Ex-Diplomat

08. Januar 2019 05:43; Akt: 08.01.2019 08:25 Print

«Maurer wird sich mit Trump sehr gut verstehen»

von P. Michel - Bundespräsident Ueli Maurer trifft am WEF den US-Präsidenten. Mit diesen Tipps eines Ex-Diplomaten kann er auftrumpfen.

Achtung Satire: 20 Minuten hat ein fiktives Gespräch zwischen Trump und Maurer zusammengestellt. (Video: Tamedia)
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Am World Economic Forum in Davos lädt Bundespräsident Ueli Maurer den US-Präsidenten Donald Trump zum Gespräch. Warum sich die beiden gut verstehen werden und weshalb der Bundespräsident ein Holzchüeli als Geschenk mitbringen könnte, erklärt Max Schweizer, Präsident des Swiss Diplomats - Zurich Network. Während dreissig Jahren arbeitete er für das Aussendepartement EDA. Er ist unter anderem Herausgeber des «Aussenpolitischen Lesebuchs» (2018).

Der Einstieg

«Als Gastgeber liegt es an Ueli Maurer, für gute Atmosphäre bei Gesprächsbeginn zu sorgen», sagt Schweizer. Dies erfolge meist über Nettigkeiten und Floskeln wie «Die Schweiz freut sich sehr, dass Sie wieder nach Davos gekommen sind, Mr. President». Dafür reichten Ueli Maurers Englischkenntnisse aus, so Schweizer. «Herr Parmelin hätte da im Moment wohl etwas mehr Mühe.»

Der Handschlag

Die beiden würden einander zum Beispiel von ihren Protokollbeauftragten vorgestellt, danach gebe es einen Handschlag, erklärt Schweizer. Trumps kräftige Handshakes sind mittlerweile schon legendär: Der gequälte Gesichtsausdruck des japanischen Premierministers Shinzo Abe nach einem 20-sekündigen Handschlag mit Trump ging um die Welt.

Bei Bundespräsident Maurer hat Schweizer aber keine Bedenken: «Als gewiefter und intelligenter Politiker ist Ueli Maurer auch in der Diplomatie ein Naturtalent, er kommt mit Bauern, aber auch mit Staatsoberhäuptern bestens aus», so Schweizer. Sein Fazit: «Er wird sich mit Trump sehr gut verstehen.»

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Der Typ Trump

Donald Trump gilt als beratungsresistent, impulsiv und ungeduldig. Experte Max Schweizer beschreibt ihn diplomatisch als «zielorientiert». Dessen müsse sich Ueli Maurer bewusst sein, so Schweizer. «Da die Aufmerksamkeitsspanne von Trump sehr fokussiert ist, sollte Maurer rasch zum Punkt kommen: zum Beispiel zu einem möglichen Freihandelsabkommen Schweiz-USA.»

Zudem solle Maurer komplexe Themen meiden und sich auf zwei bis drei Hauptbotschaften beschränken. Spässe seien in diesem Format heikel, da diese durch die Sprachbarriere missverstanden werden könnten. «Als Gag könnte Bundespräsident Maurer Donald Trump aber ein spezielles Geschenk mitbringen.»

Das Geschenk

Geschenke sind laut dem diplomatischen Protokoll bei Staatsbesuchen üblich. Beim WEF handelt es sich jedoch um eine Art private Veranstaltung. «Mit einem Holzchüeli oder einer Kuhglocke (aus seinem Büro) als Mitbringsel könnte Ueli Maurer für gute Stimmung sorgen», sagt Schweizer.

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Die Präsidenten-Tochter

Tochter Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner begleiten den US-Präsidenten ans WEF. Beim Treffen mit Ueli Maurer werde sie aber als Beraterin im Hintergrund dabei sein, so Schweizer. «Sie steht in der Hierarchie logischerweise unter Ueli Maurer. Mehr als einen Handschlag wird ihr der Bundespräsident wohl nicht widmen.»

