Ex-Diplomat

16. Mai 2019 13:48; Akt: 16.05.2019 14:08 Print

«Maurer und Trump werden sich gut verstehen»

Im Weissen Haus kommt es heute zum Treffen zwischen Ueli Maurer und Donald Trump. Diplomat Max Schweizer sagt, wie das Treffen ablaufen wird.

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Der heutige Besuch von Bundespräsident Ueli Maurer bei US-Präsident Donald Trump in Washington ist historisch. Noch nie zuvor wurde ein Schweizer Bundespräsident von einem US-Präsidenten im Weissen Haus empfangen. Laut dem Eidgenössischen Finanzdepartement EFD werden beim Treffen bilaterale Themen erörtert – eventuell bestehe gar die «Möglichkeit für Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen».

Egal, worüber gesprochen wird – Maurer und Trump werden sich glänzend verstehen, mutmasst Ex-Diplomat Max Schweizer, Präsident der Swiss Diplomats – Zurich Network. Schweizer war über 30 Jahre lang im Aussendepartement EDA als Diplomat tätig.

Herr Schweizer, wieso hat Trump Maurer eingeladen?
Es bedeutet, dass die USA ein bestimmtes Anliegen haben und es Trump sehr wichtig ist, dieses zu erörtern. Wohl handelt es sich dabei nicht nur – wie es sich Ueli Maurer erhofft – um das Freihandelsabkommen, sondern auch um die Situation im Iran und Venezuela, wo die Schweiz die Interessen der USA vertritt.

Dass auch China angesprochen wird, ist nicht auszuschliessen. Die Interessen der Schweiz stehen für Trump nicht im Zentrum. Und um das Freihandelsabkommen muss sich nicht der Präsident bemühen, das machen beiderseits Spezialisten.

Die Schweiz ist im Iran seit 1980 als Vermittler für die USA tätig. Wieso braucht es jetzt gerade ein Treffen dazu?
Also zunächst ist der Begriff «Vermittler» schlecht gewählt. Die Schweiz ist nicht Vermittlerin, dazu braucht es Power, also Macht und Durchsetzungsfähigkeit. Das hat die Schweiz alles nicht. Wir sind schlicht ein geeigneter Briefträger. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nur darüber spekuliert werden wie es im Konflikt zwischen der USA und Iran weitergeht. Wir stellen aber fest, dass eine Reihe von Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Wie wird ein solches Treffen ablaufen?
Bundespräsident Maurer wird vom Flughafen zum Meeting Point im Weissen Haus gefahren, wo er von den Vertretern der US-Administration in Empfang genommen wird. Ob Trump da schon dabei ist oder erst später dazustösst, weiss wohl auch Ueli Maurer jetzt noch nicht. Das Gespräch wird wahrscheinlich an der Oberfläche bleiben und nur etwa 15 bis 20 Minuten dauern. Ein solches Treffen auf präsidialer Stufe des «Deal Makers» dauert kaum länger als 45 Minuten. Dann ist Trumps Aufmerksamkeit und Interesse längst an einem anderen Ort.

Wie werden sich Trump und Maurer verstehen?
Vom Naturell her sind sie sich ähnlich, verstehen sich also sehr gut. Finanzminister Maurer hat keine Berührungsängste und ist in der Diplomatie quasi ein Naturtalent: Er kommt mit den Bauern super aus, versteht sich aber auch mit einem Staatsoberhaupt gut. Ausserdem spricht er eine Sprache, die das Volk versteht. Das ist bei Trump bekanntlich nicht anders.

Davon abgesehen sind die hierarchischen Verhältnisse klar verteilt: hier der stramme Zwerg Schweiz, dort die USA, die weltumspannend denken und handeln müssen. Präsident Trump wird seine Anliegen vorbringen. That’s it. Ob die Interessen des Fleckens Schweiz bei Trump Gehör finden, ist eine andere Frage. Aber mit dem Urgestein Trump versteht sich die Schweiz sicher tendenziell besser als noch mit Ex-Präsident Obama.

Was hätten Sie als Diplomat Trump als Geschenk mitgebracht?
Ein schönes Alphorn – und eine Besuchseinladung des Bundesrats, auch wenn dies viel Arbeit und Umtriebe geben wird!

Könnte sich die Schweiz überhaupt erlauben, einer derartigen Einladung nicht Folge zu leisten?
Nein, das geht nicht – das wäre absurd! Wenn Trump ruft, dann nimmt man die Chance wahr. Die Regierung hat schliesslich die Interessen unseres Landes zu vertreten. Eine Ablehnung können sich vielleicht die Iraner leisten, nicht aber die Schweiz.

Als Beispiel: Zu Beginn der Amtszeit von John F. Kennedy lehnte die Schweiz einen von ihm vorgeschlagenen Botschafter für Bern ab. Kennedy war gekränkt. Es ist für ein kleines Land wie die Schweiz keine gute Idee, den US-Präsidenten vor den Kopf zu stossen.

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trixy am 16.05.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ueli der Maurer

    Trump hat Ueli nur eingeladen weil er Maurer heisst... Trump denkt ev. das Ueli ihm seine Mauer hochzieht ;)

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  • Margrit Aegerter am 16.05.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    trumpet für trump

    Das mit dem Alphorn ist eine gute Idee und schweizerischer als eine ebenso passende trumpet :)

    einklappen einklappen
  • Trackhawk am 16.05.2019 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    US Besuch

    Ich bin mir sicher das auch die Vermittlerrolle der Schweiz in der Iran Krise ein Thema sein wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philipp A am 16.05.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kampfjets

    Trump hat von denn 6 Milliarden für Flugzeuge gehört und will Ueli Jets verkaufen, desshalb auch Uelis billiger Spruch im Gästebuch

  • F. Huber am 16.05.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump hat Maurer

    eingeladen? Ich würde vorschlagen eher sagen, zitiert.

  • CHmastet am 16.05.2019 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Super Ueli

    Der Ueli hats zu was gebracht. Von der Landi ins Weisse Haus.

  • Hene Bern am 16.05.2019 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten sparen

    Hallo Ueli Schon einmal etwas von Skype for Business gehört?

  • Lilli am 16.05.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trottinett

    Herrn Maurer ist Klima bewusster Bundesrat zum Glück hat er ein Trottinett mit zwei Räder,