Volken von der Kantonspolizei Wallis zu 20 Minuten. Das habe oberste Priorität. Wie 20 Minuten weiss, soll es sich bei einem Opfer um einen langjährigen Skitouren-Gänger aus einer Gemeinde im Umland von Düsseldorf handeln, der eine Familie hinterlässt.

(maz/bz/ehs)