Greenpeace-PK

04. Oktober 2013 09:13; Akt: 04.10.2013 13:07 Print

«Mein Sohn hat gewusst, worauf er sich einlässt»

Greenpeace Schweiz nahm in einer Pressekonferenz Stellung zu den aktuellen Ereignissen in Russland. Erstmals gab auch der Vater des verhafteten Schweizers Auskunft.

In Zürich nahm Greenpeace sowie Eduard Weber, Vater des inhaftierten Greenpeace-Aktivisten Marco Weber, zur aktuellen Situation in Russland Stellung. (Video: Debby Galka und Marion Bangerter)
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Die Situation für die Greenpeace-Aktivisten, die in Russland festgenommen wurden, spitzt sich immer mehr zu. Gestern und heute wurden die 29 Mitglieder von den russischen Behörden wegen Piraterie angeklagt - darunter auch der Schweizer Marco Weber. Am Freitag nahm die Führung von Greenpeace Schweiz sowie Marco Webers Vater, Eduard Weber, in einer Pressekonferenz in Zürich Stellung zu den aktuellen Ereignissen.

Dabei zeigte sich Eduard Weber vor den Medien erstaunlich gefasst und ruhig. «Die Aktion von Marco war nicht leichtsinnig. Sie war riskant. Aber es geht um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen», so Weber, der selber Mitglied von Greenpeace ist. Trotzdem sei die aktuelle Situation schwer auszuhalten. Sein Sohn habe aber gewusst, was ihn erwarte. Er sei mit dem Segen des Vaters nach Russland gegangen.

Laut Eduard Weber war sein Sohn Marco schon an mehreren Greenpeace-Aktionen beteiligt. Jene in der Arktis war aber die bisher grösste. Er würde seinen Sohn gerne unterstützen, wisse derzeit aber nicht wie. Greenpeace rät derzeit von einer Reise nach Russland ab: Man könne die Verhafteten ohnehin nicht besuchen.

Hoffen auf Kaution

An der Pressekonferenz war auch Christian Engeli, Kampagnenleiter Greenpeace Schweiz, anwesend. Gemäss Engeli hat man Kontakt zu den Verhafteten. Es gehe ihnen einigermassen gut. «Auch die Schweizer Behörden setzen sich im Rahmen des konsularischen Dienstes für die Aktivisten ein», so Engeli. Ziel sei es nun, dass die Inhaftierten bis zum Urteil auf Kaution freikommen. Engeli ist zuversichtlich, dass Marco die Haft durchstehen wird.

Wie Greenpeace in der Arktis weiter gegen die Ölförderung vorgehen will, lässt die Organisation zurzeit noch offen. Einschüchtern lassen wolle man sich aber nicht. Die Organisation rief dazu auf, eine Petition für die Freilassung der Gefangenen zu unterschreiben. Bis jetzt hätten diese schon eine Million Menschen unterzeichnet.

Lesen Sie die Pressekonferenz im Live-Ticker:

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(jam/bat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter R am 04.10.2013 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Verantwortlich!

    Diese Greenpeace-Aktivisten sind für ihr Handeln und für die Folgen ihres Handelns vollumfänglich selber verantwortlich. Wenn sie gegen die Gesetze eines Landes verstossen, in dem sie ihre Aktionen durchführen, müssen sie schon damit rechnen, dass sie zur Verantwortung gezogen werden. Es wird nun einmal nicht in allen Ländern dieselbe Kuscheljustiz praktiziert, wie in der Schweiz, wo es in den Augen von Organisation wie Greenpeace offenbar friedlich und rechtmässig ist, illegale Demonstrationen zu veranstalten und Hausfriedensbruch zu begehen, indem fremdes Eigentum besetzt wird.

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  • dresli am 04.10.2013 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    nicht verständlich

    Die Schweiz soll sich hier nicht einmischen. Die "Aktivisten" haben gegen Gesetzte verstossen und sollten dafür gebüsst werden, umsonst gibt es nicht Gesetzt die es verbieten, ein Schiff/Ölplattform zu entern. Die Somalis, welche Piraterie begehen, werden auch nicht durch Petitionen wieder freigelassen und diese machen dies auch nur, weil vor Ihrer Küste alles leergefischt wird und sie keine Lebensgrundlagen mehr haben und zu solchen Mitteln gfreifen müssen, um zu überleben. Von mir aus können sie ruhig 15 Jahre hinter Gitter bleiben und die Härte Russlands voll zu spüren bekommen

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  • Hardliner am 04.10.2013 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    vorsätzliche Aktion

    wenn Marco gewusst hat was er macht, war das ganze vorsätzlich. Daher gibt es jetzt auch nichts zu jammern und er soll die harten russischen Konsequenzen auch tragen. Selbst wenn es dafür 15 Jahre Strafarbeit gibt. Die Schweizer Behörden werden sicher alles unternehmen, dass selbst bei einer Verurteilung, diese Leute frei kommen und das natürlich wieder auf Kosten des Steuerzahlers.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Huber am 05.10.2013 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Harte Realität

    Eine harte Realität für einen Vater. Hoffentlich kommt der Sohn bald frei.

  • Chris S. am 05.10.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wo wären wir?

    Nicht auszudenken, wo wir wären, gäbe es keine so mutigen Leute wie Marco Weber. Ein kleiner Trost ist, dass so wie Russland reagiert, für Greenpeace nur nützlich sein wird.

  • rear am 05.10.2013 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    keine hilfe von der schweiz

    die schweiz hat marco nicht geholfen dort hin zu kommen und zu tun was er getan hat! also soll sie ihm auch nicht helfen (mit nichts) dort wider weg zu kommen. der steuerzahler soll & muss solche sachen nicht bezahlen.

  • Bianca Bärtsch am 05.10.2013 03:12 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Marco Weber!

    Unglaublich, wieviele Couch-Potatoes gedankenlos herumposaunen "selbstschuld" - dabei verdienen Greenpeace und Marco Weber unseren grössten Respekt für ihren Mut, auf Missstände aufmerksam zu machen, welche zu einem grossen Unglück führen können, welche uns - und vor allem unsere Kinder! - betrifft.

  • Fukushima Majomoto am 05.10.2013 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    stolzer vater

    und was ist mit den Atomfässern und Atomubooten die da in der Arktis auf Grund liegen??! Greenpeace protestierte, das find ich gut, denke jedem ist bewusst das diese Sache gelöst werden sollte mit Internationeler Hilfe machbar. eine freie neue Energie wäre die Lösung , so wie jetzt wirds auf Dauer eng .. Aus Respekt sollte man sie freilassen aber die Aktivisten sollten auch Russlands interesseren respektieren. Ich denke die Leute sind schon klug genug um was gutes aus dieser Situation zu machen.