Zürcher Asylunterkunft

25. März 2020 19:51; Akt: 25.03.2020 22:48 Print

«Meine Frau hat Covid-19, bitte helfen Sie uns»

von M. Gerber und D. Brauchbar - Sie lebt eng mit anderen abgewiesenen Asylbewerbern zusammen. Eine Frau aus Syrien ist in einem Zürcher Nothilfezentrum positiv auf Corona getestet worden.

Im Durchgangszentrum in Adliswil ist eine Frau positiv auf Corona getestet worden. (Video: D. Brauchbar, 20 Minuten)
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Die Situation ist prekär. Die Quarantäne ist in der Einrichtung nur schwer einzuhalten. Auf einer Tafel zu einem der Toiletten- und Duschbereiche ist der Versuch immerhin sichtbar. «WC nur für Coronavirus-Patienten», steht da in roten Buchstaben.

Bei der erkrankten Frau handelt es sich um eine abgewiesene Asylsuchende aus dem Norden Syriens. Sie ist zusammen mit ihrer Familie in die Schweiz geflüchtet und lebt seit einiger Zeit in der Anlage in Adliswil. In einem Video-Interview erklärt ihr Mann Mesut: «Meine Frau ist bereits schwer an Rheuma erkrankt. Und jetzt an Corona. Bitte helfen Sie uns.»

Mittlerweile hat die betroffene Frau die Auflage, sich nur noch in ihrem Zimmer aufzuhalten oder die für sie reservierten sanitären Einrichtungen zu benutzen. Der Kontakt zu anderen Bewohnern ist ihr untersagt. Vor wenigen Tagen hat ein Arzt bei ihr einen Abstrich vorgenommen, wie Zeugen 20 Minuten berichten.

Bewohner fordern sichere Plätze

Die Angst bei den restlichen Bewohnern ist gross. So sagt eine Frau aus Osteuropa: «Ihr Mann kann sich weiterhin frei bewegen. Ich befürchte, dass ich mich bereits angesteckt habe.» Weil sie Angst vor Repressalien hat, will sie lieber anonym bleiben. Doch sie fordert Massnahmen. «Die Verantwortlichen unternehmen einfach zu wenig, wir werden im Stich gelassen. Wir wollen sichere neue Plätze», klagt sie.

Bei der Zürcher Sicherheitsdirektion heisst es auf Anfrage, dass alle nötigen Massnahmen ergriffen wurden. So seien die sanitären Anlagen entsprechend unterteilt und ein Mahlzeitendienst eingerichtet worden. Zudem sei die Anlage nur zu zwei Dritteln besetzt, wodurch man die Familie gut habe abgrenzen können.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Juliette S. am 25.03.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quarantäne

    Ganz klar. In der Quarantäne, so wie Tausend andre Menschen in der Schweiz.

  • Shadow Ban am 25.03.2020 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    ...die Frau ist von Syrien in ein Nachbarland geflüchtet und von dort dann in die Schweiz gereist. Man fragt sich immer wieder, wie das denn so geht, welche Organisationen, NGOs und andere Fluchthelfer da beratend zur Seite stehen und wer das alles finanziert!?

  • Barbapapa am 25.03.2020 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele sind erkrankt

    Hygiene Vorschriften einhalten 2 Meter Abstand und das Zimmer nicht verlassen! Wie andere Bürger auch!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Winsaju am 26.03.2020 01:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine traurige Welt

    So eine traurige Welt, das sind doch auch Menschen wie wir alle auch. Aber leider ist das realität unserer Gesellschaft.......wir meinen wir sind etwas besseres... nur leider kann uns Geld und Macht nicht vom Coronavirus verschonen..... anstatt mit einander sind wir immer gegeneinander, Mensch ist Mensch egal was für eine Herkunft. Schlussendlich sind wir alle gleich......

  • feather am 25.03.2020 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gelten für alle die selben Regeln

    Also wenn die Patientin nicht betagt ist, gelten für sie ja die gleichen Quarantänemassnahmen wie bei jedem anderen auch, der zuhause am besten im Zimmer bleiben sollte. Wenn sich ihr Zustand verschlechtert wird sie ein Spital aufsuchen können. Die im Durchschnitt eher jüngeren Bewohner einer Asylunterkunft, gehören statistisch nicht zu den Hochrisikopatienten und haben die selben Bedingungen wie Familien mit einem infiszierte Familienmitglied, die auch zusammen in einer Wohnung bleiben müssen.

  • Shadow Ban am 25.03.2020 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    ...die Frau ist von Syrien in ein Nachbarland geflüchtet und von dort dann in die Schweiz gereist. Man fragt sich immer wieder, wie das denn so geht, welche Organisationen, NGOs und andere Fluchthelfer da beratend zur Seite stehen und wer das alles finanziert!?

  • marko 34 am 25.03.2020 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Juliette S. am 25.03.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quarantäne

    Ganz klar. In der Quarantäne, so wie Tausend andre Menschen in der Schweiz.