Das Selfie

Ex-Diplomat Tim Guldimann erklärte letztes Jahr, es gehe Trump vor allem darum, sich vor der Davoser Alpenkulisse zu inszenieren. Soll auch Ueli Maurer mit Trump ein Selfie machen? «Unbedingt», findet Experte Schweizer. Das sei beste Werbung für die Schweiz.

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Die Eitelkeiten

Trump gilt als eitel. Beim letzten WEF schmeichelte Klaus Schwab dem Präsidenten und lobte etwa dessen «starke Führung» und seine «historische Steuerreform». Der Plan ging auf: Trump kommt auch 2019 wieder. Ist Ueli Maurer auch der Typ für solche Schmeicheleien? «Trump ist doch nicht der einzige Politiker, der gerne Komplimente hört», sagt Schweizer. Schmeicheln müsse ihm der Bundespräsident nicht zwingend. «Aber er ist sicher schlau genug, Trump für unsere Anliegen zugänglich zu machen.»

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Die Fettnäpfchen

«Ueli Maurer besitzt gute Menschenkenntnis und bewegt sich inzwischen sicher auf dem diplomatischen Parkett», so Schweizer. Es seien deshalb keine grösseren Stolpersteine beim Treffen mit Trump zu erwarten. Zudem gebe es derzeit keine nennenswerten Spannungen zwischen der Schweiz und den USA wie in der Vergangenheit etwa bezüglich des Bankenplatzes. In welcher Art Trump auf die Freihandelsgespräche mit der Schweiz eingehe, bleibe abzuwarten, so Schweizer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 08.01.2019 05:48 Report Diesen Beitrag melden

    Trump liebt ihn!

    Klar, wird sich Trump mit Maurer gut verstehen ... nur schon seines Namens wegen. Trump wird Maurer lieben.

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  • pyrat am 08.01.2019 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chance nicht jeden Tag

    Ich bin mir sicher, unser Bundespräsident meistert dies mit Bravour. Er ist sehr erfahren. Man kann vom Trump halten was man will, fakt ist dass er der aktuelle US Präsident ist und nicht jedes Land die Chance hat, ihn in einem solchen Umfeld zu treffen. Wenn sich die Schweiz gut präsentiert, können wir nur profitieren. Letztes Mal scheint es ihm ja gut gefallen zu haben.

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  • Mike Zac am 08.01.2019 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SVP Mann

    jetzt hat endlich die SVP Gelegenheit zu zeigen wie man verhandelt oder mit ausländischen Gästen umgeht. Ich bin gespannt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul am 08.01.2019 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Belanglos

    Beide reden wirres Zeugs. Nur 1 hat die stärkste Nation der Welt hinter sich. Der kann sich das leisten.

  • webbly am 08.01.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind ja auch

    von der gleichen Sorte

  • Murmeli am 08.01.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach offen und direkt wie D.Trump

    Mir wäre Blocher lieber.

  • urs am 08.01.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirklich?

    Als intelligenter Politiker? Wieso hinterlässt er bei mir immer den Eindruck, nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen zu sein?

  • John am 08.01.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz - USA

    Auch wenn es viele hier nicht wahrhaben wollen: Die Schweiz und die USA sind in sehr vielen Dingen ähnlicher als viele glauben. In Europa ist die Schweiz eindeutig am nächsten an den USA. Föderalismus, Unabhängigkeit, Grenzschutz, Patriotismus, Waffengesetze, Lifestyle und vieles mehr... Die Amerikaner halten sehr viel von der Schweiz und auch für sie ist die Schweiz die klare Nr.1 in Europa. Dass es in der Schweiz extrem viele USA-Freunde gibt ist ebenfalls eine Tatsache. Präsidenten kommen und gehen, Sympathie bleibt....

    • Flørigni am 08.01.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @John

      Wir haben das abdolute Gegenteil eines Zweiparteiensystems. Sag dem Trump mal "Konkordanz" und "Konsens". Er würde zuerst bestätigen, dass er der beste "Konkordanz" ist und sobald er begreift, was die Wörter Bedeuten einen Herzinfarkt bekommen.

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