Kollege erzählt

09. Januar 2019 05:47; Akt: 09.01.2019 09:37 Print

«Raser flogen wegen Handy-Videos auf»

21 Raser sind in drei Kantonen festgenommen worden. Ein Kollege packt aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

21 Männer im Alter von 21 bis 38 Jahren sind festgenommen worden. Ihnen werden Raserdelikte vorgeworfen. Die Kantonspolizeien St. Gallen, Thurgau und Zürich arbeiteten zusammen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um Montenegriner, Mazedonier, Kosovaren, Serben und Schweizer. Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt zu 20 Minuten: «Den Stein ins Rollen brachte ein illegales Rennen, das im Kanton Zürich in einer Polizeikontrolle endete.»

Ein Kollege von vier der 21 verhafteten Männer gibt gegenüber 20 Minuten an: «Sie sind wegen Handyvideos und Whatsapp-Verläufen aufgeflogen.» So gebe es eine Aufnahme davon, wie einer seiner Freunde in einer 80er-Zone mit über 200 km/h unterwegs gewesen sei, so der 23-Jährige.

Es sind «08/15-Typen»

Er beschreibt die Männer als «08/15-Typen, die ein normales Leben führen, gerne feiern gehen und einen Knacks für Autos haben.» Er meint: «Eigentlich fahren sie nie aggressiv, zwar ab und zu schnell, aber nicht aggressiv.»

Seine Kollegen würden unter anderem Autos wie Audi RS oder Mercedes-AMG fahren. «Damit die Versicherung billiger kommt, laufen die meisten Autos über ihre Väter. Was auch der Grund sein wird, warum kaum einer sein Auto abgeben muss.» Trotzdem werde die Aktion der Polizeien Spuren bei seinen Kollegen hinterlassen, so der Kollege: «Sie verdienen nicht viel. Wenn da eine saftige Busse kommt, tut das weh. Vor allem werden sie Schwierigkeiten im Beruf haben, da sie von der Fahrerlaubnis abhängig sind.»

Hohe Strafen sind effektiv

«Dass die Polizei nun 21 Raser zur Rechenschaft ziehen kann, ist ein grosser Erfolg», sagt Stefan Krähenbühl von RoadCross Schweiz. Bei Personen in der Raserszene wirken Präventionsmassnahmen meist nichts, sagt Krähenbühl. «Die Leute geben sich der Illusion hin, dass sie während ihrer Fahrt alles unter Kontrolle haben.» Diese Illusion sei ihnen fast nicht zu nehmen. Darum seien Abschreckungsmassnahmen – sprich hohe Strafen – effektiver.

«Mit Blick auf die drohenden Strafen überlegt man es sich vielleicht zweimal, ob man wirklich durch die Strassen rasen will», sagt Krähenbühl. Gleichzeitig gebe es aber trotzdem immer wieder Unbelehrbare, die sich nicht an die Regeln halten.

(qll)