Littering

24. April 2018 20:18; Akt: 24.04.2018 20:18 Print

«Meine Zigaretten werfe ich auf den Boden»

von Q. Llugiqi - Das warme Wetter stellt die Städte vor Herausforderungen: Die Müllberge wachsen. Schuld sind auch die Detailhändler.

Passanten erklären, wie sie ihren Abfall entsorgen und was gegen Littering getan werden könnte. (Video: qll)
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Das erste warme Wochenende brachte Bilder von Müllbergen auf den Wiesen und Seeufern mit sich. Die Leser gehen nicht immer mit gutem Beispiel voran: «Meine Zigarettenstummel werfe ich hin und wieder auf den Boden, wenn kein Aschenbecher in der Nähe ist», sagt Beryl Lustenberger. Sie sei diesbezüglich aber in einem Lernprozess – und den restlichen Abfall werfe sie immer in den Kübel.

Umfrage
Wie sollte mit Littering umgegangen werden?

Mit ein Grund für die hohen Abfallberge könnten die gut funktionierenden Entsorgungsdienste sein, die jeweils schnell für Ordnung sorgen. Das Problem des Littering könne man lösen, indem man die Infrastruktur aufrechterhalte und ausbaue, sagt etwa Samuel Stadtmann. Das sei in der Schweiz aber fast unmöglich, weil es schon so viele Abfallkübel gebe (siehe Video).

Essenspackungen werden immer grösser

Fast 80 Prozent der 20-Minuten-Leser sprachen sich in einer nicht repräsentativen Umfrage für höhere Bussen aus. Doch zu den hohen Abfallmengen tragen auch Detailhändler ihren Teil bei. «Das Gewicht des sogenannten Wischguts, das wir im öffentlichen Raum auflesen, ist in den letzten Jahren stabil geblieben», sagt etwa Daniel Eberhard von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ). Zugenommen habe das Volumen: «Getränke- und Essenspackungen wie etwa Salatboxen werden immer grösser.»

Dadurch würden die Behälter immer schneller voll und müssten häufiger geleert werden. In den Sommermonaten setzt ERZ deshalb auf die Hilfe externer Firmen. Zwischen 5 und 22 Uhr wird ununterbrochen gereinigt. Bilder von vermüllten Wiesen gebe es höchstens bis 10 Uhr, sagt Eberhard. «Dann sehen sie wieder tipptopp aus.»

Keine Container wegen Hausabfall

Littering sei zwar ein Ärgernis, und an einzelnen Tagen sammle ERZ bis zu zwölf Tonnen Abfall ein. «Mit unseren 81 Unterflur-Kübeln und den 45 bis 60 Containern, die wir alleine entlang der Seeanlagen aufstellen, sind wir aber gut gerüstet», sagt Eberhard.

Keine Container stellt hingegen die Stadt Luzern auf. Florian Aschbacher von der Stadt Luzern sagt: «Je grösser die Container sind, desto höher ist die Gefahr, dass dort illegal Haushaltsabfälle entsorgt werden.» Zudem sprächen ästhetische Gründe dagegen. Zwar sei das Problem der normalen Abfallkübel, dass sie sich schnell füllen, wenn etwa Pizzaschachteln hineingeworfen werden.

Ein Drittel landet auf dem Boden

«Zwischen April und Oktober sind wir permanent unterwegs. Am Nachmittag leeren drei Leute regelmässig die Kübel am Bahnhof und dem Seeufer entlang», sagt Aschbacher. So gelinge es, die Stadt sauber zu halten – auch wenn die Abfallmenge tendenziell zugenommen habe. «Das öffentliche Leben verlagert sich nach draussen», sagt Aeschbacher. «Damit steigt die Abfallmenge.»

Die Müllberge kosten nicht zuletzt Geld. Dominik Egli, der Leiter der Basler Stadtreinigung, spricht von etwa fünf Millionen Franken pro Jahr, die für die Beseitigung von Littering anfallen. Denn obwohl in der Stadt Basel 1700 Abfallkübel stehen, landet eine Drittel der Abfälle auf dem Boden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 24.04.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bussen

    In Singapur kostet Littering 2.000 Franken Busse. Dafür sind die Strassen blitzsauber. Ergo hohe Bussen lösen das Problem.

  • lore am 24.04.2018 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich glaube

    es gibt nur ein schuldiger! der, der einfach sein abfall oder was auch immer auf den boden fallen lässt und es dort liegen lässt. ob jetzt männlein oder weiblein! egal, sie sind schuld und nicht xy.

  • Didier Doffey am 24.04.2018 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Schweine

    Egoismus pur und eine Frechheit gegenüber diejenige die die Sauerei aufräumen müssen!Mein Vorschlag; Ueberwachungskameras da wo es nötig ist, und 1000.- Strafe für Unbelehrbaren .Diejenigen mit einem sauberen Gewissen stört die Ueberwachung kaum. Es gibt für diese Art der Primitivität keinerlei Entschuldigungen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lui am 24.04.2018 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderst lernen wir's nie

    Ich glaube auch, dass hohe Bussen oder evtl. ein, zwei Wochen Zwangsarbeit auf einer Mülldeponie die einzigen Lösungn sind für das problem und es ist ein grosses Problem, dass immer schlimmer wird.

  • Red Dragon am 24.04.2018 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Win-win

    5 millionen für die littering-entfernung scheint ein enormer betrag Wieviel erlös wird durch den verkauf der kehrrichtsäcke generiert? Kosten - Nutzenrechnung wäre zu definieren Sackgebühr abschaffen und mehr container

  • Heinz am 24.04.2018 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Littering

    In Californien wird Littering mit $ 1000 bestraft. Also darf in der Schweiz CHF 1000 für Littering kassiert werden Auch Zigaretten gehören zum Littering!

  • Georgios am 24.04.2018 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busse

    Ich frage mich nur was für eine Erziehung all die Leute genossen haben,oft sehe ich Kunterbunte Leute die auch auf die Strasse spucken,es ist sehr unanständig,und finde das sollte mit einer Busse bestraft werden,

  • der Fachmann am 24.04.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem

    es ist kein Problem mit dem littering. so gibt es Arbeitsplätze und es wird jeden Tag aufgeräumt. was aber Umweltverschmutzung ist das sind Chemische Stoffe wie oil und Farben Säuren usw. das müsste mit hohen Bussen bestraft werden.